Drei Kinder erstochen - Angeklagte schweigt

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Tatort des Geschehens: Durch den Brand im Mietshaus waren auch andere Bewohner in Gefahr

DORTMUND - Unter großem Medienandrang hat am Freitag vor dem Dortmunder Schwurgericht der Prozess um einen dreifachen Kindermord begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 29-jährigen Angeklagten vor, am 3. August die drei Kinder ihres Lebensgefährten erstochen zu haben, um mit dem Mann eine eigene Familie gründen zu können. Anschließend soll sie die Wohnung angezündet haben.

Zu Prozessbeginn machte die Frau keine Aussage. Laut Gericht droht ihr neben einer Verurteilung wegen Mordes und Brandstiftung außerdem eine Bestrafung wegen siebenfachen versuchten Mordes. Mit dem Feuer habe sie auch die übrigen Hausbewohner in Lebensgefahr gebracht.

Beim Prozessauftakt am Freitag vor dem Dortmunder Landgericht schwieg die 29-Jährige.

"Ihr Ziel war es, die sie störenden Kinder aus dem Weg zu räumen, um mit ihrem Lebensgefährten eine eigene Familie gründen zu können", heißt es in der Anklageschrift von Staatsanwältin Barbara Cuntze. Die 29-Jährige war noch am Tattag ins Visier der Ermittler geraten. Unter anderem sollen an ihrer Kleidung Blutspuren von den vier, zehn und zwölf Jahre alten Kindern gefunden worden sein. Die Kinder hatten ihre leibliche Mutter schon vor einigen Jahren verloren.

Der Vater der drei toten Kinder verfolgte den Prozessauftakt ohne äußere Regung. Er soll am nächsten Verhandlungstag (22. Februar) als Zeuge aussagen und von der Beziehung zu der Angeklagten berichten. Nachbarn hatten schon kurz nach der Bluttat erzählt, zwischen den Kindern und der Angeklagten habe es häufig Probleme gegeben. Einer der Streitgründe sei die bulgarische Herkunft der Frau gewesen.

Das Gericht kündigte am Freitag an, neben den Vorwürfen Mord und Brandstiftung auch einen möglichen siebenfachen Mordversuch prüfen zu wollen. Mit der Brandstiftung könnte die Angeklagte außerdem den Tod der sieben übrigen Hausbewohner in Kauf genommen haben.

Verteidiger Matthias Meier erwartet einen langen und schwierigen Indizienprozess. "Es gibt sicherlich einige Ungereimtheiten", sagte er mit Blick auf die Anklageschrift. Details wollte er allerdings noch nicht verraten. -dpa

-dpa/lnw

Quelle: wa.de

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