Es droht ein Frühjahr der Schlaglöcher

Ein Loch ist in der Straße...

WESTFALEN ▪ Das Tauwetter wird es an den Tag bringen: Nach dem Frost droht der Schlagloch-Frust. Vor allem Gemeindestraßen seien in teilweise erbärmlichem Zustand, beklagte gestern der ADAC. „Das Problem rührt aus der chronischen Unterfinanzierung der kommunalen Straßen“, so ADAC-Sprecher Andreas Hölzl gegenüber unserer Zeitung. Nach Einschätzung des Verkehrsclubs fehlten Städten und Gemeinden mindestens drei Milliarden Euro jährlich zur Instandhaltung. Schon nach dem vergangenen strengen Winter seien die Frostschäden nicht ausreichend beseitigt worden, und das räche sich jetzt natürlich.

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) geht von einem Schlaglochdesaster im kommenden Frühjahr aus. DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sieht die Finanzierungslücke beim Straßenbau sogar bei fünf Milliarden Euro jährlich. Fünf Milliarden, das ist auch die Summe, die Städte und Gemeinden derzeit jährlich für den Straßenbau ausgeben. „Wir bräuchten aber eigentlich das Doppelte, um die Straßen in dem Zustand zu erhalten, dass die Infrastruktur nicht verfällt“, so Landsberg.

Für den Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW) steht derzeit die Aufrechterhaltung des Winterdienstes deutlich im Vordergrund. Für eine Winterschädenbilanz der heimischen Bundesautobahnen, Bundes- und Landstraßen sei es derzeit noch zu früh, so Straßen.NRW-Sprecher Bernd A. Löchter. Seriöse Betrachtungen hält Löchter frühestens ab März für möglich. Natürlich reagierten die Mitarbeiter des Landesbetriebs, wenn Schlaglöcher die Verkehrssicherheit zu gefährden drohen. Es werde dann mit Kaltasphalt gestopft. „Das hält aber nicht ewig“, so Löchter.

Während die Lage an der „Salzfront“ laut Straßen.NRW weiterhin angespannt ist, drohen jetzt auch noch massive Engpässe bei Enteisungsmitteln für Flugzeuge. Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant wird voraussichtlich vom 1. bis 4. Januar die Produktion unterbrechen müssen, wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag sagte. Grund seien Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Glykol, einem Grundstoff der Enteisungsmittel, Ursache sei die derzeit hohe Nachfrage.

Lutz Kämpfe

Quelle: wa.de

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