15.000 Polizisten bei bundesweitem Blitz-Marathon

DÜSSELDORF - Achtung, Autofahrer! An diesem Donnerstag gehen an mehr als 8.700 Stellen verteilt über die gesamte Bundesrepublik fast 15.000 Polizisten in Stellung. Mit Radar- und Lasergeräten machen sie 24 Stunden lang Jagd auf Temposünder.

Die Innenministerkonferenz hatte die bundesweite Aktion im Mai beschlossen. Alle 16 Länder und Stadtstaaten beteiligen sich, versicherte das NRW-Innenministerium am Mittwoch in Düsseldorf. Die Idee stammt aus Nordrhein-Westfalen, wo bereits viermal landesweit kontrolliert wurde.

Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr gehen die Beamten in Position. 24 Stunden später, am Freitagmorgen um 6 Uhr, sollen die letzte Posten geräumt werden. Zum Konzept gehört, die Kontrollstellen vorab zu veröffentlichen. Es gehe nicht darum, möglichst viele Autofahrer zur Kasse zu bitten, sondern ihr Verhalten nachhaltig zu ändern. Entsprechend wurden in NRW bei den bisherigen Blitz-Marathons nur etwa halb so viele Autofahrer erwischt wie bei normalen Tempokontrollen ohne Vorankündigung.

Inzwischen habe sich der 24-Stunden-Blitz-Marathon zum internationalen Exportschlager entwickelt. Im Kampf gegen zu schnelles Fahren gehe die Polizei jetzt auch in Finnland, Portugal, Polen, Irland, Niederlande, Luxemburg und Australien mit Großeinsätzen nach nordrhein-westfälischem Muster gegen Raser vor.

"Wir wollen nicht still und heimlich hinterm Busch blitzen, sondern jeder soll sich an dem Tag mit dem Thema beschäftigen", hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) angekündigt. Beim bislang letzten, vierten Blitz-Marathon waren in NRW rund 28.000 Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit erwischt worden. 700.000 wurden kontrolliert.

Die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten in NRW sei seit 2012 überdurchschnittlich stark gesunken. Dies seien Anzeichen für einen nachhaltigen Erfolg. Die Opposition in NRW hatte die aufwendigen Aktionen kritisiert: Es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg für einen Erfolg, obwohl tausende Beamte von anderer Arbeit abgezogen werden. - dpa

Quelle: wa.de

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