Mülheimer Brücke und Zoo gesperrt

20-Zentner-Bombe in Köln erfolgreich entschäft

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[Update 17.12 Uhr] Köln - Ein besonders großer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Mittwoch in Köln sicher entschärft worden.  Um 15.53 Uhr haben Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienst die Fliegerbombe unschädlich gemacht.

Zuvor war die größte Evakuierung im Nachkriegs-Köln nötig gewesen: Rund 20 000 Menschen mussten dazu ihre Häuser und Arbeitsstellen verlassen, wie die Stadt mitteilte.

Für Stadt, Polizei, Feuerwehr und alle anderen beteiligten Organisationen sei das "eine große logistische Herausforderung" gewesen, sagte ein Stadtsprecher. Insgesamt waren 800 Einsatzkräfte im Dienst.

"Die Evakuierung und Entschärfung sind optimal verlaufen", sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters nach der Entwarnung. Aufgrund der Größe und Sprengkraft des 20 Zentner schweren Blindgängers wurde das Gebiet in einem Radius von einem Kilometer rund um den Fundort geräumt. Seit dem Morgen wurden Anwohner in den Stadtteilen Riehl und Mülheim von Mitarbeitern des Ordnungsamtes aufgefordert, ihre Wohnungen zu räumen.

"Wir machen insgesamt drei Rundgänge, damit wir sicher sein können, dass niemand mehr im Haus ist", sagte Heribert Büth vom Ordnungsamt. Bei der ersten Kontrollrunde verließen zwei Bewohner das Sperrgebiets erst, als die Polizei den Kontrolleuren zu Hilfe kam.

140 Rettungswagen im Einsatz

140 Rettungswagen brachten Pflegebedürftige in Krankenhäuser.

Betroffen waren neben einer Jugendherberge und dem höchsten Wohnhaus Deutschlands auch 1100 Bewohner des größten Senioren- und Behindertenzentrums der Stadt. 600 besonders Pflegebedürftige wurden mit 140 Rettungswagen in mehrere Krankenhäuser gefahren, 300 Bewohner mit Bussen in einen extra hergerichteten Bereich der Messehallen gebracht.

Dort konnten sie sich bis zum Ende der Entschärfung aufhalten. Einige von ihnen sahen den Ausflug als willkommene Abwechslung: "Wir machen uns einen schönen Tag", sagte die 77-jährige Elfriede Ruthe. Für die anderen Anwohner der betroffenen Stadtteile hatte die Stadt drei Anlaufstellen eingerichtet.

Schulen blieben geschlossen

Schulen in dem Evakuierungsgebiet blieben am Mittwoch geschlossen, ebenso der Zoo. "Wir sperren die Tiere in ihre Innengehege, möglichst weit weg von Glasscheiben", sagte Zoo-Chef Theo Pagel. So sollen sie bei einer möglichen Detonation von Glassplittern geschützt sein.

Nachdem alle Häuser geräumt waren, wurde das Gebiet noch einmal von einem Hubschrauber überflogen. Die umliegenden Straßen wurden gesperrt, der Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr eingestellt. Schließlich konnten die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst die beiden Zünder aus der amerikanischen Bombe lösen.

Die Straßensperrungen wurden nach und nach aufgehoben, die Anwohner konnten in ihre Wohnung zurückkehren. Der Rücktransport der Bewohner des Seniorenzentrums sollte bis in die späten Abendstunden dauern.

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Bombenentschärfungen in NRW

Immer wieder müssen Experten der Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen ausrücken, um Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Köln ist besonders häufig betroffen. Wo sorgten Blindgänger noch für Aufregung?

- Im Juli 2014 werden auf dem Gelände der Kölner Universität zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Teile der Universität und das angrenzende Wohngebäude werden evakuiert. Etwa 6.000 Studenten, Uni-Mitarbeiter sowie Anwohner sind betroffen.

- Ebenfalls im Juli müssen in Köln 10.000 Menschen evakuiert werden, als auf den Rheinwiesen eine 20 Zentner schwere Bombe entschärft wird. Auch die 1.300 Bewohner eines Senioren- und Pflegezentrums sind betroffen, außerdem eine Jugendherberge und das höchste Wohnhaus Deutschlands.

- Nur eine gute Woche später wird eine Zehn-Zentner-Bombe auf dem Grundstück eines Seniorenzentrums im Kölner Stadtteil Riehl entschärft. 7.800 Menschen im Radius von 400 Metern müssen ihre Wohnung verlassen, darunter erneut die Bewohner des Seniorenzentrums.

- Ende November 2014 wird in Dortmund eine mit 1,5 Tonnen Sprengstoff gefüllte Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Knapp 17.000 Menschen werden in Sicherheit gebracht.

- Im Oktober 2014 wird in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Für die Entschärfung der zehn Zentner schweren Bombe müssen der Flughafenbahnhof, die Autobahn 44 und die Bahnstrecke von Düsseldorf nach Duisburg gesperrt werden. 4.000 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen.

- Ende August 2014 werden in Herne wegen zwei Bombenentschärfungen 10.000 Menschen evakuiert. Die Autobahnen 42 und 43 sowie der Hauptbahnhof Wanne-Eickel werden gesperrt. Bei den beiden Blindgängern handelt es sich um eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine mit besonders hoher Sprengkraft und eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe. - lnw

Quelle: wa.de

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