Vorstoß aus Bayern

FFP2-Masken: Kommt die Pflicht jetzt in NRW? Deutliche Worte von Gesundheitsminister

In Bayern sind FFP2-Masken in gewissen Bereichen bald Pflicht. Zieht NRW nach? Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann klärt auf.

Hamm - Bund und Länder lassen kaum etwas unversucht, um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu stoppen. Nahezu täglich beraten die Spitzenpolitiker über neue Regeln und Einschränkungen, um einen exorbitanten Anstieg der Zahlen bei den Neuinfektionen zu verhindern. (Coronavirus in NRW)

FFP2Schutzklasse beim Atemschutz
BegriffserklärungFFP = filtering face piece
PrinzipEingeatmete und ausgeatmete Luft wird gefiltert
EignungZum Eigen- und Fremdschutz

FFP-Masken: In NRW bald Pflicht wie in Bayern? Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann klärt auf

Eine weitere Maßnahme hat nun Bayern getroffen: Dort gilt ab Montag, 18. Januar, eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begründete diesen Schritt damit, dass die „normalen Community-Masken“ in der Corona-Pandemie zum Schutz der anderen seien. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst. Bayern prescht vor - zieht Nordrhein-Westfalen nun nach?

Dass FFP2-Masken in NRW wie in Bayern in bestimmten Bereichen zur Pflicht werden, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Denn: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) steht dieser bestimmten Corona-Regel skeptisch gegenüber. „FFP2-Masken können zwar eine etwas höhere Sicherheit bieten - aber auch nur, wenn sie richtig getragen werden“, sagte Karl-Josef Laumann am Dienstag (12. Januar).

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister mahnte: Eine falsch aufgesetzte FFP2-Maske könne aufgrund eines falschen Sicherheitsgefühls das Risiko einer Übertragung sogar erhöhen. „Eine Pflicht zum Tragen dieser Masken muss daher sehr gut geprüft werden“, sagte Karl-Josef Laumann. Auch Alltagsmasken würden zusätzlichen Schutz bieten, „wenn alle sie etwa im Nahverkehr und im Einzelhandel tragen“.

FFP2-Masken: Pflicht nicht nur in NRW umstritten - Skepsis auch in anderen Bundesländern

Nicht nur NRW sträubt sich gegen den Vorstoß aus Bayern zur FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr. Gleich mehrere Bundesländer haben diesen Vorschlag abgelehnt oder sehen ihn skeptisch.

„Ich gehe davon aus, dass Niedersachsen eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske nur dann erwägen würde, wenn auch wirklich sichergestellt ist, dass alle Menschen in Niedersachsen kostenlosen Zugang zu einer solchen Maske hätten“, sagte etwa die niedersächsische Regierungssprecherin. Auch eine Sprecherin der Staatskanzlei in Mainz sagte der dpa, in Rheinland-Pfalz sei ein solcher Schritt aktuell nicht vorgesehen.

Anders sieht die Lage in Baden-Württemberg aus, wo sich Innenminister Thomas Strobl bereits für eine mögliche Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken ausgesprochen hat, wie heidelberg24.de* berichtet.

FFP2-Maskenpflicht: Für Norbert Röttgen kommt die Diskussion zu früh

Norbert Röttgen hingegen, der für den CDU-Parteivorsitz kandidiert und mehr als nur Außenseiter ist, hält eine bundesweite Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im Einzelhandel und Nahverkehr wie in Bayern für verfrüht. Man müsse den Menschen erst erklären, warum FFP2-Masken wirksamer seien und wo der Unterschied zum normalen Mund-Nase-Schutz liege, sagte er in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv.

„Das muss zuerst gesagt werden, dann kann man über Kontrollen reden“, sagte Norbert Röttgen. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz sei dafür, dass man vor allen Dingen die Bevölkerung mitnehme und „dass wir ihr nicht unterstellen, dass die Bevölkerung das nicht einsieht und darum kommen Pflichten, Kontrolle und Zwang“.

Mit der Verkündung der Maskenpflicht in Bayern schossen bei einigen Onlineversandhändlern die Preise in die Höhe. Kommt für die Kunden jetzt der Preis-Schock? Experten geben eine klare Einschätzung. - *heidelberg24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

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