Filmstiftung NRW will neue Medien stärker fördern

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Stiftungs-Geschäftführerin Petra Müller

DÜSSELDORF - "Der Medicus" von Philipp Stölzl, "Rush" mit Daniel Brühl oder der ZDF-Dreiteiler über das Hotel Adlon - diese erfolgreichen Filme sind auch mit Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen gedreht worden.

Filmland NRW: Mit fast 36 Millionen Euro hat die Filmstiftung des Landes im vergangenen Jahr nationale und internationale Großproduktionen gefördert. An rund 800 Tagen wurde im Land gedreht.

Die Film- und Medienstiftung NRW förderte im vergangenen Jahr mehr als 430 Projekte mit insgesamt fast 36 Millionen Euro, wie Geschäftsführerin Petra Müller am Mittwoch in Düsseldorf sagte. Der Großteil floss mit fast 29 Millionen Euro in rund 120 Kino- und TV-Projekte.

Drei Jahre nach dem Beschluss zur Neuausrichtung will die stärkste deutsche regionale Filmförderanstalt auch neue Medien verstärkt fördern. "Es kommen Projekte auf uns zu, die komplett crossmedial gedacht sind", sagte Müller. Geschichten würden heute vom Internet über Shows bis ins Fernsehen erzählt. "Ein paar ganz große Youtube-Stars kommen aus NRW. Müller sprach sich daher für eine "zarte Umsteuerung" in der Förderung aus. "Der Flaschenhals Kino droht zu platzen", sagte sie auch mit Blick auf die immer größere Zahl von Produktionen, die bundesweit zeitgleich starten.

Filme wie "Rush" mit Schauspieler Daniel Brühl, der für gleich drei US-Filmpreise nominiert war, zeigten, "dass wir auch auf internationalem Niveau produzieren können", sagte Müller. Insgesamt seien im vergangenen Jahr an knapp 800 Drehtagen zwischen Rhein und Weser NRW-geförderte Filme produziert worden. Das bedeute für die Produktions- und Dienstleistungsbranche einen Wirtschaftseffekt von rund 65 Millionen Euro. Die Produzenten müssen jeden Förder-Euro um 1,50 Euro aufstocken.

NRW-geförderte Filme wie "Der Medicus", Jim Jarmushs "Only Lovers Left Alive" oder Lars von Triers "Nymphomaniac" dominierten zum Jahreswechsel das Kinoprogramm und die Feuilletons, sagte Müller. Im Februar habe der lang erwartete "Stromberg - Der Film" Premiere. Bei der Berlinale würden dieses Jahr fast 30 NRW-geförderte Filme gezeigt.

Vergangenes Jahr förderte die Filmstiftung unter anderem Tom Tykwers "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks, "Der Koch" mit Jessica Schwarz, "Nicht mein Tag" mit Moritz Bleibtreu und "Schoßgebete" von Regisseur Sönke Wortmann nach dem Roman von Charlotte Roche. Daneben unterstützt die Stiftung Kinos bei der Digitalisierung und fördert Innovationen aus der Internet-Szene. Die Internetplattform "Conserve the Sound" zu verschwindenden Geräuschen erhielt sogar den Deutschen Kulturförderpreis.

Nicht mehr zeitgemäß in ihrer Form seien indes "Dickschiffe" wie das Medienforum NRW, sagte Müller. Das inzwischen 25 Jahre alte Treffen der Medienbranche soll neu ausgerichtet werden. Gesellschafter der Filmstiftung NRW sind das Land, die Fernsehsender WDR, ZDF und RTL sowie die Landesanstalt für Medien. - lnw

Quelle: wa.de

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