Ex-Freund von Liesa Schulte bestreitet Mord-Vorwurf

Liesa Schulte wird weiter vermisst.

WERL - Der frühere Freund der seit dreieinhalb Wochen vermissten Liesa Schulte aus Westönnen bestreitet, die junge Frau ermordet zu haben. Allerdings liegen so schwer wiegende Verdachtsmomente gegen den 24-Jährigen vor, dass der Haftbefehl wegen Mordverdachts aufrecht erhalten wird.

Die Polizei sucht Hinweise auf diesen Mietwagen mit Hamburger Kennzeichen.

Das hat die ermittelnde Arnsberger Staatsanwältin Sandra Müller-Steinhauer auf Anfrage bestätigt.  Mordkommission und Staatsanwaltschaft müssen sich nach dem aktuellen Stand der Dinge darauf einstellen, ein Puzzle aus Indizien zusammenzufügen, wenn sie den Verdächtigen überführen wollen. Der Schwarzafrikaner reagiert auf die Vorwürfe, indem er „seine Einlassungen ändert und der aktuellen Beweislage gegen ihn anpasst“, sagt die Staatsanwältin. Will heißen: Nachdem ihm klar geworden war, dass seine Version vom spätabendlichen Treffen mit Liesa am 16. April in sich zusammen gebrochen war, präsentierte er den Beamten eine neue Schilderung.

Ursprünglich hatte er behauptet, er habe sich mit seiner früheren Freundin zu einer Aussprache getroffen. Danach habe Liesa für ihn einen Kombi angehalten, mit dem er ins Ruhrgebiet getrampt sei (wie berichtet). Das kann definitiv nicht stimmen, wie die Ermittlungen ergaben. Vielmehr spricht vieles dafür, dass der Schwarzafrikaner an jenem Abend des 16. April selbst mit einem Pkw nach Werl oder gezielt nach Westönnen gekommen ist – mit jenem schwarzen VW Polo mit dem Hamburger Kennzeichen HH - NR 7312, der inzwischen sichergestellt wurde.

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Mordverdacht im Fall Liesa Schulte: Ex-Freund verhaftet

Aus ermittlungstaktischen Gründen hält sich die Staatsanwältin zwar mit Details zurück. Aber sie sagt: „In dem Fahrzeug gefundene Spuren deuten darauf hin, dass der Polo nach Verüben eines Gewaltverbrechens gefahren wurde.“ Was konkret dies für Spuren sind, wollte sie nicht näher beschreiben.

Die Ermittler suchen nun händeringend nach Zeugen, die den Schwarzafrikaner am späten Abend des 16. April oder in der Nacht zum 17. April in dem schwarzen VW Polo gesehen haben – im Großraum Werl oder auf dem Weg in seinen Wohnort Essen, wo er am Donnerstag verhaftet wurde. Nebulös ist die Rolle seines Bruders. Der 22-Jährige war schon am Mittwoch wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord festgenommen worden. „Aber das hat sich nicht erhärten lassen“, sagt Sandra Müller-Steinhauer. Folgerichtig sei der Mann wieder auf freiem Fuß; zudem wurde die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihn beantragt. Ob der 22-Jährige in den Vernehmungen konkrete Hinweise auf das von seinem Bruder verübte Gewaltverbrechen gegeben habe, wollte die Staatsanwältin nicht beantworten.

Unterdessen geht die Suche nach Liesa Schulte weiter - eine vor allem für die Familie unfassbar schwierige Situation. Wenn Polizei und Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung vom Donnerstagabend schreiben, „das Tatopfer konnte bislang nicht aufgefunden werden“, ist das ein weiterer Hinweis dafür, dass die Ermittler fest davon ausgehen, dass Liesa nicht mehr lebt. - di

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Quelle: wa.de

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