Dramatische Folgen für Ungeimpfte

Corona-Zahlen in Dortmund: Stadt bemerkt Auffälligkeit – „Hohe Dunkelziffer“

Die vierte Corona-Welle in Dortmund ebbt langsam ab. Eine Auswertung der Stadt zeigt nun, welchen Stadtteil sie besonders erwischt hat – und wie die Pandemie weitergehen könnte.

Dortmund – Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen haben auch die Corona-Lage in Dortmund* deutlich verschärft. Das zeigt eine Auswertung der Infektionszahlen des Gesundheitsamts Dortmund. Demnach haben sich im Zeitraum vom 14. August bis 13. September weitere 3324 Menschen mit Covid-19* infiziert, sieben Menschen starben daran, berichtet RUHR24*.

StadtDortmund, NRW
Corona-Inzidenz81,0 (Stand: 21. September)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Corona-Zahlen in Dortmund: Tausende Neuinfektionen im Monat, sechs Tote

Die Zahlen zeigen deutlich: Bereits zu Ende der Sommerferien, die dieses Jahr vom 5. Juli bis 17. August gingen, stieg der Corona-Inzidenzwert deutlich an. Damit liegt die vierte Welle genau im Zeitraum der Erhebung (in der Grafik unten grau hinterlegt) und zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich das Virus erneut verbreiten kann.

Denn nach Angaben der Stadt Dortmund haben vor allem Reiserückkehrer für einen massiven Anstieg der Neuinfektionen gesorgt. Das geht aus der Erhebung des Gesundheitsamts Dortmund (PDF) hervor, die am Montag (20. September) veröffentlicht wurde. Demnach waren 64 Prozent der Corona-Infizierten kurz zuvor verreist.

Corona-Infektionen in Dortmund: In drei Stadtteilen steigen die Zahlen besonders stark an

Das lässt die Infektionszahlen in den Dortmunder Stadtteilen anschließend ebenfalls in die Höhe schnellen. Denn zurück in Dortmund stecken die Infizierten dann häufig andere Menschen in ihrem Umfeld an. Nur eine Woche nach Ende der Sommerferien liegt die Inzidenz in Dortmund bei 166,6. Die Stadt blickte zwischenzeitlich auf Urlauber aus bestimmten Ländern, die die Corona-Zahlen auffällig in die Höhe trieben.

„Unverändert gilt, dass der Wohnbezirk nicht mit dem Infektionsort gleichzusetzen ist“, schreibt das Gesundheitsamt jedoch in der Fachkommentierung. Dennoch gilt auch: In Stadtteilen mit besonders starkem Reiseverkehr kommt es häufiger zu Infektionen und weiteren Übertragungen.

Corona-Infektionen in den Stadtteilen von Dortmund: Nordstadt, Scharnhorst und Hörde liegen vorne

Doch welche Stadtteile von Dortmund hatten im vergangenen Monat die höchste Zahl an Neuinfektionen? Vor allem drei Bezirke stechen dabei heraus: die Innenstadt-Nord sowie mit einigem Abstand Scharnhorst und Hörde.

  • Innenstadt-Nord: 21,3 Prozent mehr Neuinfektionen als im Vormonat
  • Scharnhorst: 12,7 Prozent mehr Infektionen
  • Hörde: 12,0 Prozent mehr Infektionen

Leicht über dem Durchschnittswert von 11,7 liegt auch die Innenstadt-West (11,6 Prozent mehr Neuinfektionen). Schlusslicht in der vierten Corona-Welle in Dortmund ist der Stadtteil Lütgendortmund*. Hier konnte die Stadt nur insgesamt 176 Neuinfektionen nachweisen – ein Plus von nur rund 8 Prozent zum Vormonat.

Corona-Infektionen in Dortmund: Sechs von sieben Toten waren nicht geimpft

Weil sich nach Angaben der Stadt Dortmund vor allem Menschen in jüngerem und mittlerem Alter infiziert hätten, gebe es aktuell eine „hohe Dunkelziffer“. Denn nicht immer lassen diese sich bei milden Symptomen auf Covid-19 testen. Gerade hier sei die Impfquote bislang aber noch zu niedrig.

Das sorgte zuletzt dafür, dass mehr jüngere Menschen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Am 18. September starb sogar eine 23-Jährige aus Dortmund an einer Corona-Infektion*. Wenn das auch die Ausnahme bleibt, ist die Schlussfolgerung daraus dennoch dramatisch: „Von den sieben Menschen, die innerhalb des Betrachtungszeitraums verstorbenen sind, waren sechs Menschen nicht geimpft“, schreibt die Stadt in dem Bericht.

AnsteckungsortAnteil Corona-Infektionen (in Prozent)
Reise64
Familie/Privat21
Gemeinschaftsunterkünfte3
Arbeitsplatz2
Kitas1
Unbekannt9

Corona-Pandemie in Dortmund: Ende hängt massiv von er Impfquote ab – und die ist zu niedrig

Wann die Corona-Pandemie endet, liegt also weiterhin vor allem an der Impfquote, kommentiert auch das Gesundheitsamt in Dortmund: „Das Erreichen einer Durchimpfungsrate (Impfquote) von über 80 Prozent der Bevölkerung bleibt weiterhin ein entscheidender Schritt zur Beendigung der Coronapandemie.“

Das Problem: Von Mitte August bis Mitte September ist die Quote der vollständig geimpften Menschen in Dortmund (rund 390.000) nur leicht von 60 auf 65 Prozent angestiegen – und damit weit entfernt von einer Herdenimmunität. Um diese zu erreichen, bedarf es nach Einschätzung der Experten einer „erheblichen Anstrengung“.

Denn laut Robert Koch-Institut müssen für eine Herdenimmunität 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen sowie 90 Prozent der über 60-Jährigen geimpft sein. Erst dann würden Corona-Lockerungen nicht mehr zu vollen Intensivbetten im Herbst und Winter führen, prognostiziert die Stadt Dortmund. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa, Datawrapper; Collage: RUHR24

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