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Dortmund stellt neues Parkleitsystem scharf – mit Bluetooth-Besonderheit

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Von: Daniele Giustolisi

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Dortmund will das Parken in der Innenstadt vereinfachen. Dazu hat die Stadt Millionen Euro in ein neues Parkleitsystem gepumpt. Jetzt wird es scharf gestellt.

Dortmund – Vor allem an den verkehrsreichen Wochenenden und an den verkaufsoffenen Sonntagen könnte das nigelnagelneue Parkleitsystem der Stadt Dortmund für weniger Staus sorgen. Ab dem 31. August werden die neuen Monitore in der Innenstadt scharf gestellt.

StadtDortmund
EinwohnerRund 600.000
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Parken in Dortmund soll durch neues Parkleitsystem einfacher werden – Start am 31. August

Zuvor hatten sich Beobachter gewundert, dass die Monitore schon vorab eingeschaltet waren und anzeigten, dass die Stadt Dortmund ein neues Parkleitsystem errichtet. Die Stadt erklärt dazu in einer Mitteilung: „Für diverse Testreihen im Probebetrieb mussten die Anzeigen eingeschaltet bleiben.“

Dass einzelne Monitore teils an- und wieder ausgingen, sei kein Fehler gewesen, sondern Teil eines umfangreichen Netzwerktests gewesen, teilt das Tiefbauamt der Stadt Dortmund mit.

Neues Dortmunder Parkleitsystem zeigt Woche für Woche mehr Informationen an

Mit Start des neuen Parkleitsystems (Kosten: rund 6,6 Millionen Euro) sollen die großen LED-Anzeigen in der Innenstadt zunächst nur den Weg zu den Parkhäusern anzeigen. Woche für Woche sollen dann weitere Infos zu sehen sein – etwa die Anzahl der verfügbaren Parkplätze.

Für weniger Staus sollen künftig auch Umleitungsempfehlungen sorgen, die auch den Weg um Straßensperrungen weisen. Zudem können die Tafeln auch Hinweise zu besonderen Veranstaltungen geben. Direkt zum Start etwa verweisen die Monitore auf „Stadt nach Acht“, eine Konferenz zum Nachtleben.

Park-and-Ride-Parkplätze sollen für ÖPNV-Nutzer in Dortmund 24 Stunden gratis sein

Für weniger Verkehr in der Dortmunder Innenstadt sollen künftig zudem vier Park-and-Ride-Parkplätze außerhalb der Innenstadt sorgen. Das Parken soll hier 24 Stunden gratis sein, vorausgesetzt, man nutzt den ÖPNV, um in die Stadt zu kommen. Wer nicht mit dem ÖPNV fährt, zahlt 50 Cent die Stunde, bzw. 6 Euro am Tag.

Die Stadt Dortmund stellt ihr neues Parkleitsystem scharf.
Die Stadt Dortmund stellt ihr neues Parkleitsystem scharf. © Tiefbauamt Stadt Dortmund

Die entsprechenden Kassen-Schranken-Systeme sollen hier bis Ende 2022 ihre Arbeit aufnehmen:

Ziel des neuen Dortmunder Parkleitsystems ist es auch, die Innenstadt vor Abgasen zu schützen.

Interessant: Die Monitore nehmen via Bluetooth eine (anonymisierte) Verbindung zu vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmern auf. Erkennt das digitale System dadurch, dass der Weg in die City mit dem Auto langsamer wäre, als mit dem ÖPNV, erscheint auf den LED-Tafeln eine Empfehlung für Autofahrer, auf Bus- und Bahn umzusteigen.

Neue LED-Tafeln verbrauchen weniger, als Tafeln des alten Parkleitsystems in Dortmund

Und wie steht es um den Stromverbrauch des neuen Parkleitsystems? Die Stadt Dortmund betont, dass die genutzte LED-Technik weniger Energie verbrauche, als die alten Tafeln, in denen noch Leuchtstoffröhren steckten.

Das neue Parkleitsystem der Stadt Dortmund soll für weniger Abgase in der Innenstadt sorgen.
Das neue Parkleitsystem der Stadt Dortmund soll für weniger Abgase in der Innenstadt sorgen. © Tiefbauamt Stadt Dortmund

Die Stadt rechnet vor: Verglichen mit dem durchschnittlichen Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie, verbrauche das neue System pro Jahr* etwa so viel Strom wie 24 bis 25 Haushalte pro Jahr.

Ist das nicht ein großer Stromfresser in Zeiten der Energiekrise? Die Stadt weiß um den Verbrauch des neuen Parkleitsystems zwar, verweist gleichzeitig aber darauf, dass durch die intelligente Steuerung des Verkehrs an anderer Stelle eingespart werde: nämlich CO2, NO2 und das Benzin der Autos.

*Ursprünglich hieß es, dass das neue System etwa so viel Strom im Monat verbraucht wie 24 bis 25 Haushalte im Jahr. Diese Information haben wir einer FAQ-Seite der Stadt Dortmund entnommen. Die Stadt selbst hat uns auf ihren Fehler hingewiesen und die Info angepasst.

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