In Südfrankreich

Flugzeugabsturz: 150 Tote - Schüler aus NRW an Bord

[UPDATE] DÜSSELDORF/PARIS - Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist ein Airbus 320 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt. Es soll sich dabei um eine Maschine der Lufthansa-Tochter Germanwings handeln. An Bord waren 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.  

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NRW-Live-Ticker zum Nachlesen

15.26 Uhr: Wir beenden unseren NRW-Ticker zum Absturz an dieser Stelle. Alle weiteren Infos finden Sie HIER.

15.24 Uhr: In der abgestürzten Germanwings-Maschine waren nach ersten Angaben der Airline 67 deutsche Staatsbürger. Das sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann am Dienstag in Köln. Die Zahl könne sich noch ändern.

Wichtige Links:

- Tagesschau Live-Stream

- www.germanwings.de

Hotline für Betroffene:

Flughafen Düsseldorf:

Tel. 0800/77 66 350

Auswärtiges Amt:

Tel. 030/5000 3000

Germanwings:

Tel. 0800/1133 5577

15.16 Uhr: Doch kein Notsignal: Die Besatzung der in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine hat entgegen erster Angaben kein Notsignal abgesetzt. "Die Besatzung hat kein 'mayday' gesandt", stellte die französische Luftfahrtbehörde DGAC am Dienstag in Paris klar. Vielmehr habe die Luftraumkontrolle beschlossen, Alarm zu schlagen, nachdem es keinerlei Kontakt mehr zu der Besatzung und dem Flugzeug gegeben habe. Zuvor hatten die DGAC und Verkehrs-Staatssekretär Alain Vidalies erklärt, von der Maschine sei um 10.47 Uhr ein Notsignal gesandt worden.

15.06 Uhr: Germanwings bei der Pressekonferenz: Das Flugzeug hat um 10.01 Uhr den Flughafen in Barcelona verlassen. An Bord waren 144 Passagiere (davon zwei Babys), zwei Piloten, vier Flugbegleiter. Um 10.45 Uhr hat das Flugzeug die normale Flughöhe von 38.000 Fuß verlassen und befand sich dann acht Minuten im Sinkflug. Vom französischen Radar verschwand das Flugzeug um 10.53 Uhr. Als die Maschine eine Höhe von 6.000 Fuß erreicht hatte, riss der Kontakt ab. Der letzte Routine-Check wurde am Montag in Düsseldorf durch die Lufthansa-Techniker durchgeführt. Der A320 hatte bereits über 6.000 Flugstunden absolviert.

14.48 Uhr: Ein Augenzeuge hat die abgestürzte Germanwings-Maschine kurz vor dem Absturz beobachtet. Der Mitarbeiter eines Sägewerks in der Ortschaft Prads sagte der Zeitung "La Provence": "Ich habe nicht viel gesehen, vielleicht nur zwei oder drei Sekunden lang. Das Flugzeug flog sehr tief, vielleicht auf 1500 oder 2000 Meter Höhe. Das war sehr beeindruckend, man hatte den Eindruck, dass es im Sinkflug ist. Ich habe mir gesagt: 'Das Flugzeug wird es niemals über die Berge schaffen.' Ein besonderes Geräusch habe ich nicht wahrgenommen."

14.40 Uhr: Die Stadt Haltern vermutet, dass Schüler aus dem westfälischen Ort an Bord waren. "Wir müssen davon ausgehen", sagte ein Stadtsprecher nach einem Gespräch mit der Polizei. Eine Bestätigung fehle aber noch. Die Schüler seien zu einem Austausch in der Nähe von Barcelona gewesen. Nach Informationen der Haltener Zeitung schickte Schulleiter Ulrich Wessel alle Schüler nach Hause. Seelsorger und Notärzte seien an der Schule, ein Krisenstab wurde eingerichtet.

14.38 Uhr: Die Ursache für den Absturz wird nach Ansicht eines Branchenexperten erst in einigen Wochen endgültig geklärt sein. "Ich denke, dass es einen Monat dauert, bis wir Genaueres über die Unfallursache wissen", sagte Luftfahrt-Analyst Thomas Saquer. "Vielleicht geht es etwas schneller, wenn man die Blackbox direkt findet." Wartungsmängel bei der Maschine der Lufthansa-Tochter hält Saquer für unwahrscheinlich: "Da macht die Lufthansa keinen Unterschied zwischen den Fliegern der Mutter und denen der Tochtergesellschaft." Für Europas größte Fluggesellschaft sei der Absturz wahrscheinlich der schwerste Unfall ihrer Geschichte.

14.37 Uhr: Verschiedene Medien zeigen erste Fotos von der Absturzstelle. Es ist nicht klar, ob es sich um aktuelle Fotos handelt oder um einen Fake:

14.35 Uhr: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fährt am morgigen Mittwoch zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Unglücksstelle: "Wir empfinden große Trauer", sagt die Kanzlerin.

14.31 Uhr: Nach ersten Gerüchten sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums aus Haltern unter den Opfern den Flugzeugunglücks.  

14.24 Uhr: Die Fluggesellschaft Germanwings hat nach dem Absturz einer ihrer Maschinen rasche Hilfe angekündigt. „Germanwings wird alle Kräfte aufbieten, um allen Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen und ihnen ihr schweres Schicksal zu erleichtern, so gut es irgend geht“, sagte Geschäftsführer Oliver Wagner am Dienstag. „Das Geschehene tut uns unendlich leid.“

14.13 Uhr: Der Absturz soll französischen Medien zufolge nicht von schlechtem Wetter ausgelöst worden sein. Das Wetter sei ruhig gewesen, berichtete die Zeitung „Le Monde“ unter Berufung auf die Wetterdienste „La Chaîne Météo“ und „Météo France“. „Die Bedingungen waren sogar optimal mit trockenem Wetter und komplett freiem Himmel am ganzen Vormittag“, hieß es am Dienstagnachmittag auf der Webseite von „La Chaîne Météo“. Der Wind sei schwach gewesen und es habe keine gefährlichen Wolken gegeben.

14.09 Uhr: „Wir sind alle schockiert.“ Das war einer der ersten Sätze der kurzen Erklärung von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zum Absturz der Germanwings-Maschine über Frankreich. Da der Zielflughafen Düsseldorf war, herrsche besondere Betroffenheit, sprach die Regierungschefin am Dienstagmittag Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten der vermutlich 150 Opfer des Unglücks ihr Mitgefühl aus. Es verbiete sich zu diesem Zeitpunkt, Mutmaßungen über die Ursache des Absturzes anzustellen. Bisher gebe es noch keine verlässlichen Angaben über die Herkunft der Opfer. Sie werde mit dem französischen Präsidenten François Hollande telefonieren, kündigte Kraft an. Die übliche Kabinettsitzung fiel aus, stattdessen eilten der Innen- und der Verkehrsminister, Ralf Jäger und Michael Groschek (beide SPD), zum Krisenstab, der am Düsseldorfer Flughafen eingerichtet worden ist. „Wir befinden uns in einer besonders schwierigen Situation“, ließ die Regierungschefin große Anteilnahme erkennen.

14.00 Uhr: Laut der französischen Regierung gibt es keine Überlebenden.

13.55 Uhr: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat sich schockiert über den Absturz geäußert. "In Gedanken sind wir bei den angehörigen Freunden und Familien der Opfer", sagte sie.

13.39 Uhr: Deutsche Lufthansa: "Wir müssen leider bestätigen, dass Flug 4U9525 auf dem Flug von BCN nach DUS über den französischen Alpen verunglückt ist. Es handelt sich um ein Flugzeug vom Typ A320. An Bord waren 144 Passagiere und 6 Crew-Mitglieder."

13.35 Uhr: Der Flughafen Düsseldorf gibt um ca. 14.00 Uhr ein Statement zum Absturz der Germanwings-Maschine ab.

13.31 Uhr: Im spanischen Fernsehen ist auch von zwei Babys an Bord die Rede. Die Kanzlerin hat für den Nachmittag alle Termine abgesagt und will sich öffentlich äußern. Bei dem Unglück handelt es sich um die schwerste Flugzeugkatastrophe seit Juli 2000. 113 Menschen, darunter 97 Deutsche, starben bei einem Absturz der Air-France-Concorde. 

13.22 Uhr: Die Nachricht vom Absturz des Germanwings-Flugs über Frankreich hat bei Angehörigen am Flughafen Düsseldorf Trauer und Entsetzen ausgelöst. An der VIP-Lounge, die der Flughafen für Angehörige und Seelsorger zur Verfügung gestellt hatte, kamen Angehörige mit völlig verweinten Augen an. Auf Fragen von Reportern reagierten sie nicht.

13.14 Uhr: Wie eine der größten spanischen Zeitungen (El Pais) berichtet, handelt es sich bei dem Absturzort konkret um die Stadt Prads-Haute-Bléone. Das Notsignal wurde durch die Piloten um 10.47 Uhr abgesetzt berichtet das französische Transportministerium. Der Flug sei um 9.55 Uhr in Barcelona gestartet.

13.10 Uhr: Unter den Opfern sind mindestens 42 Spanier. Das wurde nun offiziell bestätigt. Auf der Passagierliste des Flugzeugs stünden 45 Reisende mit spanischen Nachnamen, teilte die spanische Vizeregierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría am Dienstag mit.

Die wichtigsten Fakten zum Germanwings-Absturz

- Um 10.47 Uhr ist hat die Germanwings-Maschine mit der Flugnummer 4U 9525 ein Notsignal gesendet.

- Der 24 Jahre alte Airbus A320 ist ersten Erkenntnissen zufolge auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf im Bergmassiv Trois Evêches im Département Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt.

- Die 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder sind offiziellen Berichten zufolge alle tot.

- Die Germanwings-Maschine ist zuletzt auf einer Höhe von 6800 Fuß (ca. 2072 Meter) registriert worden. Für einen Absturz aus dieser Höhe müssen laut eines Experten gravierende technische Probleme aufgetreten sein.

- Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab und eine Hotline für Angehörige (030/5000-3000) eingerichtet.

12.56 Uhr: Die Absturzstelle des Airbus A320 im Süden Frankreichs befindet sich in schwer zugänglichem Gebiet. Präsident François Hollande sagte in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung, die Absturzstelle sei nur schwer zugänglich. Berichten zufolge handelt es sich um das Bergmassiv Les Trois Evêchés im Südosten Frankreichs. Die Stelle könne vermutlich nur mit Hubschraubern und zu Fuß erreicht werden, sagte ein Bergführer dem Sender BFMTV.

12.48 Uhr: Am Flughafen Düsseldorf sind nach dem Flugzeugabsturz kaum wartende Angehörige vor dem Germanwings-Schalter zu sehen. Nach Angaben von Mitarbeitern waren sie bereits in einen von der Öffentlichkeit abgeschirmten Bereich geleitet worden. Notfallseelsorger standen bereit. An den Anzeigetafeln war der Germanwings-Flug mit der Nummer 4U9525 aus Barcelona noch ausgewiesen, jedoch ohne nähere Hinweise. In der Ankunftshalle herrschte ansonsten normaler Betrieb, viele Passagiere hätten von dem Absturz noch gar nichts mitbekommen, berichtete eine dpa-Reporterin. Ähnlich ist die Situation in Barcelona. Auch dort wurde ein Krisenstab eingerichtet.

12.45 Uhr: Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Dienstag in Berlin, das Auswärtige Amt stehe "in engstem Kontakt" zu den französischen Behörden. Zu möglichen deutschen Todesopfern machte er zunächst keine Angaben. Er sagte: "Dazu kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen."

Unter der Rufnummer 030 -5000 3000 richtete das Auswärtige Amt eine Krisen-Telefonnummer ein.

12.44 Uhr: Auch die Webseite des Düsseldorfer Flughafens ist wegen der großen Informations-Nachfrage zusammengebrochen.

12.37 Uhr: "Wir wissen noch nicht genau, was mit Flug 4U 9525 geschehen ist. Mein tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden unserer Passagiere und Crews von 4U 9525. Wenn sich die Befürchtungen bestätigen sollten, ist dies ist ein schwarzer Tag für Lufthansa. Wir hoffen Überlebende finden zu können.", sagt der Vorstandsvorsitzende der deutschen Lufthansa AG Carsten Spohr.

12.31 Uhr: Die Lufthansamaschine wurde 1991 ausgeliefert, das Flugzeug ist demnach rund 24 Jahre alt. Der Unglücksort liegt in den französische Schneealpen in einer Höhe von 2000 Meter. Die Bergungsmaßnahmen werden schwierig.

12.29 Uhr: Laut AFP sollen die Piloten einen Notruf abgesetzt haben.

12.26 Uhr: Laut der französischen Regierung hat es wahrscheinlich viele deutsche Opfer gegeben. Es sei "möglich, dass es viele deutsche Opfer gebe", zitierte die Zeitung "Le Figaro" den Präsidenten.

12.24 Uhr: Der französische Fernsehsender Europe1 berichtet, dass zahlreiche Helikopter und Polizeiwagen der französischen Polizei auf dem Weg zum Unfallort sind. Die Absturzregion befindet sich circa 100 Kilometer nordwestlich von Nizza.

12.20 Uhr: Die Webseite der Lufthansa-Tochter Germanwings ist nicht mehr erreichbar. Vermutlich sind die Server unter der großen Nachfrage zusammengebrochen.

12.19 Uhr: Die EU-Kommission hat sich zu dem Absturz einer Germanwings-Maschine in Südfrankreich geäußert. EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte: "Unsere Gedanken sind bei den Menschen an Bord und ihren Angehörigen."

12.14 Uhr: Noch gibt es "keine gesicherten eigenen Informationen". Das teilte die Lufthansa-Tochter über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Sobald bestätigte Einzelheiten verfügbar sind, informieren wir die Medien unverzüglich."

12.12 Uhr: Beim Absturz des Airbus A320 hat es nach Regierungsangaben vermutlich keine Überlebenden gegeben. Das sagte Präsident François Hollande am Dienstag in Paris. Außerdem sei Innenminister Bernard Cazeneuve auf dem Weg zum Unfallort, sagt Premier Manuel Valls „Le Figaro“ zufolge.

12.11 Uhr: Die Sinkgeschwindigkeit des A320 soll laut Angaben des Flugradars 3584 Fuß pro Minute betragen haben. Die Maschine sei gegen 11.20 Uhr vom Radar verschwunden.

12.08 Uhr: Frankreichs Premier befürchtet bis zu 150 Tote. Die Unfallursache ist noch unklar.

12.05 Uhr: Die Flugnummer der Absturz-Maschine soll die 4U9525 gewesen sein. Laut Europe1 sind zudem auch zwei Helikopter zur Absturzstelle der Germangwings-Maschine unterwegs.

Das Innenministerium in Paris bestätigt, dass Trümmer des Flugzeuges gefunden worden.

12.04 Uhr: Laut "La Provence" sollen Einsatzkräfte bereits auf dem Weg zur Absturzstelle sein. Die Bergung der Germanwings könnte jedoch schwierig verlaufen, da das Flugzeug in einer bergigen Region im Département Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt ist. Der "Focus" berichtet zudem, dass das Flugzeug bereits gegen 11.15 Uhr von den Radarschirmen verschwunden sein soll.

12.04 Uhr: Das Unglück habe sich in der Region von Barcelonnette in den südlichen Alpen ereignet, verlautete aus den französischen Sicherheitskreisen. Die Deutsche Flugsicherung hat den Absturz der Germanwings-Maschine bereits bestätigt.

Infos zum Flug:

Bei dem in Frankreich abgestürzten Airbus A320 handelt es sich nach Angaben der Deutschen Flugsicherung um eine Germanwings-Maschine. Die Maschine sei auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf gewesen, teilte die Flugsicherung mit. 144 Passagiere waren demnach an Bord. Zur Absturzursache hätten die französischen Kollegen zunächst nichts mitgeteilt, sagte ein Sprecher. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren außerdem sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Absturzort sei in der Nähe Barcelonnette im Département Alpes-de-Haute-Provence, berichtete AFP. Es seien Trümmerteile gefunden worden. Der Flug 4U9525 sollte bereits um 9.35 starten. Mit rund 25 Minuten Verspätung startete der Flug in Richtung Düsseldorf - dort sollte das Flugzeug um 11.55 Uhr landen.

Die aktuelle Zusammenfassung

Beim Absturz einer Germanwings-Maschine auf dem Weg nach Düsseldorf sind in Südfrankreich wahrscheinlich alle 150 Menschen an Bord getötet worden. Das Flugzeug vom Typ A320 flog am Dienstag von Barcelona nach Düsseldorf. "Es gibt keinen Überlebenden", zitierte die Zeitung "Le Figaro" den französischen Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies. Es sei "möglich, dass es viele deutsche Opfer" gebe, sagte Präsident Präsident François Hollande laut "Le Figaro". An Bord waren laut Germanwings 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder.

Am Flughafen Düsseldorf löste die Nachricht vom Absturz Schock, Entsetzen und Trauer aus. An der VIP-Lounge, die der Flughafen für Angehörige und Seelsorger zur Verfügung stellte, kamen Angehörige mit völlig verweinten Augen an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich tief erschüttert. Merkel habe alle Termine abgesagt und halte sich über die Entwicklung auf dem Laufenden, teilte die Bundesregierung mit. Merkel habe bereits mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy telefoniert.

Unter den Opfern sind nach Angaben der Madrider Regierung auch viele Spanier. Auf der Passagierliste des Flugzeugs stünden 45 Reisende mit spanischen Nachnamen. Es habe gegen 10.47 Uhr ein Notsignal gegeben, sagte der französische Verkehrsstaatssekretär. Das Signal habe gezeigt, dass das Flugzeug auf 5000 Fuß und in einer "unnormalen Situation" gewesen sei. Kurz darauf sei die Maschine im Estrop-Massiv rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza abgestürzt. "Das ist eine Region, in der Schnee liegt und die für Fahrzeuge nicht erreichbar ist, aber die mit Hubschraubern überflogen wurde." Die Nahrichtenagentur AFP berichtete, Gendarmerie-Hubschrauber hätten Trümmerteile entdeckt.

Dem Online-Dienst Flightradar24 zufolge hätte der Airbus mit der Flugnummer 4U9525 laut der ursprünglichen Planung um 10.55 Uhr in Düsseldorf landen sollen. Er sei nahe dem südfranzösischen Ort Digne im Département Alpes-de-Haute-Provence abgestürzt. Die Maschine sei mit einer Geschwindigkeit von 3000 bis 4000 Fuß - etwa 900 bis 1200 Meter - pro Minute heruntergegangen - das sei vergleichbar mit dem Standard bei Landeanflügen.

Die Bundesregierung und das Luftfahrtbundesamt richteten einen Krisenstab ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, das Auswärtige Amt stehe "in engstem Kontakt" zu den französischen Behörden. Zu möglichen deutschen Todesopfern machte er zunächst keine Angaben. Steinmeier sagte: "In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei all denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Passagieren oder Besatzungsmitgliedern sind." Unter der Rufnummer 030/50003000 richtete das AA auch eine Krisen-Telefonnummer ein.

Der Flugzeughersteller Airbus will so schnell wie möglich die Situation analysieren. "Wir sind informiert worden und tun alles, um die Situation zu analysieren", sagte eine Airbus-Sprecherin. "Sobald wir mehr Informationen haben, machen wir das bekannt."

Französische Kommentatoren sprachen vom schwersten Flugunglück in Frankreich seit dem Concorde-Absturz am 25. Juli 2000. Auf dem Air-France-Flug 4590 war das Überschallflugzeug damals kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles de Gaulle abgestürzt, wobei alle 109 Insassen sowie vier Menschen am Boden ums Leben kamen. 96 deutsche Passagiere und ein deutsches Crew-Mitglied waren darunter. Der Airbus A320 ist das erfolgreichste Airbus-Modell. Von dem Mittelstrecken-Jet sind weltweit fast 3700 Maschinen im Einsatz. Die jetzt abgestürzte Airbus-Maschine war mehr als 24 Jahre alt. Nach Informationen der Website Airfleets.net wurde die Maschine vom Typ A320 am 6. Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert. Zwischenzeitlich war der Jet mit 147 Sitzplätzen und der Kennung D-AIPX unter dem Städtenamen "Mannheim" unterwegs. Ihren Jungfernflug hatte sie am 29. November 1990.

Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG. Gemeinsam mit der Flotte der Lufthansa-Tochter Eurowings soll sie künftig Direktverkehre in ganz Europa anbieten.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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