Dortmund droht erneut Neonazi-Aufmarsch

DORTMUND - Gewaltbereite Neonazis aus ganz Deutschland wollen Dortmund zum siebten Mal in Folge zu einer Hochburg der rechtsextremen Szene aufleben lassen. 1000 Demonstranten haben Autonome Nationalisten – eine gewaltbereite Gruppe mit einem Schwerpunkt im Raum Dortmund – für Aufmärsche am 2. und 3. September angemeldet.

Es ist jedes Jahr dasselbe: Anfang September machen die Neonazis in Dortmund mobil. Gegendemonstranten halten dagegen, die Polizei ist aufs höchste gefordert. Hinter dem rechten Aufmarsch stecken die so genannten Autonomen Nationalisten.

Wer aber sind sie? Die Gruppe der Autonomen ist im Internet präsent, ist gut vernetzt, betreibt einen Versandhandel mit rechten Waren und startet ständig Aktionen – mitunter auch gewalttätige. Angriffe auf ein Lokal der linken Szene. „Nach außen haben dabei die Autonomen Nationalisten kaum noch etwas mit Skinheads alter Prägung gemein“, sagt Stefan Mühlhofer von der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund. Sie tragen Turnschuhe statt Springerstiefel und bunte Haare statt Glatze. Damit fallen sie weniger auf und sind für junge Menschen attraktiver. Skinheads, die aus alten Kameradschaften wie der Borussenfront in Dortmund hervorgegangen sind, geben in der gewaltbereiten Szene nicht mehr den Ton an.

Den harten Kern der autonomen Rechten schätzt der Bochumer Forscher Jan Schedler in Dortmund auf etwa 20 Mitglieder. Bei Bedarf ließen sich für Aktionen noch 80 bis 100 Gleichgesinnte aus der weiteren Umgebung rekrutieren. „Von der Zahl der Mitglieder her sind wir sicher keine Hochburg“, sagt Mühlhofer. Durch regelmäßige Aufmärsche gehöre Dortmund aber zu den Veranstaltungsschwerpunkten. Dresden sei die Nummer eins, aber die Dortmunder Nationalisten arbeiteten daran, die Nummer zwei zu werden. Städte und Bürger wehren sich. Großaufgebote von Gegendemonstranten erschweren den Rechten, ihre Aufmärsche wie geplant durchzuziehen. Mehr als 10 000 Menschen mobilisieren bürgerliche Organisationen oder Linke. Dabei verhalten sich auch Linksextreme nicht immer friedlich. Die Polizei muss beide abschirmen. Dortmunds Polizei ruft bereits beide Seiten auf, friedlich zu bleiben. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Foto: Mroß

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare