Rätselraten nach Mord an Bandido

[UPDATE] BOTTROP/ESSEN -Ob die verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels ein weiteres blutiges Kapitel aufgeschlagen haben, ist noch unklar. Die Ermittler suchen fieberhaft nach Hintergründen für den tödlichen Schuss auf einen Bandido. In Berlin machte die Polizei unterdessen eine Razzia.

Der Mord an einem Rocker im Ruhrgebiet gibt der Polizei noch Rätsel auf. Am Dienstagmorgen hatte ein Unbekannter einen Schuss auf das Mitglied der Rockergruppe Bandidos abgegegeben und den 49-Jährigen getötet. Das Projektil traf den Mann in den Oberkörper. Aus welcher Entfernung der Schuss abgefeuert wurde, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte Staatsanwalt Marcus Schütz am Mittwoch in Essen. Einen Selbstmord schließt er aber aus. Ob der Täter aus den Reihen der rivalisierenden Hells Angels stammt, ist aber noch völlig offen.

Gegen die Hells Angels ging die Polizei in Berlin zeitgleich mit einer Großrazzia vor. Das Ergebnis blieb aber dünn. Die Rocker waren offenbar gewarnt.

Hans B. war nach Angaben der Ermittler einfaches Mitglied der Bandidos ohne Führungsrolle im Chapter Dinslaken im Nachbarkreis Wesel. Er starb noch am Tatort, einer Straße durch ein Waldstück in Bottrop (Kreis Recklinghausen). Als Rettungskräfte eintrafen, war der Rocker schon nicht mehr ansprechbar.

Die Maschine vom Typ Harley Davidson war ordentlich am Straßenstand auf dem Seitenständer abgestellt. Unklar ist deshalb, ob sich der Bandido mit jemandem getroffen hatte oder angehalten wurde. In der Vergangenheit waren immer wieder Mitglieder der verfeindeten Bandidos und der Hells Angels aneinandergeraten.

Bis tief in die Nacht hatten Ermittler noch nach Spuren gesucht. Die Mordkommission habe Beweise gesichert und ausgewertet, sagte ein Polizeisprecher in Recklinghausen.

In Berlin ging die Polizei unterdessen mit einer Großrazzia gegen die gewalttätige Rockerszene vor. Dort war zuvor die einflussreichste Hauptstadt-Gruppe der Hells Angels, die Hells Angels Berlin City, verboten worden. Zusammen mit Spezialeinsatzkommandos aus anderen Bundesländern durchsuchten 550 Polizisten Vereinslokale und etwa 30 verdächtige Wohnungen. Unter anderem wurden Messer und Motorräder beschlagnahmt. Da Informationen über den Einsatz vorab durchsickerten, waren die Rocker vorbereitet.

In den vergangenen Tagen hatte es in Norddeutschland schon großangelegte Aktionen gegen Rocker gegeben. Rund 1200 Beamte durchsuchten dabei in Kiel, Hannover und Hamburg Bordelle, Kneipen und Wohnungen.  - lnw

Quelle: wa.de

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