Erster Frau in NRW droht Sicherungsverwahrung

DÜSSELDORF - Die nordrhein-westfälische Justiz steht vor einem Novum. Erstmals in der Geschichte des Landes soll eine Frau in die Sicherungsverwahrung.

Das sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die Entscheidung der Justiz, die noch durch eine Beschwerde gekippt werden kann, stellt das Ministerium vor ein Problem: "Es gibt noch keinen Ort für ihre Unterbringung", sagte Justizsprecher Peter Marchlewski.

Die Zeit drängt, denn die Sicherungsverwahrung soll bereits in rund fünf Wochen beginnen. Im Ministerium werden diverse Optionen geprüft, über die man noch nicht sprechen möchte. "Wir bemühen uns um eine wirtschaftliche Lösung, die den Rechten der Betroffenen gerecht wird", sagte Marchlewski.

Die 56-Jährige hat zwei Menschen getötet. Zweimal wurde sie dafür wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. 16 Jahre und 6 Monate ihres Lebens hat sie bislang hinter Gittern verbracht. Bei der zweiten Tat hatte die Frau ihre Lebenspartnerin umgebracht. Mit der Verurteilung hatte das Gericht die Wiederholungstäterin als gefährlich für die Allgemeinheit eingestuft und die Sicherungsverwahrung angeordnet.

Die Strafvollstreckungskammer in Krefeld hatte die Anordnung am 23. August zum Ende der Strafhaft bestätigt. Der Anwalt der 56-Jährigen hat dagegen allerdings Beschwerde eingelegt, über die noch das Oberlandesgericht in Düsseldorf befinden muss. In anderen Bundesländern befinden sich bereits Frauen in der Sicherungsverwahrung. - lnw

Quelle: wa.de

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