Experten rechnen weiter mit robustem Arbeitsmarkt

[UPDATE 15.30 Uhr] DÜSSELDORF - Auf gutem Niveau stabil: So beschreibt die Bundesagentur für Arbeit aktuell den Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen. Doch die Dynamik hat nachgelassen. Die Zahl der Arbeitslosen steigt wieder - wenn auch nur leicht.

Die überraschend gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nach der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 ist vorbei. Im Jahresdurchschnitt 2012 stieg die Arbeitslosenzahl in Nordrhein-Westfalen um 4000 auf 733 000. Und auch im kommenden Jahr rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit einem ebenso großen Anstieg auf dann 737 000 Arbeitslose.

"Die positive Dynamik unseres Arbeitsmarktes in Nordrhein-Westfalen hat nachgelassen", bilanzierte die Chefin der Regionaldirektion in Düsseldorf, Christiane Schönefeld, am Mittwoch. Im Jahr 2011 hatte die registrierte Arbeitslosigkeit in NRW den niedrigsten Wert seit knapp 20 Jahren erreicht. Die gute Entwicklung nach den Krisenjahren 2008 und 2009 war in den Nachbarländern Deutschlands teils als "German Jobwunder" gelobt worden.

Auch die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen ging im zu Ende gehenden Jahr erstmals nach drei Jahren mit Zunahmen wieder zurück. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich nach Angaben der Regionaldirektion NRW um gut zehn Prozent ab. Für eine dramatische Entwicklung sieht Schönefeld aber auch weiterhin keine Anzeichen. Im langjährigen Vergleich sei die Arbeitslosigkeit immer noch moderat.

Für die Einschätzung "auf gutem Niveau stabil" spricht auch die Zahl derer, die Arbeit haben. Mit gut 6,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist der höchste Stand seit 20 Jahren erreicht. Die Arbeitsmarktexperten führen diese Gewinne allerdings vor allem auf Teilzeitjobs zurück.

Eine gute Nachricht gibt es aber auch bei der sogenannten Unterbeschäftigung. Dabei werden neben den registrierten Arbeitslosen auch diejenigen einbezogen, die etwa an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen und daher nicht als Arbeitslose erfasst werden. In NRW umfasste diese Unterbeschäftigung im Jahresschnitt 951 000 Menschen - das waren 40 000 weniger als im Vorjahr.

Problematisch bleibt nach den Worten von Behördenleiterin Schönefeld der Ausbildungsmarkt. Für sie sei es angesichts des Fachkräftemangels nicht nachvollziehbar, dass die Zahl der bei den Kammern eingetragenen Ausbildungsverhältnisse um fast zwei Prozent auf rund 124 000 zurückging. Wenn Arbeitgeber klagten, keine geeigneten Mitarbeiter zu finden, sollten sie auch ausbilden, mahnte Schönefeld. - lnw

Quelle: wa.de

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