Drogenkonsum bei jungen Deutschen besorgniserregend

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Europaweit hat jeder 15. Erwachsene 2009 Cannabis konsumiert. ▪

BERLIN/HAMM ▪ Der Drogenkonsum von jungen Deutschen ist weiter besorgniserregend. Fast jeder Zehnte der 18- bis 39-Jährigen hat im vergangenen Jahr mindestens einmal eine illegale Droge genommen. Dies geht aus dem Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) hervor, der gestern in Berlin vorgestellt wurde.

Rauschgift sei ein „Phänomen der Jugend“, heißt es dort. Am weitesten verbreitet ist bei den 18- bis 39-Jährigen Cannabis. Europaweit hat jeder 15. Erwachsene 2009 Cannabis genommen, wie der Direktor der Europäischen Beratungsstelle, Wolfgang Götz, berichtete. Mehr als ein Prozent der Erwachsenen konsumierten nahezu täglich.

Die Zahl der Kokainkonsumenten bleibt in Deutschland weiterhin vergleichsweise niedrig: 1,6 Prozent nahmen 2009 Kokain. In anderen europäischen Ländern steigt der Konsum hingegen an: Vier Millionen Europäer konsumierten die Droge, sagte Götz, darunter vor allem junge Männer in Spanien, Großbritannien und Italien. Kokain verbreite sich dabei von sozial besser gestellten Schichten hin zu eher ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen. „2009 starben geschätzte 1000 Europäer an den Folgen des Kokainkonsums“, sagte Götz.

„In Deutschland ist Kokain noch immer vor allem eine Droge für Menschen mit einem gewissen Leistungsdenken“, erläuterte Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. In anderen europäischen Ländern seien die Preise für diese Droge gefallen, in Deutschland jedoch stabil geblieben. Belege dafür, dass sich die typische Drogenkarriere geändert habe, gebe es nicht, sagte Bartsch. In Deutschland kamen 1331 Menschen durch illegale Drogen ums Leben – im Vergleich zu 2008 ein Rückgang um acht Prozent.

Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans forderte, die Verbreitung neuer synthetischer Drogen aufmerksam zu beobachten und warnte vor sogenannten „Legal Highs“, die im Internet vertrieben würden und nicht verboten seien. Wolfgang Götz sieht daher noch viel Arbeit im Kampf gegen die Drogen: „Wir sind von einer Entwarnung weit entfernt. ▪ dh

Quelle: wa.de

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