Forscher: Verbote von Neonazi-Gruppen waren notwendig

DÜSSELDORF - Die jüngsten Verbote von drei Neonazi-Gruppierungen in Nordrhein-Westfalen waren nach Ansicht von Fachleuten richtig und notwendig.

Es sei ein überfälliger Schritt gewesen, sagte Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler an der Fachhochschule Düsseldorf, am Dienstag. "Es gibt lange gewachsene Strukturen in dem Bereich." NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte im August drei rechtsextremistische Kameradschaften aus Dortmund, Hamm und dem Raum Aachen verboten.

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Allein mit Verboten sei dem Problem aber nicht beizukommen, meinte der Wissenschaftler. Prävention und langfristige Strategien seien nötig. Der heutige Rechtsextremismus öffne sich der Jugendkultur - etwa bei Musik oder Kleidung. "Die Auseinandersetzung muss vielfältiger sein", forderte Häusler, der an dem seit 25 Jahren bestehenden Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus an der Fachhochschule arbeitet.

Drei Forscher befassen sich mit der Analyse neuer Trends und Entwicklungen. Unter anderem wurde die Musikkultur der rechtsextremen Szene erforscht. 2013 soll nach Angaben von Projektleiter Professor Fabian Virchow der erste Band eines Handbuchs Rechtsextremismus herauskommen.

Am 5. und 6. Oktober befassen sich Fachleute aus der ganzen Republik bei einer Tagung in Düsseldorf mit dem Thema. Unter anderem geht es um den Gebrauch sozialer Netzwerke durch Rechtsextreme sowie Nationalismus bei Zugewanderten. Der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, ist als Teilnehmer angekündigt. - lnw

Quelle: wa.de

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