Rätsel um Flughafen-Koffer: Ermittler fahnden nun mit Fotos

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Der abgestellte Trolley hatte am 24. September zur Räumung des drittgrößten deutschen Airports in Düsseldorf geführt.

DÜSSELDORF - Ein herrenloser Koffer hat vor gut zwei Wochen den Düsseldorfer Flughafen lahmgelegt. Bei dem Gepäckstück voller Mehl und Zimt könnte es um eine Täuschung von Drogenhändlern gehen. Die Ermittler können nun doch Bilder aus der Videoüberwachung veröffentlichen.

Ein Täuschungsversuch unter Drogendealern war möglicherweise der Auslöser des Großeinsatzes am Düsseldorfer Flughafen vor gut zwei Wochen. Der auffällige, herrenlose Koffer in der Abflughalle hatte mitten in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag die Räumung des drittgrößten deutschen Airports ausgelöst. Das Gepäckstück war zunächst positiv auf Drogen getestet worden. Ein Fehlalarm: Es enthielt es nur Mehl und Zimt. Von der Evakuierung des Flughafens am 24. September waren mehr als 10 000 Passagiere betroffen, 140 Flüge fielen aus.

Es könne sich um einen Täuschung unter Dealern handeln, meinte Staatsanwältin Ricarda Battenstein am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der Polizei. Immerhin kann die zehnköpfige Ermittlungskommission nun die Bilder des jungen Mannes veröffentlichen, der den Rollkoffer abgestellt hat. Die Polizei erhofft sich davon Hinweise auf seine Identität sowie Angaben zu dem auffälligen London-Koffer mit Motiven von Big Ben und einem Doppeldeckerbus. Erst nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft hatte ein Amtsrichter die Veröffentlichung der Videos und Fotos erlaubt.

Die Aufzeichnungen aus Überwachungskameras zeigen einen schlanken Mann in fliederfarbenem Pullover, der entspannt durch das Flughafengebäude schlendert und auch mal mit einem Handy telefoniert - die meiste Zeit ist er ohne Koffer.

Den bunten Trolley brachte der Mann von einem kurzen Gang vor das Airportgebäude mit. Die Kameras zeigen, wie der lässig gekleidete, etwa 30-Jährige das Stück in der Nähe des Sky-Trains am Flughafen kurz durchsucht. Nur etwa drei Minuten hatte der von den Ermittlern dringend gesuchte Unbekannte den bedruckten Koffer vor dem Abstellen in der Abflughalle bei sich. Insgesamt war der Mann nach Auskunft der Ermittler gut eineinhalb Stunden am Flughafen - zuletzt wurde er um 14.55 Uhr am Fernbahnhof des Airports gefilmt.

Auf das Verhalten des Unbekannten können sich die Düsseldorfer Ermittler keinen Reim machen. "Ich habe keinerlei Erklärung für das Verhalten, das ich in Videos gesehen haben", meinte der Leiter der Ermittlungskommission, Martin Bolduan. Möglicherweise sei der ominöse Koffer schon zuvor in Drogengeschäften eingesetzt worden. Die zehn Ermittler müssen unter anderem die Aufzeichnungen der etwa 40 Kameras am Flughafengebäude auswerten und hoffen auf weitere Angaben. - dpa

Quelle: wa.de

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