Verkehrssünde mit Nachspiel: Duisburgs Alt-OB fährt ohne Führerschein

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Duisburgs Alt-Oberbürgermeister Josef Krings (SPD)

DUISBURG - Erst Fahrerflucht, dann zweimal ohne Führerschein am Steuer: Die Verkehrssünden von Duisburgs Alt-OB sorgen mitten im Kommunalwahlkampf für Aufregung. Weil jetzt erst herauskam, dass er mehrfach aufgefallen ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Duisburgs Alt-Oberbürgermeister Josef Krings (SPD) muss nach mehreren Verkehrssünden binnen eines Jahres mit einer Strafe rechnen. Im März war er zum zweiten Mal ohne Führerschein am Steuer erwischt worden. Obwohl das Verfahren zunächst eingestellt worden war, seien die Ermittlungen gegen den 87-Jährigen wieder aufgenommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch am Mittwoch. Mehrere Medien hatten zuvor über die Vorfälle berichtet.

Vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Unfallflucht: Der 87-Jährige war im Sommer 2013 gegen eine Laterne gefahren und hatte den Schaden nicht unmittelbar gemeldet. Das Verfahren sei gegen Auflage einer Geldbuße von 1000 Euro eingestellt worden. Außerdem gab Krings freiwillig seinen Führerschein ab. Im Januar sei er dann ohne Fahrerlaubnis hinter dem Steuer erwischt worden. Das Verfahren wurde abermals gegen Bußgeld eingestellt.

Schon im März hielt die Polizei den führerscheinlosen Alt-OB erneut in seinem Auto an. Jetzt wurde ein Verfahren ganz ohne Zahlungen eingestellt - offenbar in Unkenntnis der beiden anderen Fälle. "Deswegen werden wir das jetzt überprüfen und überlegen, wie man unter Berücksichtigung der Vorgeschichte entscheidet", sagte der Sprecher.

Von 1975 bis 1997 war Krings Oberbürgermeister der von Kohle- und Stahlkrise gebeutelten Stadt. Auf SPD-Wahlplakaten vor der Kommunalwahl wirbt der beliebte Duisburger, ein Urgestein der Ruhr-SPD, zur Zeit Seite an Seite mit dem derzeitigen Oberbürgermeister Sören Link. Einen Zusammenhang zwischen dem milden Umgang mit der dritten Verkehrssünde und dem Kommunalwahlkampf sieht Oberstaatsanwalt Nowotsch jedoch nicht.

Krings beteuert, er habe sich nur aufgrund einer Ausnahmesituation ans Steuer gesetzt. "Mein Fahrrad steht vor der Tür. Das nutze ich normalerweise". Im Wahlkampf, so vermutet Krings, suchten politische Gegner gerne nach Schmutzgeschichten. Gleichzeitig betonte er: "Ich habe einen Fehler gemacht, zu dem ich jetzt stehen muss." - dpa

Quelle: wa.de

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