Raubzüge in voller Fahrt

Dreiste Autobahndiebe entern Paket-Laster

DORTMUND - Eine halsbrecherische Masche beschäftigt derzeit die Polizei in NRW: In voller Fahrt entern Unbekannte Paket-Laster und werfen die Kartons auf die Straße. Etwa 50 solcher Fälle von „Truck Robbery“ hat es alleine in NRW in den vergangenen Monaten registriert. Beim Polizeipräsidium Dortmund wird jetzt eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Es klingt wie eine Szene aus einem Action-Film: Ein Pkw fährt auf der Autobahn bis auf kurze Distanz an einen Paket-Laster heran. Zwei Pkw-Insassen krabbeln aus dem Schiebdach, einer legt sich bäuchlings auf die Motorhaube und öffnet die Türen zur Ladefläche, der andere hält ihn dabei an den Füßen fest. Dann entern sie die Ladefläche und werfen die Pakete aus dem Lkw – in Baustellen oder Kurven an den Straßenrand oder direkt in das Fahrzeug des Komplizen.

Vorzugsweise greifen die Täter zu handlichen, wertvollen Paketen mit Handys und Notebooks. Der Lkw- Fahrer bekommt davon nichts mit, und auch der nachfolgende Verkehr sieht von dem Beutezug nichts. Ein größerer Wagen fährt ganz hinten und verdeckt so das Geschehen. „Etwa 50 solcher Fälle hat es in letzter Zeit in Nordrhein-Westfalen gegeben“, sagt Cornelia Weigandt, Pressesprecherin der Polizei in Dortmund. Dort wird jetzt eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich der Fälle annehmen soll. Ganz neu ist die Masche nicht. Sowohl in anderen europäischen Ländern als auch in den USA sei „Truck Robbery“ schon länger bekannt. „Neu ist, dass wir nun auch in NRW damit zu tun haben“, sagt Weigandt.

Opfer der Masche sollen Medienberichten zufolge zwei internationale Paketdienste sein. Diese starten mit ihren Wagen hauptsächlich an drei verschiedenen Logistik-Zentren, eines liegt im Ruhrgebiet in Duisburg, zwei im Rheinland, in Köln und in Hürth. Die Polizei, so heißt es, geht davon aus, dass es sich um eine spezialisierte Bande handelt. Fraglich ist, ob die Verbrecher möglicherweise schon vor ihren Raubzügen über die lukrativsten Ladungen Bescheid wissen. So werde auch geprüft, ob die Kriminellen über Insiderwissen aus den Logistik-Zentren verfügen.

Die Vorgehensweise ist brandgefährlich, und dennoch nehmen die Kriminellen das Risiko in Kauf. Denn das Verbrechen ist lukrativ: Der Wert der bisherigen Beute wird mit weit mehr als 200 000 Euro angegeben. - Sandra Oehlschläger

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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