Düren scheitert mit Verfassungsklage - Inden darf vom See träumen

+
Der Braunkohletagebau Inden. Die Stadt Düren ist mit einer Verfassungsklage gegen einen riesigen künstlichen See vor der Haustür gescheitert.

MÜNSTER/DÜREN - Die Stadt Düren ist mit einer Verfassungsklage gegen einen riesigen künstlichen See vor der Haustür gescheitert. Der Verfassungsgerichtshof in Münster entschied gestern zugunsten der Landesregierung.

Das Land NRW habe durchaus das Recht gehabt, frühere Planungen abzuändern, um Wasser statt Erdreich in das Braunkohle-Tagebauloch Inden II füllen zu lassen.

Es dauert noch lange 44 Jahre. Trotzdem scheint Inden seinem Wunsch-See mit dem Urteil aus Münster nähergekommen. Die rheinische Gemeinde will diesen See unbedingt: Elf Quadratkilometer groß, 180 Meter tief – dort, wo jetzt noch gigantische Bagger Braunkohle schürfen. Es wäre der größte in Nordrhein-Westfalen. Weil das für Landratten so unvorstellbar groß ist, nennen sie ihn „Indeschen Ozean“.

Die Nachbarstadt Düren sieht sich durch den See eingeschränkt und nach Norden abgeschnitten, hat vor dem Verfassungsgerichtshof geklagt und nach dem gestern ergangenen Urteil verloren. Der See darf kommen. Die Änderung des Braunkohlenplans, die ursprünglich die Verfüllung mit Erde vorsah, verstoße nicht gegen Recht und verletze auch nicht die kommunale Planungshoheit, befanden die Richter.Die Verfüllung mit Erde war schon beschlossene Sache. Da konnte die Gemeinde Inden zum Erstaunen vieler das Ruder noch einmal herumreißen. Der Braunkohlenplan wurde geändert. Dass bald nach dem Indesee, nur durch eine sechs Kilometer breite Landzunge getrennt, der zweite und dann mit 40 Quadratkilometern wirklich gigantische Tagebausee Hambach entstehen soll, kümmert den Indener Bürgermeister Ulrich Schuster (parteilos) nicht. Bis dahin habe sich Inden als See-Gemeinde längst etabliert. Er streckt dem Gegner nach dem Urteil die Hand aus. Er wünscht sich, dass die Stadt mit der Region zusammen an einem Strang zieht. Als Oberzentrum sei die Stadt ein wichtiger Partner.Mit dem Urteil werde nicht plötzlich alles anders, macht der Dürener Oberbürgermeister Paul Larue (CDU) deutlich: „Wir bleiben auf jeden Fall an dem Thema. Unsere Bedenken sind inhaltlich nicht weg.“ Der Anwalt werde prüfen, ob es noch andere juristischen Wege gibt, um den See zu verhindern. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare