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Dortmund will wegen Energiekrise jetzt auch Kinder ins Auge fassen

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Von: Daniele Giustolisi

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Dortmund muss wegen der aktuell hohen Gas- und Strompreise Energie sparen. Ein großer Verbraucher sind die öffentlichen Gebäude – allen voran die Schulen.

Dortmund – Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) wagt sich in Sachen Energieeinsparung an das letzte „Tabu“ in der aktuellen Energiekrise. Wie RUHR24 erfuhr, wolle der Chef der Dortmunder Stadtverwaltung jetzt auch an den Schulen Gas- und Strom einsparen.

NameThomas Westphal (SPD)
PositionOberbürgermeister der Stadt Dortmund
Alter55

Dortmund will jetzt auch in den Schulen Energie sparen, sagt Thomas Westphal

Bislang war es so, dass Schulen in Sachen Temperatursenkung aufgrund der Arbeitsstättenverordnung – und wohl auch zum Wohle der Schülerinnen und Schüler, besonders geschützt waren. Auch bei Gasmangel gelten die Einrichtungen als „geschützte Kunden“, würden als bevorzugt beliefert.

In einem Video-Interview mit der Stadtpressestelle, das am Samstag (24. September) veröffentlicht wurde, machte Westphal deutlich, dass die Stadt Dortmund bei der Reduzierung des Energieverbrauchs nur schwer die Schulen außen vor lassen könne.

So gab der Dortmunder Oberbürgermeister an, dass die Schulen verglichen mit anderen öffentlichen Gebäuden in Dortmund, etwa Ämtern, den größten Anteil am Energieverbrauch hätten – schlicht deshalb, weil der Großteil öffentlicher Gebäude Schulen seien.

Dortmunder Schulen verbrauchen unter den öffentlichen Gebäuden am meisten Energie

Westphal rechnet vor: Während die Dortmunder Schulen 3,6 Gigawattstunden Gas pro Jahr verbrauchten, liege der Verbrauch aller anderen öffentlichen Gebäude bei 0,9 Gigawattstunden pro Jahr. „Diese Zwickmühle ist nicht aufzulösen“, so Westphal, der jetzt auch Sparmaßnahmen an den Schulen ergreifen wolle.

Zur Erinnerung: In den städtischen Gebäuden, etwa in den Ämtern, lässt die Stadt Dortmund die Temperatur absenken. In der Heizperiode, die offiziell ab dem 1. Oktober beginnt, wird sie von 20 auf 19 Grad abgesenkt. Daneben ergriff die Stadt einige weitere Sparmaßnahmen, lies etwa die Außenbeleuchtung an öffentlichen Gebäuden abschalten.

Dortmunds OB Westphal fordert einheitliche NRW-Regelung für Energiesparmaßnahmen an Schulen

In Sachen Schule gibt es noch keine Maßnahmen dieser Art – doch das soll jetzt vorbei sein. Allerdings, so Westphal, müsse dazu eine einheitliche Regelung vom Land kommen, damit alle Städte in NRW dieselben Maßnahmen hätten – was wiederum die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhe.

Der Dortmunder Oberbürgermeister ist Thomas Westphal von der SPD.
Der Oberbürgermeister von Dortmund, Thomas Westphal, will auch Energie an Schulen einsparen. © biky/imago

Westphal weiter: „Mein persönliches Ziel ist, nicht den Kindern den Winter kaltzumachen, wie manchmal behauptet wird, sondern, dass wir diese Krise meistern und dafür die richtigen Maßnahmen finden, die auch funktionieren. Wir können die Schulen nicht gleich rausnehmen, nach dem Motto‚ die fassen wir nicht an‘, sondern wir müssen das Ganze betrachten und da gehören die Schulen halt dazu“ (hier weitere Dortmund-News bei RUHR24 lesen). 

Präsenzunterricht an Schulen soll in NRW trotz Energiekrise aufrechterhalten werden

Grundsätzlich sind sich die Kultusminister der Länder einig, dass der Schulbetrieb in Präsenz trotz Energiekrise aufrechterhalten bleiben muss – zumal die schlechten Erfahrungen aus der Corona-Krise (Stichwort „Homeschooling“ und „Distanzunterricht“) noch in Erinnerung sind.

Monika Nienaber-Willaredt folgt Daniela Schneckenburger als Schuldezernentin der Stadt Dortmund.
Monika Nienaber-Willaredt ist seit September neue Schuldezernentin der Stadt Dortmund und muss direkt Krisen bewältigen. © Bezirksregierung Arnsberg

Bisher waren die Kultusminister und auch die Bundesregierung der Ansicht, dass sich Schulen nicht an bestimmte Höchstwerte für Raumtemperaturen halten müssten.

Land NRW unterstützt Städte bei Energiesparmaßnahmen

Das Land NRW selbst betont, dass es Maßnahmen der Kommunen und anderer Schulträger zur Energieeinsparung, die sich nicht auf den unmittelbaren Unterrichtsbetrieb erstrecken, unterstützte.

Als Leitlinie für das Vorgehen in der Energiekrise verweist das Land NRW bislang auf die am 24. August 2022 von der Bundesregierung erlassene „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“.

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