Experten: Erste Hilfe gehört in den Schulunterricht

MÜNSTER - Schüler sollten nach den Forderungen von Experten im Unterricht regelmäßig etwas über Wiederbelebung lernen.

Die Erste-Hilfe-Ausbildung sei bislang mangelhaft, sagte der Direktor der Klinik für Anästesiologie des Universitätsklinikums Münster, Professor Hugo van Aken, am Freitag in Münster. Ausgebildete Lehrer könnten dieses Wissen aber problemlos weitergeben. "Ein solcher Unterricht - einmal jährlich zwei Stunden - ist völlig ausreichend."

Der Mediziner zog die Bilanz eines sechsjährigen bundesweit einzigartigen Modellversuchs mit 450 Schülern in Münster und Aachen. "Die Laien-Reanimation muss verbindlich in den Lehrplan aufgenommen werden", appellierte er an das Schulministerium von NRW. Auch der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, mahnte: "Es darf jetzt nicht zum Stillstand kommen."

"Die Deutschen reanimieren nicht nur viel seltener als die meisten anderen, sie machen es offensichtlich auch noch viel schlechter", sagte van Aken. Während die Erfolgsquote in Skandinavien oder den Niederlanden bei mehr als 70 Prozent liege, werde hierzulande bei Wiederbelebungen nur jeder fünfte Mensch dem Tod entrissen. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 60 000 Mal Menschen reanimiert.

Nach den Worten des Schulsportexperten des Schulministeriums, Gerwin-Lutz Reinink, braucht es Zeit, Erste Hilfe-Maßnahmen etwa im Biologie-Lehrplan zu verankern. Das Paulinum in Münster und das Pius-Gymnasium in Aachen hatte an dem Pilotprojekt von UKM, Schulministerium und der Ärztekammer Westfalen-Lippe teilgenommen. Schüler lernten Herz-Druck-Massage und Mund-zu-Mund-Beatmung.

Der Schulleiter des Paulinums, Gerd Grave, will das Reanimationstraining künftig in den Schulalltag übernehmen. "Die Lehrpläne erlauben einen sehr hohen Spielraum an eigenen Entscheidungsmöglichkeiten." - lnw

Quelle: wa.de

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