Dortmund hat das Schlimmste hinter sich

Mega-Evakuierung und Bombenentschärfung in Dortmund: Blindgänger entschärft - Anwohner dürfen zurück

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Bombenentschärfer Karl-Friedrich Schröder (l) zeigt mit seinem Team den Zünder einer entschärften Bombe. 

Bombenentschärfung und Evakuierung in Dortmund: Es ist geschafft. Zwei Bomben, die gefunden worden waren, sind entschärft. Im Klinikviertel in Dortmund herrschte Ausnahmezustand. Am Sonntag mussten mehr als 13.000 Anwohner das Gebiet räumen. Auch Kliniken waren betroffen. Es kann noch immer zu Einschränkungen im Bahnverkehr in der Region kommen.

  • Am Sonntag sind im Klinikviertel in Dortmund zwei 250-Kilogramm-Bomben entschärft worden.
  • Dafür mussten im Rahmen einer Mega-Evakuierung mehr als 13.000 Bewohner ihre Wohnungen verlassen - sie dürfen nun zurück
  • Es kam zu Problemen im Bahnverkehr 

Mega-Evakuierung und Bombenentschärfung in Dortmund: Es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der jüngeren Geschichte von Dortmund. Zwei Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg - jeweils 250 Kilogramm schwer - sind am Sonntagnachmittag entschärft worden.

Die beiden entschärften Bomben.

Zunächst hatten Experten noch an zwei weiteren Stellen im Klinikviertel der Innenstadt Bomben vermutet. Dieser Verdacht bestätigte sich aber nicht. 

Bombenentschärfung in Dortmund: So viele Menschen mussten das Klinikviertel verlassen

Fast 14.000 Menschen mussten ihre Wohnungen in Dortmund verlassen - denn alle vier Verdachtspunkte für Bomben lagen im Klinikviertel in Dortmund, an der Beurhausstraße, der Luisenstraße sowie im Kreuzungsbereich Rheinische Straße/Westentor. Bei der Evakuierung wurden alle Gebäude und Einrichtungen, die in einem Radius von 500 Metern um die Verdachtspunkte liegen, geräumt. 

Konkret: Durch die Bomben in Dortmund mussten 13.000 Anwohner, knapp 400 Patienten des Klinikums an der Beurhausstaße verlegt sowie das Johannes-Hospital und die Kinderklinik mit Kinderchirugie evakuiert werden.

Bombenentschärfung in Dortmund: Schutz vor Bombensplittern und Druckwellen durch Container

Bereits am Samstag waren aus den beiden Dortmunder Kliniken Patienten mit Krankenwagen in andere Krankenhäuser verlegt worden. Es waren aber deutlich weniger Kranke als zunächst geplant.

Viele Patienten waren bereits vor dem Wochenende entlassen worden oder konnten in den Teilen der Kliniken bleiben, für die keine Gefahr bestand. Die Klinikgebäude wurden mit Schutzwänden aus Containern vor möglichen Bombensplittern und Druckwellen gesichert.

Bombenentschärfung in Dortmund: An diesen Stellen fanden Experten Bomben

Experten stellten nach relativ reibungslosem Abschluss der Mega-Evakuierung schnell fest: An zwei von vier Verdachtspunkten lagen tatsächlich Bomben: An der Beurhausstraße und an der Luisenstraße in Dortmund.

Bombenentschärfer Karl-Friedrich Schröder (l) steht mit seinem Team auf der Ladefläche des Lkw, auf der die zwei entschärften Bomben lagen.

Wie die Stadt nach der erfolgreichen Entschärfung der Bomben mitteilte, handelte es sich bei der Bombe an der Luisenstraße um eine britische 250-Kilogramm-Bombe. Bei dem Blindgänger an der Beurhausstraße handelte es sich um eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe

Zu den Experten aus dem Team der Bombenentschärfer gehörte nach Berichten des WDR auch Andreas Brümmer aus Rünthe

Bombenentschärfung in Dortmund: Das Evakuierungsgebiet ist wieder freigegeben

Unmittelbar nach der Entschärfung der zweiten Bombe wurde das Evakuierungsgebiet nach Angaben der Stadt wieder freigegeben, die Menschen konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Nur die Durchfahrtssperren direkt an den Kliniken blieben für den Rücktransport der Kranken zunächst bestehen. 

Bombenentschärfung in Dortmund: Probleme im Bahnverkehr

Der Zugverkehr am Dortmunder Hauptbahnhof und der öffentliche Nahverkehr in der Innenstadt wurden am Sonntag zeitweise eingestellt. Auch nach Abschluss der Bombenentschärfung in Dortmund vermeldete die Bahn zunächst via Twitter, dass erst mal weiterhin keine Fernzüge am Dortmunder Hauptbahnhof halten könnten - auch der Halt am Hauptbahnhof in Bochum entfalle weiterhin.

Um 18 Uhr dann die Mitteilung: Der Hauptbahnhof Dortmund wird wieder vom Fernverkehr der Deutschen Bahn angefahren. Jedoch könne es noch zu Zug- und Haltausfällen kommen.

Lesen Sie hier unsere bisherige Berichterstattung, mit der wir am Nachmittag die Bombenentschärfung begleitet haben: 

Update, 17.43 Uhr: Das Klinikum Dortmund hat via Twitter ein Bild geteilt. Darauf zu sehen: Diejenigen, die die Bomben in Dortmund entschärft haben:

Update, 17.36 Uhr: Trotz der Aufhebung des Evakuierungsgebiets in Dortmund halten noch keine Fernverkehrszüge in Dortmund Hauptbahnhof. Auch der Halt Bochum Hauptbahnhof entfällt demnach noch.

Update, 17.10 Uhr: Das Evakuierungsgebiet ist wieder freigegeben. Allerdings gibt es in Dortmund weiterhin Durchfahrtssperren direkt an den Kliniken. Die bleiben für den Rücktransport der Menschen und den Abbau der Container, die zum Schutz vor einer etwaigen Detonation aufgestellt worden waren, bestehen. 

Update, 17.06 Uhr: Der zweite Blindgänger in Dortmund ist entschärft. Laut Stadt Dortmund handelte es sich um eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe. Mit Abschluss der zweiten Entschärfung ist ein Ende der Mega-Evakuierung in Sicht.

Update, 16.19 Uhr: In Dortmund läuft jetzt die Bombenentschärfung Teil zwei - an der Beurhausstraße. 

Unterdessen gewährt die Stadt Dortmund via Twitter auch Einblicke in die Notunterkunft in Scharnhorst:

Update 15.59 Uhr: Auch der Zünder des ersten Blindgängers ist inzwischen gesprengt worden. Jetzt muss die zweite Bombe, die in Dortmund gefunden worden ist, entschärft werden. Das Evakuierungsgebiet bleibt so lange natürlich weiterhin komplett geräumt. 

Update, 15.47 Uhr: Nach Mitteilung der Stadt Dortmund ist der erste der beiden Blindgänger entschärft worden. Die 250-Kilogramm-Bombe lag demnach an der Luisenstraße. Der Detonator müsse noch gesprengt werden, heißt es weiter.

Update, 15.11 Uhr: Eine der beiden Bomben, die heute in Dortmund entschärft werden, soll laut Ruhr Nachrichten im Hof des DRK an der Beurhausstraße liegen. 

Update, 14.50 Uhr: Die Bombenentschärfung in Dortmund beginnt jetzt. Wie die Stadt Dortmund mitteilte, ist die Evakuierung abgeschlossen. Die erste der beiden gefundenen Bomben soll jetzt entschärft werden. Dabei werde es zweimal einen Knall geben. "Den ersten Knall aufgrund von Fernentschärfung mit Raketenklemme, den zweiten Knall aufgrund der Sprengung des Detonators." 

Update, 14.34 Uhr: Die Polizei überprüft derzeit mit einem Hubschrauber, ob die Evakuierung wegen der Bombenentschärfung abgeschlossen ist -  ob wirklich das gesamte Evakuierungsgebiet geräumt ist. Noch hat die Bombenentschärfung demnach nicht begonnen.

Update Sonntag, 12. Januar: In Dortmund ist die Evakuierung wegen der Bombenentschärfung am heutigen Sonntag so gut wie abgeschlossen. Bis 8 Uhr mussten die mehr als 13.000 Bewohner ihre Häuser selbstständig verlassen. Jetzt ist das Gebiet rund um die Kliniken Sperrzone.

Container sollen vor einer möglichen Bombenexplosion schützen. Mitarbeiter des Ordnungsamts haben Kontrollgänge im Sperrgebiet gemacht.

Das Ordnungsamt überzeugte bei Kontrollgängen verbliebene Anwohner, ihre Wohnungen zu verlassen. Aus Sicht der Mitarbeiter seien die Evakuierungsmaßnahmen gut verlaufen, berichtet die dpa. Viele Menschen seien schon gar nicht mehr zuhause gewesen.

Unterdessen hat Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau bekanntgegeben, dass sich der Verdacht bestätigt hat: An zwei Stellen wurden tatsächlich Bomben gefunden. Die müssen jetzt entschärft werden. Wann genau, ist noch nicht bekannt. Die genauen Fundorte sollen aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht werden. So soll verhindert werden, dass Anwohner wieder ins Sperrgebiet zurückkehren.

Einschränkungen im Bahnverkehr in der Region

Seit 12 Uhr ist der Hauptbahnhof Dortmund komplett gesperrt. Kein Zug fährt mehr den Halt an, die Bahnen werden umgeleitet. Auch der Bochumer Hauptbahnhof wird nicht mehr angefahren. Viele Züge enden an den umliegenden Bahnhöfen, wie auch in Hamm. Die Sperrung betrifft dadurch auch Reisende in Hamm.

Die Auswirkungen der Bombenentschärfung in Dortmund sind in der ganzen Region spürbar - wie sich auch am Hauptbahnhof in Hamm zeigte. 

Bereits seit dem Morgen ist der Haupteingang des Dortmunder Hauptbahnhofs gesperrt. Fahrgäste kamen zunächst nur noch über den Nordeingang zu den Zügen. Jetzt ist der gesamte Bahnhof gesperrt.

Die U-Bahnen fahren nach Informationen der Ruhr Nachrichten noch bis 14 Uhr. Erst danach wird die Entschärfung der Bomben beginnen.

Der Haupteingang des Dortmunder Hauptbahnhof ist gesperrt. Seit 12 Uhr fahren keine Züge mehr.

Fast 200  Personen sind nach Angaben der Stadt in der Evakuierungsstelle in der Scharnhorstschule untergekommen. Ehrenamtliche betreuen die Bewohner der Innenstadt. Das Fußballmuseum veranstaltet für sie ein Fußballquiz.

Bereits am Samstag wurden alle Patienten aus den Städtischen Kliniken und dem St. Johannes Hospital evakuiert. Der Transport war bereits am frühen Samstagnachmittag abgeschlossen. Nur vereinzelte Patienten, für die ein Transport zu gefährlich ist, bleiben in einem sicheren Bereich der Klinik. Sie werden von Klinikmitarbeitern betreut, die sich freiwillig gemeldet haben.

1500 Einsatzkräfte und Helfer beteiligt

Rund 1500 Personen – inklusive freiwilliger Helfer – werden laut Spiegel am Wochenende im Einsatz sein. Demnach rechnet die Stadt Dortmund mit Gesamtkosten von mindestens 1,5 Millionen Euro.

Insgesamt 48 RTW transportierten am Samstag 58 Patienten aus dem Johanneshospital und dem Klinikum Dortmund an der Beurhausstraße, dazu kamen 20 Transporte aus Seniorenheimen. Viele waren bereits vor dem Wochenende entlassen worden oder konnten in den Teilen der Kliniken bleiben, für die keine Gefahr besteht. So wie die Frühgeborenenstation.

Bereits seit Freitag, 16 Uhr, sind im Klinikviertel Dortmund Halteverbotszonen eingerichtet worden, damit die Patiententransporte ohne Behinderungen durchgeführt werden können.

Bombenentschärfung in Dortmund: Container als Schutzwände

Überall waren am Samstag die Vorboten der großen Bombenentschärfung zu sehen. In Seitenstraßen waren mit Beton beschwerte Container als Schutzwände gestapelt. Damit sollen die Klinikgebäude vor möglichen Bombensplittern und Druckwellen geschützt werden. Neben den Straßen stehen Plastikabsperrungen und Sandsäcke bereit.

Bombenentschärfung und Evakuierung in Dortmund

Ob an den Verdachtsstellen in der Dortmunder Innenstadt tatsächlich Blindgänger liegen, soll sich am Sonntag herausstellen. Erst wenn die gefährdeten Bereiche menschenleer sind, übernehmen die Kampfmittelräumtrupps. Dann legen sie die Verdachtspunkte frei und können feststellen, ob sie es tatsächlich mit Fliegerbomben oder doch anderen metallischen Gegenständen zu tun haben.

Die Klinikgebäude werden mit Schutzwänden aus Containern vor möglichen Bombensplittern und Druckwellen geschützt.

Nach Luftbildauswertungen und Bohrungen liege die Trefferwahrscheinlichkeit bei etwa 70 Prozent, hatte der zuständige Experte der Bezirksregierung Arnsberg für Gefahrenabwehr, Klaus Bekemeier, erläutert.

Ab Sonntagmittag wird auch der Bahnverkehr im Ruhrgebiet eingeschränkt. Der Fernverkehr wird großräumig umgeleitet. Regionalzüge wenden in größeren Bahnhöfen vor Dortmund oder nehmen ebenfalls Ausweichstrecken.

Bombenentschärfung in Dortmund: Warum gibt es eine Evakuierung?

Im Klinikviertel in Dortmund sind bei der Auswertung von Luftbildern mehrere Verdachtspunkte entdeckt worden. Um zu prüfen, ob sich der Verdacht bestätigt und wirklich Bomben unter der Erde liegen, müssen diese ausgegraben werden. Für eine Bombenentschärfung wird das Klinikviertel deshalb am 12. Januar 2020 geräumt. Zur Evakuierung haben wir die wichtigsten Infos.

Das Klinikviertel in Dortmund wurde aufgrund von Bauprojekten in den vergangenen Monaten auf Bomben untersucht. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg war im Einsatz - und wurde fündig. Es wurde nicht nur eine Bombe entdeckt. Evakuierung nötig: Die Verdachtspunkte weisen auf Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg hin. Eine Evakuierung gibt es am Sonntag.

Bombenentschärfung in Dortmund: Wer ist von der Evakuierung betroffen?

Alle möglichen Bomben liegen im Klinikviertel in Dortmund, an der Beurhausstraße, der Luisenstraße und im Kreuzungsbereich Rheinische Straße/Westentor. Bei der Evakuierung werden alle Gebäude und Einrichtungen, die in einem Radius von 500 Metern um die Verdachtspunkte liegen, geräumt. 

Konkret: Durch die Bomben in Dortmund müssen 13.000 Anwohner, knapp 400 Patienten des Klinikums an der Beurhausstaße verlegt sowie das Johannes-Hospital und die Kinderklinik mit Kinderchirugie evakuiert werden.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Dortmund ist klar geworden: Eine weitere Bombe wurde neben den bekannten Verdachtspunkten  mittlerweile durch Fachleute des Kampfmittelräumdienstes im Bereich des Johanneshospitals lokalisiert. Für den Umfang der Evakuierung ändert sich aber nichts. 

Dieser Bereich des Klinikviertels in Dortmund wird während der Bombenentschärfung am 12. Januar evakuiert.

Bombenentschärfung in Dortmund: Bis wann müssen Anwohner ihre Häuser wegen der Evakuierung verlassen?

Für die Evakuierung hat die Stadt bereits Vorbereitungen getroffen. Sie bittet die Anwohner des Klinikviertels ihre Wohnung und Gebäude vor der Evakuierung am Sonntag, 12. Januar 2020, selbstständig bis 8 Uhr zu verlassen. Dann startet die Evakuierung, Sperr- und Evakuierungsmaßnahmen leiten die Einsatzkräfte ab 8 Uhr ein.

Einen Tag vor der Evakuierung müssen die Patienten der Krankenhäuser und Kliniken in Dortmund ihre Bleibe räumen. Am Samstag, 11. Januar, beginnt die Evakuierung der Städtischen Kliniken und der Johannesklinik. Wegen der Bombe: Die Stadt Dortmund hat eine Liste aller Straßen und Häuser im Klinikviertel veröffentlicht, die von der Evakuierung und Bombenentschärfung betroffen sind. 

Patienten aus den verschiedenen betroffenen Kliniken in werden in Krankenhäuser in Hombruch, Kurl, Hörde und Lünen verlegt. Während der Evakuierung müssen nicht alle Patienten aus den Städtischen Kliniken in Dortmund verlegt werden. Dort wurden sogenannte sichere Räume definiert, in denen sie sich während der Entschärfung aufhalten können. Rund 180 Patienten müssen mit Krankentransporten verlegt werden.

Bombenentschärfung in Dortmund: Wie lang dauert die Evakuierung?

Bislang ist nicht absehbar, wie lang der Kampfmittelräumdienst braucht um jede Bombe zu entschärfen. Die Stadt Dortmund bittet Anwohner des Klinikviertels frühzeitig Besuche bei Familien und Freunden außerhalb des Evakuierungsgebietes zu planen. 

Wie lang die Evakuierung in Dortmund dauert, steht nicht fest. Betroffene müssen auch damit rechnen, über Nacht nicht in ihre Wohnungen zurückzukönnen.

Die Bevölkerung wird gebeten, notwendige Medikamente, Baby- oder Spezialnahrung und Dinge des besonderen Bedarf ausreichend mitzunehmen. Bombe reicht: Um Gefahr zu vermeiden, sollten außerdem elektrische Geräte während der Evakuierung ausgeschaltet, Wasserhähne abgedreht und sämtliche Fenster sowie die Wohnungstür geschlossen werden. Während der Evakuierung müssen auch Haustiere versorgt sein. 

Wer bei der Evakuierung Hilfe benötigt, weil er gehbehindert oder bettlägerig ist, kann telefonisch unter 0231/50-28888 einen Krankentransport in Dortmund anmelden.

Bombenentschärfung in Dortmund: Gibt es Unterkünfte während der Evakuierung?

Während der Bombenentschärfung und Evakuierung kann nicht jeder Betroffene in Dortmund bei Freunden und Verwandten unterkommen. Für diese Betroffenen hat die Stadt eine Evakuierungsstelle in der Gesamtschule Scharnhorst eingerichtet. 

Dort erhalten die evakuierten Anwohner Essen und Getränke, während der Räumdienst die Bomben entschärft. Die Stadt Dortmund weist daraufhin, dass an der Gesamtschule Scharnhorst nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Betroffene sollten deshalb nicht mit dem eigenen Auto anreisen. Bei der Evakuierung müssen außerdem die Zu- und Abfahrtswege der Gesamtschule Scharnhorst für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden.

Außerdem bieten die Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund während der Bombenentschärfung kostenlose Angebote. Von der Bomben-Evakuierung Betroffene müssen dazu ihren Personalausweis vorzeigen. Kostenlosen Eintritt gibt es für einen gewissen Zeitraum bei diesen Einrichtungen: 

  • Dortmunder Zoo: 9 bis 16.30 Uhr 
  • Südbad: 8 bis 12 Uhr
  • Westfalenpark: 10 bis 17 Uhr
  • Pflanzenschauhäuser im Rombergpark: 10 bis 16.30 Uhr

Bombenentschärfung in Dortmund: Wie kommen Betroffene zur Evakuierungsstelle?

Wegen Bombe: Im Evakuierungsbereich des Klinikviertels in Dortmund stehen Busse bereit, die die Betroffenen zur Haltestelle Reinoldiekirche befördern. Von dort können die Evakuierten mit der U-Bahn zur Betreuungsstelle gebracht werden. 

Bombenentschärfung in Dortmund: Wie werden Krankenhäuser und Seniorenheime evakuiert?

Von der Evakuierung und Bombenentschärfung sind auch das Klinikum an der Beurhausstaße, das Johannes-Hospital und die Kinderklinik mit Kinderchirugie betroffen. Noch steht aber nicht fest, ob alle Patienten die Kliniken während der Bombenentschärfung und Evakuierung in Dortmund verlassen müssen. In jedem Einzelfall muss abgewogen werden, ob ein Transport nötig ist. 

Zur Evakuierung werden alle Patienten, die transportfähig sind, in andere Krankenhäuser in der Region gebracht. Während der Evakuierung nimmt auch das Marienhospital in Iserlohn-Letmathe 114 Patienten auf. Die Stadt Dortmund rechnet damit, dass maximal 400 Patienten wegen der Bomben verlegt werden. 

Während der Bombenentschärfung in Dortmund müssen auch die Bewohner mehrerer Seniorenheime verlegt werden. Ab dem 11. Januar 2020 werden die Bewohner des Christinenstift am Eisenmarkt, des Seniorenheims Josefa an der Lange Straße/Heinricht-Schmitz-Platz und eine größere Senioren-Wohngemeinschaft verlegt.

Bombenentschärfung in Dortmund: Welche Auswirkungen hat die Evakuierung auf Bus- und Bahnverkehr?

Ab 8 Uhr sind am 12. Januar 2020 alle im Straßen im betroffenen Bereich des Klinikviertels in Dortmund gesperrt. Einschränkungen gibt's jedoch schon Tage vor der Evakuierung. Ab Freitag, 10. Januar, gilt ab 16 Uhr in mehreren Straßen des Klinikviertel absolutes Halteverbot

Zur Evakuierung will die Stadt will noch Ausweichparkplätze bekanntgeben. Wer während der Bombenentschärfung sein Auto stehen lässt, muss damit rechnen, dass es abgeschleppt wird. 

Betroffen sind folgende Straßen:

  • Alexanderstraße auf der gesamten Länge
  • Amalienstraße von Wilhelmstraße bis Lange Straße
  • Beurhausstraße auf der gesamten Länge
  • Humboldtstraße von Beurhausstraße bis Lange Straße
  • Johannesstraße von Hiltropwall bis Beurhausstraße
  • Josephstraße von Hiltropwall bis Humboldtstraße

Während der Bombenentschärfungwerden außerdem die oben aufgelisteten Straßen zu Einbahnstraßen. Die Beurhausstraße ist während der Evakuierung am 12. Januar nur von Ost nach West (von der Hohen Straße aus) befahrbar. Die Josephstraße kann in Richtung Osten genutzt werden. Alle anderen Straßen von Süd nach Nord. Für die geltende Einbahnstraßen-Regelung in der Johannesstraße und im Westteil der Josephstraße heißt das: Während der Evakuierung in Dortmund werden sie am 12. Januar umgekehrt.

Der Bus- und Bahn-Verkehr in Dortmund ist während der Evakuierung im Klinikviertel massiv eingeschränkt. Fest steht: Im Evakuierungsbereich fahren wegen der Bomben keine U-Bahnen und Busse.  Betroffen sind die Bus-Linien 452, 453, 460 sowie den AirportExpress. Die Buslinien 452 und 453 müssen den Evakuierungsbereich großräumig umfahren. Das bedeute, dass die Bushaltestellen "Albrechtstraße", "Westpark", "Unionstraße", "Westentor" und "Brinkhoffstraße" der Linie 452 und die Haltestellen "Steubenstraße", "DO-Möllerbrücke" und "Unionstraße" der Linie 453 jeweils in beiden Fahrtrichtungen entfallen. Die Linien sind vorraussichtlich bis Betriebsende eingeschränkt. Infos zum Bus- und Bahn-Verkehr während der Evakuierung am 12. Januar gibt es auch online.

Auch am Hauptbahnhof in Dortmund gibt's Veränderungen. Mit Beginn der Evakuierung wird dieser ab Sonntag, 8 Uhr, nur noch über den Nordausgang erreichbar sein. Ab 12 Uhr soll der Bahnhof Dortmund ganz gesperrt werden. Es gibt dann auch keinen Zugverkehr. Die Bombenentschärfung selbst wird gegen 14 Uhr stattfinden.

Zur Evakuierung wird der Fernverkehr am 12. Januar um Dortmund herumgeleitet. Nahverkehrszüge werden während der Evakuierung teilweise in Hamm Hauptbahnhof, Bochum Hauptbahnhof, Schwerte, Hörde und Körne-West. Auch der Zugverkehr von Hamm nach Dortmund ist während der Evakuierung und Bombenentschärfung massiv eingeschränkt.

Bombenentschärfung in Dortmund: Welche Auswirkungen hat die Evakuierung auf den Flughafen Dortmund?

Durch die Bombenentschärfung und Evakuierung werde der Flugverkehr nicht beeinträchtigt und finde wie gewohnt statt, teilt der Dortmund Airport mit. 

Trotzdem sollten Reisende für die An- und Abreise zum Flughafen Dortmund am Sonntag mehr Zeit einplanen - denn: "Der Fernreiseverkehr am Dortmunder Hauptbahnhof sowie Bus- und Bahnlinien sind betroffen."

Während der Bombenentschärfung im Klinikviertel in Dortmund fahre auch der AirportExpress nicht wie gewohnt. Dieser wird vom Dortmunder Flughafen betrieben. 

Einschränkung wegen Bombe: Der AirportExpress endet der Mitteilung zufolge am Sonntag, 12. Januar, während der Evakuierung bereits an der Haltestelle Dortmund-Hauptbahnhof Nord und halte zudem an der Ersatzhaltestelle „Ostentor“ Höhe Weißenburger Straße 6 und gegenüber. Grund für die Änderung ist demnach, dass der Südeingang/-ausgang des Dortmunder Hauptbahnhofes während der Evakuierung geschlossen sein wird. 

Ab 13 Uhr, wenn ab Dortmunder Hauptbahnhof überhaupt keine Züge mehr fahren, werde der AirportExpress  aber weiterhin pendeln. 

"Eine Alternative für überregionalen Zugverbindungen könnte der Bahnhof Holzwickede sein, der vom Dortmunder Flughafen aus mit dem AirportShuttle erreichbar ist", so ein weiterer wichtiger Hinweis für Reisende während der Evakuierung.

Bombenentschärfung in Dortmund: Was tut die Polizei, um Einbrüche während der Evakuierung zu verhindern?

Während der Bombenentschärfung im Januar will die Polizei Dortmund mehreren Medienberichten zufolge das Evakuierungsgebiet mit Drohnen überwachen. Damit soll Einbrüchen während der Evakuierung vorgebeugt werden. Wie viele Drohnen dafür eingesetzt werden, ist demnach noch nicht klar.

Die Polizei agiert offenbar aus Erfahrung so. Denn während einer großen Evakuierung für eine Bombenentschärfung in Dortmund Hombruch kam es im Jahr 2003 zu mehreren Einbrüchen.

Am Mittwochnachmittag kündigte die Polizei Dortmund zum Schutz des Eigentums auch für den Samstag vor der Evakuierung und Bombenentschärfung schon einen verstärkten Einsatz von Streifen an.

Bombenentschärfung in Dortmund: Gibt es während der Evakuierung eine Anlaufstelle für Bürger?

Für die Evakuierung hat die Stadt Dortmund eigens eine Hotline eingerichtet. Die Informationsstelle des städtischen Call-Centers, DOline, ist ab Samstagmorgen, 11. Januar, 6 Uhr, bis zum Ende der Evakuierung unter 0231/50-13247 - zeitgleich mit dem Bürgertelefon der Polizei unter 0231/1325555 - geschaltet.

Die Mega-Evakuierung wegen Bomben im Klinikviertel Dortmund ist kein Einzelfall. Immer wieder werden im Ruhrgebiet Bomben gefunden und entschärft. Bomben-Hotspot: Allein im vergangenen Jahr mussten zehntausende Bewohner ihre Wohnungen während Bombenentschärfungen und Evakuierungen verlassen. 

Im Westfalenpark in Dortmund ist im Zuge von Baumaßnahmen eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Auf der Bahnstrecke der RB 52 wurden vier Fliegerbomben entschärft. Die Evakuierung hatte massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Wegen der Bombenentschärfung einer Fünf-Zentner-Bombe in Dortmund wurde der Zugverkehr zwischen Dortmund und Bochum eingeschränkt. Es gab eine Evakuierung. Die B1 wurde bei einer weiteren Evakuierung in Dortmund gesperrt. Es war eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. 

Brenzliger war ein Bombenfund in Bergkamen. Die Bombe hatte einen Langzeitzünder, statt einer Entschärfung kam nur eine Sprengung in Frage. Es gab eine kurzfristige Evakuierung. Eine Bombenentschärfung kam nicht in Frage.

Am Mittwoch, 22. Januar 2020 wurde in Köln bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Unikliniken im Stadtteil Lindenthal erneut eine Bombe entdeckt, deren Entschärfung für Donnerstag, 23. Januar angesetzt wurde.

Ebenfalls am Donnerstag (23. Januar wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der östlichen Innenstadt von Dortmund gefunden. Für die Entschärfung musste auch die vielbefahrene B1 gesperrt werden.

Quelle: wa.de

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