Druck auf der Blase: das leidige Thema Inkontinenz

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Blasenschwäche ist nicht nur ein Problem von Senioren. Auch junge Menschen können an Inkontinenz leiden.

Die ständige Suche nach einer Toilette belastet Menschen mit Inkontinenz. Sie verschweigen das Problem aus Scham, ausgelacht zu werden. Dabei handelt sich um eine Krankheit mit guten Therapiemöglichkeiten. Informieren Sie sich hier, welche Symptome und Arten von Inkontinenz es gibt.

Harn, der in der Niere gebildet wird, gelangt über zwei Harnleiter in die Blase. Sie kann im Normalfall zwischen 300 bis 500 Milliliter Urin fassen. Füllt sich die Blase, wird dem Gehirn signalisiert, dass Sie Wasser lassen müssen. Sie suchen eine Toilette auf, der Schließmuskel öffnet sich und die Blase leert sich. Bei Blaseninkontinenz funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Patienten können nicht kontrollieren, wann sie den Urin ablassen. Das drückt auch der Begriff Inkontinenz aus. Er stammt vom lateinischen „incontinentia“ und bezeichnet „das Unvermögen, etwas halten zu können“.

Inkontinenz als Frauen- und Männerproblem

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Blasenschwäche. Frauen erkranken meist an sogenannter Belastungsinkontinenz: Die Muskeln im Beckenboden geben nach und die Schließfunktion lässt nach. Wenn die Patienten lachen oder husten müssen, können Sie das Wasser nicht mehr halten. In extremen Fällen geht Urin bei jeder Bewegung, schon beim Stehen oder sogar im Liegen ab.

Männer quält dagegen häufiger die Dranginkontinenz. Betroffene spüren immer wieder einen plötzlichen, übermäßig starken Harndrang, obwohl die Blase noch gar nicht voll ist. Der Druck ist so stark, dass sie es oft nicht mehr rechtzeitig bis zur nächsten Toilette schaffen. Verschiedene Ursachen kommen dafür infrage: Nervenschäden oder -reizungen, beispielsweise nach Operationen, neurologische Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer oder ständige Reizungen der Blase, zum Beispiel durch eine vergrößerte Prostata oder Blasensteine.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Harninkontinenz. Aber auch junge Menschen erkranken daran zum Beispiel nach einer Schwangerschaft und Entbindung oder nach Unfällen und Operationen.

Inkontinenz ist eine Krankheit

Inkontinenz ist ein intimes und unangenehmes Problem. Viele Betroffene trauen sich deshalb nicht, in der Sprechstunde davon zu erzählen. Stattdessen leiden sie im Stillen und versuchen, alleine zurecht zu kommen. Informieren Sie sich über die Krankheit und scheuen Sie sich nicht zum Arzt zu gehen.

Dieser findet heraus, um welche Form von Inkontinenz es sich handelt. Er versucht, der Ursache auf den Grund zu gehen, um die individuell passende Therapie zu finden. Sie müssen sich nicht mit Ihrer Blasenschwäche abfinden. Es gibt verschiedene effektive Behandlungsmethoden von Gymnastikübungen und autogenem Training über Medikamente bis hin zur Operation. Damit lässt sich die Inkontinenz aufhalten oder sogar vollständig in den Griff bekommen.

Quelle: wa.de

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