Feldpost trotz Internet-Konkurrenz beliebt

BONN - Feldpost ist auch im Zeitalter von SMS und E-Mail bei den Bundeswehrsoldaten im Ausland beliebt. Seit 20 Jahren versorgt die Deutsche Post mit diesem Extradienst die Soldaten.

Allein im Jahr 2011 wurden 1,1 Millionen Briefe und 270 000 Pakete versandt, wie die Deutsche Post am Dienstag in Bonn berichtete. Die Deutsche Post arbeitet bei diesem Angebot mit der Bundeswehr zusammen. Das Gros der Sendungen geht nach oder kommt aus Afghanistan.

Briefe und Pakete seien für die Soldaten emotionale Brücken zu ihren Familien und ihren Freunden, erläuterte Post-Sprecher Alexander Edenhofer. Der handgeschriebene Brief vom Partner oder der Partnerin habe "eine ganz andere Qualität" als eine Mail oder eine SMS. Und für die Soldaten sei es wichtig, wenn sie sich einmal "ihre Eindrücke oder auch ihren Frust von der Seele schreiben können".

Besonders stark wird die Feldpost zu Weihnachten und Ostern genutzt. Insgesamt ist die Zahl der Sendungen trotz der elektronischen Alternativen steigend, wie Edenhofer berichtete.

Die ersten Briefe gingen 1992 ins Ausland, bei einem humanitären Einsatz der Bundeswehr in Kambodscha. Der Name "Feldpost" wurde offiziell ein Jahr später zum ersten Mal verwendet. Über acht Feldpostämter werden zur Zeit Bundeswehrsoldaten im Kosovo, in Usbekistan und Afghanistan versorgt.

Wie in Deutschland werden die Sendungen auch in den Krisengebieten von Post-Mitarbeitern gebracht. Sie melden sich freiwillig und werden von der Bundeswehr zu Feldpostsoldaten ausgebildet. Seit 1992 haben insgesamt rund 3.000 Postmitarbeiter als Feldpostsoldaten gearbeitet.

"Feldpostler erfüllen zum Teil unter Lebensgefahr einen gesetzlichen Auftrag unseres Konzerns. Dieser Einsatz kann nicht hoch genug geschätzt werden", sagte der Feldpostbeauftragte der Deutschen Post, Diethelm Scholle, auf einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen. - lnw

Quelle: wa.de

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