Drei Kinder erstochen: Prozessbeginn in Dortmund

DORTMUND - Drei Kinder barg die Feuerwehr Anfang August aus einer brennenden Wohnung - zwei waren da bereits tot, das dritte starb wenig später im Krankenhaus. Am Freitag muss sich die 29-jährige Lebensgefährtin des Vaters wegen schwerer Brandstiftung und  Mord vor dem Schwurgericht verantworten.

Dichter Rauch quoll Anfang August aus einer Wohnung in der Dortmunder Nordstadt, als die Feuerwehr eintraf. Was zunächst aussah wie ein Routineeinsatz, entpuppte sich schnell als Tragödie. Zwei Kinder konnten nur noch tot geborgen werden, ein weiteres starb kurz darauf im Krankenhaus. Schnell wurde damals klar: Die vier, zehn und zwölf Jahre alten Geschwister wurden keine Opfer des Feuers, sondern einer blutigen Gewalttat. Von diesem Freitag, 1. Februar, an muss sich nun die Lebensgefährtin des Vaters vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat die 29-Jährige wegen dreifachen Mordes und schwerer Brandstiftung angeklagt. Die Behörde geht davon aus, dass die Frau die Kinder zunächst mit einem Medikament betäubt und anschließend im Schlaf erstochen hat, um mit ihrem Lebensgefährten eine eigene Familie zu gründen.

In der Brandnacht war die Frau mit blutenden Wunden an der Hand in einer türkischen Teestube aufgetaucht, in der ihr Freund saß. Die 29-Jährige erzählte, sie sei in einem Park überfallen und mit einem Messer verletzt worden. Doch ihr Lebensgefährte (41) wurde misstrauisch und wollte nur noch nach Hause. Die beiden fuhren zur Wohnung, die bereits in Brand stand. Die Feuerwehr war da schon alarmiert. Nur wenig später machten Feuerwehrleute den grausigen Fund.

Im Prozess wird die Angeklagte aller Voraussicht nach zunächst keine Angaben machen. "Das ist so abgesprochen", sagte ihr Verteidiger Matthias Meier aus Dortmund im Gespräch mit der dpa. Das Dortmunder Schwurgericht hat für den Prozess zunächst neun Verhandlungstage bis zum 10. April angesetzt. -dpa

Quelle: wa.de

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