Übung von Spezialeinheit auf Severinbrücke hat Nachspiel 

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Mit Hilfe eines Hubschraubers machten die Beamten eine Höhenübung. Diese war allerdings nur inszeniert.

Köln - Das spektakuläre Auftauchen einer Polizei-Spezialeinheit auf der Spitze der Kölner Severinsbrücke hat ein Nachspiel.

Einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge gibt es inzwischen Hinweise, dass es sich eher um die aufwendige Inszenierung eines Abschiedsfotos für den ehemaligen Chef der Spezialeinheiten gehandelt haben könnte.

Das NRW-Innenministerium forderte umgehend einen Bericht vom Kölner Polizeipräsidium an. "Wir gehen davon aus, dass der Kölner Polizeipräsident den Fall sorgfältig untersucht", sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag.

Erste Hinweise erst kürzlich

Auch der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers reagierte: Er habe vor wenigen Tagen erstmalig den Hinweis erhalten, "dass die Übung eine unzulässige Verquickung von persönlichen und dienstlichen Interessen gewesen sein könnte, um ein Abschiedsfoto für den ehemaligen Leiter der Spezialeinheiten zu fertigen", teilte er am Donnerstag mit.

Aus diesem Grund habe er seinen Stellvertreter "als neutrale Person mit der objektiven Aufklärung des Sachverhalts beauftragt", erklärt Albers. Nach Informationen der "Rheinischen Post" weist die "Übung" einige Auffälligkeiten auf: So hätten sich Polizisten geweigert, den Gipfel der Brücke zu erklimmen, als sie vom eigentlichen Grund der "Übung" erfahren hätten. Außerdem existiere ein Foto, das eine kleine Gruppe Führungskräfte der Spezialeinheiten auf der Spitze der Brücke zeige.

Hubschrauber für solche Aktionen ungeeignet

Zudem sei der verwendete Hubschrauber, Flugpreis geschätzte 50 Euro pro Minute, nicht für Höheneinsätze ausgerüstet und geeignet. Für eine spektakuläre Perspektive war er allerdings ausreichend: Aus dem Helikopter heraus sei die Aufnahme entstanden, bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Quelle: wa.de

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