Finanzskandal in rheinischer Kirche

DÜSSELDORF - Ein millionenschwerer Finanzskandal belastet die Evangelische Kirche im Rheinland. Zweifelhafte Anlagegeschäfte haben die kircheneigene Firma bbz GmbH Beihilfe- und Bezügezentrum in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) in eine bedrohliche Schieflage getrieben.

Die Kirche habe bereits 20 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens eingesetzt, sagte der Vizepräsident der rheinischen Kirche, Christian Drägert, am Montagabend in Düsseldorf.

Gegen mehrere Personen habe die Kirchenleitung Strafanzeige wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs gestellt.

Die rheinische Kirche ist seit dem Jahr 2000 Alleingesellschafterin der Firma mit rund 90 Mitarbeitern, bei der Kirchen und Institutionen des öffentlichen Dienstes Beihilfe- und Personalabrechnungen abwickeln. Wie in der Branche üblich, hätten die Kunden dem Abrechnungszentrum die Gelder etwa zur Abführung an die Sozialkassen frühzeitig zur Verfügung gestellt, damit die bbz damit Zinserträge auf dem Kapitalmarkt erwirtschaften könne, sagte Drägert. Die Geschäftsführung habe aber Anlagegeschäfte getätigt, bei denen weitaus höhere Erträge versprochen worden waren als die marktüblichen Zinsen. Beiden Geschäftsführern und Prokuristen sei gekündigt worden.

Über Jahre seien in dem Unternehmen Verluste aufgelaufen, die schließlich zu einer Überschuldung und Liquiditätsproblemen geführt hätten, sagte Drägert. Die Jahresabschlüsse der bbz seien seit 2007 „entweder nur eingeschränkt testiert, gar nicht testiert, nicht korrekt aufgestellt und nicht rechtskonform veröffentlicht worden“. Trotzdem sei die Geschäftsführung von der Gesellschafterversammlung, die aus drei Kirchenvertretern besteht, teilweise entlastet worden.

Die zur Rettung der bbz eingesetzten 20 Millionen Euro kommen aus der Ausgleichsrücklage der Landeskirche. - dpa

Quelle: wa.de

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