Urteil in Arnsberg gefallen:

"Fort Fun"-Betrüger muss fast vier Jahre ins Gefängnis

Szene aus dem Freizeitpark "Fort Fun"

ARNSBERG - Mit gefälschten Bankbürgschaften und Kontoauszügen hat ein 29-Jähriger ein Millionenvermögen vorgetäuscht und einen Freizeitpark gekauft. Wegen Betruges muss der bereits mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann nun für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

Vor dem Landgericht in Arnsberg hatte er am Dienstag die Fälschungen zugegeben. Seine als Helferin mitangeklagte 53 Jahre alte Mutter kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.

Im Dezember 2011 hatten Mutter und Sohn für sechs Millionen Euro den Freizeitpark "Fort Fun" im sauerländischen Bestwig gekauft. Die Anzahlung von 250 000 Euro hatte das Duo bei einem Hersteller von Achterbahnen in den Niederlanden ergaunert. Die Firma zahlte mehr als 400 000 Euro Provision an die Betrüger, weil die eine Millionen teure Achterbahn für den Park geordert hatten. Der Rest des Kaufpreises des in die Jahre gekommenen Freizeitparkes war mit den gefälschten Papieren abgesichert worden.

Sowohl die französische Aktiengesellschaft, die den Park verkaufen wollte, als auch der Hersteller der Achterbahnen habe "ein gewisses Maß an Blauäugigkeit an den Tag gelegt", sagte der Vorsitzende der Wirtschaftsstrafkammer in seiner Urteilsbegründung. Denn offenbar hatten die mittellosen Betrüger mit ihrem Auftreten alle geblendet. "Dabei hätte man nur den Gerichtsvollzieher fragen müssen, dann hätte sich das alles im Vorfeld gezeigt", sagte der Richter.

Sofort nach der Vertragsunterzeichnung hatte das Duo mit Umbau-Arbeiten in dem Park begonnen. "Seine Ideen waren nicht schlecht", sagte der Parkleiter vor Gericht. Doch dann flog der Schwindel auf, der 29-Jährige kam in Untersuchungshaft. "Wir konnten nur mit Nachtschichten den Park bis zur Eröffnung wieder fertig kriegen", sagte der Technische Direktor des Parks.

Das Gericht hatte sich mit den Angeklagten und deren Anwälten auf ein mildes Urteil im Gegenzug für ein Geständnis geeinigt. Außerdem sollte der Schaden so weit wie möglich wieder gut gemacht werden. Dazu war in der vergangenen Woche ein Vergleich mit den Geschädigten geschlossen worden. Der französische Verkäufer darf die Anzahlung behalten, der Achterbahn-Hersteller bekommt nur einen Teil der Provision zurück und verzichtet auf fast 300 000 Euro. - lnw

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Quelle: wa.de

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