Nach zwei Vollsperrungen

Umgekippter Gefahrgut-Waggon wieder auf Gleis

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[UPDATE 18 Uhr] DÜSSELDORF -  60 ausgefallene, 35 umgeleitete, 332 verspätete Züge - und das allein am Dienstag. Der Güterzug-Unfall in Düsseldorf hat den Bahnfahrplan kräftig durcheinandergebracht. Und zur Bergung eines umgekippten Gefahrgut-Waggons folgte noch eine zweite Vollsperrung.

Die vielbefahrene Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und dem Ruhrgebiet ist zur Bergung eines umgekippten Gefahrgut-Waggons ein zweites Mal voll gesperrt worden. Pendler bekamen es erneut mit Behinderungen mitten im Berufsverkehr zu tun. Bereits am Dienstagabend war der Bahnfahrplan kräftig durcheinandergeraten, nachdem fünf mit dem gefährlichen Stoff Propylen beladene Kesselwagen aus dem Gleis gesprungen waren.

Einer der Waggons kippte um. Er wurde am späten Mittwochnachmittag aufgerichtet. Dazu wurde die Strecke zwischen Düsseldorf und Duisburg, die auch bundesweit im Bahnnetz von großer Bedeutung ist, erneut für kurze Zeit abgeriegelt. Weder Regional- noch Fernverkehrszüge konnten den Abschnitt für rund 45 Minuten passieren. Ein 500-Tonnen-Autokran und ein Schienenkran der Bahn waren im Einsatz, um den Waggon wieder aufs Gleis zu bringen, wie der Düsseldorfer Feuerwehrsprecher Heinz Engels sagte. Später sollte noch der Rest der 50-Tonnen-Ladung Propylen abgepumpt werden.

Zigtausende Pendler dürften schon am Dienstag Mühe gehabt haben, nach dem Güterzug-Unfall zum Feierabend nach Hause zu kommen. Die Feuerwehr war von hoher Brand- und Explosionsgefahr ausgegangen, falls das Gas Propylen aus dem Kesselwagen austreten würde. Das geschah nicht, aber vorsichtshalber wurde die Unfallstelle gesperrt. Akute Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Feuerwehr-Angaben nicht. Wie es zu dem Unfall kam, ist weiter unklar. Die Bundespolizei ermittelt.

Am Morgen konnten Pendler zunächst aufatmen: Vier von sechs Gleisen wurden in der Nacht auf Mittwoch wieder freigegeben, so dass der morgendliche Berufsverkehr weitgehend planmäßig verlief. Arbeitern gelang es, vier der Waggons mit Hilfe hydraulischer Heber wieder aufs Gleis zu bringen, wie Engels erläuterte. Feuerwehrleute pumpten aus dem fünften entgleisten Waggon - dem umgekippten - einen Großteil der Propylen-Ladung bereits im Laufe des Morgens ab.

Mit Messungen hatte die Feuerwehr am Dienstag überwacht, ob Gas ausgetreten war. Die Kesselwagen hielten aber dicht. Ansonsten hätten rund 1200 Menschen in der Umgebung in Sicherheit gebracht werden müssen, wie der Feuerwehrsprecher sagte. Unterstützung bekam die Düsseldorfer Feuerwehr von Experten mehrerer Chemie-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen - telefonisch, aber einige von ihnen eilten auch zur Unfallstelle.

Wie ein Bahnsprecher bilanzierte, fielen allein am Dienstag 60 Züge durch den Unfall ganz aus, davon etwa die Hälfte im Fernverkehr. 35 Züge wurden umgeleitet und 332 Züge hatten teils erhebliche Verspätungen. Zahlen zu den Auswirkungen der erneuten Sperrung konnte der Bahnsprecher zunächst nicht nennen. "Die Züge des Fern- und Nahverkehrs fahren wieder weitgehend planmäßig", hieß es in einer Mitteilung. Allerdings blieb der S-Bahnhof Düsseldorf-Derendorf aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. - lnw

Quelle: wa.de

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