Wassermassen hinterlassen Krater

Komplizierte Bergung in NRW: Riesiges Erdloch verschluckte Tanklaster nach Hochwasser

Bundeswehrsoldaten bauen Behelfsbrücke auf Speditionsgelände
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Wegen des Hochwassers ist in Essen im Ruhrgebiet ein Tanklaster in ein riesiges Erdloch gestürzt.

Durch das Unwetter hat sich der Deilbach im Ruhrgebiet plötzlich zu einem reißenden Fluss entwickelt. Ein kompletter Lkw wurde verschluckt und sackte in ein tiefes Erdloch.

Essen – Das Unwetter „Bernd“ hat in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen* zum Teil heftige Spuren hinterlassen. Auch im Ruhrgebiet haben Helfer noch mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen. Auf dem Gelände einer Spedition in Essen hatte sich durch die massiven Wassermassen ein großer Krater im Boden aufgetan, berichtet RUHR24*.

StadtEssen
Einwohner591.032 (2020)
Fläche210,3 km2²

Hochwasser in NRW: Fluss in Essen reißt Boden auf – Tanklaster stürzt 20 Meter in die Tiefe

Wo vorher ein Platz auf dem Speditionsgelände im Essener Stadtteil Kupferdreh war, gab es am Donnerstag (15. Juli) plötzlich nur noch ein riesiges Erdloch zu sehen. Darin versunken war ein Tanklaster, das Wasser an der Stelle hatte so hoch gestanden, dass der Lkw fast komplett abgetaucht war. Wegen des Hochwassers sind derzeit in NRW immer noch fünf Seen gesperrt*.

Doch wie konnte es zu dem massiven Erdriss auf dem Gelände an der Prinz-Friedrich-Straße in Essen überhaupt kommen? Der Grund für das Erdloch war laut den Angaben der Stadt der Deilbach. Er ist ein Nebenfluss der Ruhr und verläuft unterirdisch unter dem Gelände entlang. Durch das Hochwasser hatte der kleine Fluss eine enorme Flut entwickelt, die den Boden dort komplett aufgeweicht und schließlich zu großen Teilen weggespült hat (weitere News aus dem Ruhrgebiet* bei RUHR24 lesen).

Die Folge: Unterirdisch bildete sich ein großer Hohlraum, der dann eingestürzt ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Tanklaster auf dem Platz gestanden – der Lkw wurde rund 20 Meter tief in das Erdloch mitgerissen.

Überflutung: Krater in Essen (NRW) verschluckt Lkw – Bundeswehr hilft

Der Fahrer des Lasters kam wohl mit einem Schrecken davon. Wie der WDR berichtet, war er zu dem Zeitpunkt, als sein Lkw in den Krater stürzte, gerade zur Toilette gegangen. Seinen Hund konnte man ebenfalls vom Beifahrersitz retten.

Nur mit viel Aufwand konnte der Tanklaster aus dem Erdloch in Essen geborgen werden.

Die Bergung des Lasters gestaltete sich als schwierig. Am Wochenende rückte deshalb zunächst die Bundeswehr in Essen an. Mehrere Soldaten halfen dabei, eine 30 Meter lange Hilfsbrücke zu bauen, teilte die Stadt mit. Denn die Spedition sollte schnellstmöglich weiterarbeiten. Sie beliefert aktuell unter anderem Hochwasser-Gebiete mit dringend benötigtem Trinkwasser.

Essen (NRW): Komplizierte Bergung – großes Erdloch wird erstmal bleiben

Am Mittwoch (21. Juli), also gut eine Woche nach Entstehung des riesigen Erdlochs, stand endlich die Bergung des Tanklasters an. Hierzu wurde laut den Angaben der Stadt eine Spezialfirma beauftragt. Mit deren Hilfe ist es gelungen, erst den Tankauflieger und anschließend die Zugmaschine des Lkw aus dem 20 Meter tiefen Krater zu hieven.

Video: Armin Laschet: So viel zahlt NRW an die Hochwasser-Opfer

Aktuell steht nicht fest, wann das durch das Hochwasser entstandene Loch wieder aufgefüllt werden kann. Immerhin: Der Wasserstand des Deilbachs sinkt weiter, wie die Stadt mitteilt. In den kommenden Tagen sollen zunächst die Schäden an der Betonröhre untersucht werden, durch die der Fluss auf einer Länge von 500 Metern unter dem Gewerbegebiet fließt. Erst danach könne über das weitere Vorgehen entschieden werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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