Drama im Zoo

Ausgebrochener Tiger tötet Pflegerin

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Ein Retrtungswagen steht im Zoologischen Garten von Köln, nachdem ein Tiger eine Pflegerin getötet hat.

KÖLN - Drama im Kölner Zoo: Am Samstagmittag brach ein Tiger aus seinem Gehege aus und verwundete eine Tierpflegerin so schwer, dass diese starb. Der Zoo musste evakuiert werden.

Todesdrama im Kölner Zoo: Ein Tiger hat am Samstag eine Pflegerin getötet und ist anschließend erschossen worden. Der Zoodirektor tötete das flüchtende Raubtier mit einem Gewehr, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dapd sagte. Nach ersten Erkenntnissen war eine Sicherheitsschleuse geöffnet, durch die der Tiger entkommen konnte. Er griff die 43-jährige Pflegerin an und verletzte sie tödlich. Danach waren Besucher in Gefahr. Der Zoo wurde evakuiert.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Das Tier wurde in einem angrenzenden Wirtschaftsgebäude erlegt. "Der Zoodirektor hatte die richtigen Waffen dafür", sagte der Polizeisprecher. Die Polizei habe mit den üblichen Dienstpistolen nicht viel anrichten können. "Das hätte den Tiger nicht gekratzt."

ARCHIV: Die Amur-Tiger (Panthera tigris altaica) Hanya (r.) und Altai gehen in Köln im Zoo nebeneinander (Foto vom 08.03.12).

Das Wirtschaftsgebäude sei für Besucher nicht freigegeben gewesen. Allerdings hätte das Raubtier durch ein Fenster weiter fliehen können. Der Zoodirektor Theo Pagel zielte von einem Dach und traf das Tier tödlich. "Das ist der schwärzeste Tag in meinem Leben", sagte er der Tageszeitung "Express".

Der Kölner Zoo wurde 1860 gegründet und zählt damit zu den ältesten Tierparks in Deutschland. Auf einer Fläche von rund 20 Hektar werden rund 10.000 Tiere aus mehr als 750 verschiedenen Arten gehalten. Pro Jahr werden 1,4 Millionen Besucher gezählt. Erst Anfang August war der 100-millionste Besucher begrüßt worden.

Im März war in dem Zoo ein Gepard über eine Gitterabsperrung gesprungen und aus seinem Gehege geflohen. Das Tier konnte in der Flamingoanlage wieder eingefangen werden. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Weitere Angriffe in Deutschland

Immer wieder kommt es zu gefährlichen Zwischenfällen in Zoos. Ende 2009 attackierte ein weißer bengalischer Tiger im Tierpark Aschersleben (Sachsen-Anhalt) eine Pflegerin und verletzte sie schwer. Bei der Reinigung des Geheges war das Gitter offen gelassen worden. Das Tier griff die Pflegerin von hinten an, packte sie am Hals und zerrte sie ins Freie. Ein mutiger Mitarbeiter konnte das Tier nach dem Angriff im Käfig einsperren und verhinderte Schlimmeres.

Im Osnabrücker Zoo entkam zuletzt ein Wolf gleich zwei Mal innerhalb von vier Wochen. Beim letzten Mal hatte er einen Elektrozaun abgerissen und war aus seinem Gehege gesprungen. Ein Tierpfleger konnte das Tier mit einem Kescher einfangen.

Der Sprecher der Tierschutzorganisation WWF, Jörn Ehlers, sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd, die in Zoos gehaltenen Tiger seien allesamt verhaltensgestört und würden in freier Wildnis nicht überleben. Die Zahl der frei lebenden Tiger wird auf 3.200 geschätzt. Die Einzelgänger durchstreifen große Gebiete nach Nahrung; der Mensch gehöre in der freien Natur nicht zur Beute der Raubkatzen. - dapd

Quelle: wa.de

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