Wetter bremst auch Straßenbau

NRW: Eiersuche bei Schneeschauern

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An Ostern erwarten Meteorologen Schneeschauer.

BOCHUM/GELSENKIRCHEN - Der lange Winter plagt nicht nur all jene, die zu Ostern vergeblich auf Frühling gehofft hatten. Auch die Straßenwärter haben genug vom Frost: Der Winterdienst geht ins Geld, und Straßenbaustellen kommen ins Stocken.

Für den Osterspaziergang sollte man Mütze und Schal dabei haben: In Nordrhein-Westfalen bleibt es an diesem Wochenende bei überwiegend grauem Wolkenhimmel und einzelnen Schneeschauern. "Dabei gibt es maximal fünf bis sechs Grad, und zwar an der Rheinschiene, im westlichen Ruhrgebiet und am Niederrhein", sagte am Freitag Meteorologe Andreas Neuen vom Wetterdienst Meteomedia in Bochum. Andernorts in NRW zeigt das Thermometer an diesem Samstag höchstens drei Grad an. "Am Sonntag sind die Temperaturen ähnlich."

 Die Sonne macht sich über die Feiertage rar. Bis Sonntag sei hier und da mit Schneeschauern zu rechnen, sagte der Meteorologe. Am Montag, Dienstag und Mittwoch bleibe es dann trocken - bei vielen Wolken. Wärmer soll es laut Neuen mit drei bis sechs Grad aber nicht werden. "Nachts ist mit leichtem Frost zu rechnen", kündigte er an.

Vergeblich auf Besserung hoffen auch die Straßenwärter in Nordrhein-Westfalen. Schon jetzt schlagen die Kosten für den Winterdienst auf Autobahnen und Landesstraßen überdurchschnittlich zu Buche.

Nach Angaben von Straßen.NRW lagen die Ausgaben für Streusalz, Winterdienst-Personal und Räumfahrzeuge in diesem Jahr bei über 30 Millionen Euro - etwa ein Drittel mehr als üblich, sagte Andreas Roth, Sprecher des Landesbetriebs. Insgesamt benötigten die Straßenwärter in diesem Winter rund 170.000 Tonnen Streusalz. "Wir haben noch reichlich Salz. Was das betrifft, dürfte der Winter noch einige Zeit andauern", so Roth.

So wurde auch die nationale Streusalzreserve des Bundes bisher nicht benötigt, wie es vom Bundesverkehrsministerium hieß. Im münsterländischen Saerbeck lagern 60.000 Tonnen Streusalz und in Bülstringen in Sachsen-Anhalt 40.000 Tonnen - im Wert von insgesamt neun Millionen Euro. Der Bund hatte die Reserve nach dem strengen Winter 2010/11 angelegt, als deutschlandweit das Streusalz knapp geworden war.

Auch Andreas Roth sehnt zweistellige Temperaturen und trockenes Wetter herbei. Denn der lange Winter bringt auch Arbeiten auf den Straßenbaustellen ins Stocken. "Bestimmte Arbeiten können wir bei diesen Temperaturen nicht durchführen", erläuterte Roth. "Kollegen, die Straßenmarkierungen aufbringen wollen, berichten, dass ihnen die Farbe am Pinsel gefriert und sie nicht auf dem Untergrund haftet. Für Asphaltarbeiten oder bestimmte Betonarbeiten benötigen wir höhere Temperaturen." So ruhen aufgrund des Wetters zurzeit die Arbeiten für das neue Autobahnkreuz bei Bochum-Stahlhausen. "Damit wollten wir Ende des Jahres fertig sein", so Roth. Dieser Termin sei nun nicht mehr einzuhalten. "Da kommt uns ein weiterer Winter dazwischen."

Wegen der Kälte sind in NRW nach wie vor viele Brunnen außer Betrieb. In Düsseldorf laufen zu Ostern gerade einmal zwei der 47 städtisch betreuten Brunnen, davon einer an der mondänen Königsallee. - dpa

Quelle: wa.de

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