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„Stilles Unwetter“: Warnung vor Dürre-Sommer mit Folgen für NRW

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Von: Daniel Schinzig

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Kommt es im Sommer 2022 zu einer Jahrhundert-Dürre? Meteorologen befürchten eine extreme Trockenheit. In NRW könnte es schwere Folgen geben.

Hamm - In der zweiten Juli-Hälfte sollen in Deutschland Rekord-Temperaturen erreicht werden. Manche Wetter-Modelle gehen davon aus, dass in einigen Orten sogar bis zu 40 Grad möglich sind. Doch das ist gar nicht das größte Problem: Viele Experten blicken besorgt auf den ausbleibenden Regen und die Trockenheit. Sogar von einer Jahrhundert-Dürre ist die Rede. Gerade in NRW könnte das krasse Auswirkungen haben.

Jahrhundert-Dürre: Warnung vor Trocken-Sommer - Auswirkungen in NRW

Schon seit dem Frühjahr ist in Europa eine starke Trockenheit von den Klimatologen des Deutschen Wetterdiensts (DWD) verzeichnet worden. Das hatte teilweise extreme Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie auf Wasserstände und Wassernutzung. Im Sommer soll sich diese Situation nicht bessern.

Speziell für Deutschland sagt Diplom-Meteorologe Karsten Brandt im Gespräch mit der Bild: „In den nächsten drei Wochen wird es keinen nennenswerten Regen geben.“ Der Experte hält es sogar für möglich, dass wir gerade in einer Jahrhundert-Dürre stecken. „Im Vergleich zur Flutkatastrophe im Vorjahr droht uns jetzt ein stilles Unwetter.“

Ein Szenario, an das man sich im schlimmsten Fall gewöhnen muss. In einer Klimastudie vom DWD zur Trockenheit in Europa wird davon ausgegangen, dass trockene Sommer zumindest in Teilen von Europa zukünftig ganz normal sein werden. Je nach Ausmaß der globalen Erwärmung würden die Niederschläge im Mittelmeerraum abnehmen. Die Gefahr für Dürre-Perioden in Mittel- und Westeuropa wird immer größer.

Jahrhundert-Dürre: Experte warnt vor krassem Szenario für NRW

Klimaforscher Mojib Latif sieht für NRW in diesem Zusammenhang eine besonders einschneidende Auswirkung: Der Rhein könnte austrocknen. „Das ist für mich absolut real, weil die Temperaturen weiter steigen werden“, sagt er im Gespräch mit dem Kölner-Stadtanzeiger. „Extrem heiße Temperaturen, eine hohe Verdunstung und keine Niederschläge. Dann kann das ziemlich schnell passieren, dass wir zu Fuß durch den Rhein gehen können.“ Der Experte ist der Meinung, dass dazu lediglich eine „Omega Wetterlage“ notwendig ist, sprich ein stabiles Hochdruckgebiet.

Trotz der Dürre-Problematik: Auch die auf uns zukommende Hitzewelle bringt große Gefahren mit sich. Karl Lauterbach beispielsweise warnt auf Twitter: „Diese Hitzewelle könnte viele Todesopfer bringen.“ Laut dem Bundesgesundheitsminister sollte man frühst möglich damit beginnen, ältere und kranke Menschen vor den kommenden Extrem-Temperaturen zu schützen und zum Beispiel Vorräte an Getränken besorgen und erreichbar sein.

Bevor die Hitzewelle kommt, steht erst einmal etwas anderes an: Der größte Supermond des Jahres ist schon bald zu sehen.

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