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Dortmund: Zoff wegen Möbelhaus – schnelle Pleite befürchtet

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Von: Kathrin Ostroga

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Der Streit zwischen Naturschützern und der Stadt Dortmund zieht sich schon seit Jahren. Es geht um ein Stück Land zwischen Hoeschpark und Burgholz.

Dortmund – An der Hildastraße, ganz in der Nähe der Bornsraße, soll ein neues Möbelhaus entstehen. Für die Stadt Dortmund eine Möglichkeit, den lokalen Handel in der Nordstadt anzukurbeln. Naturschützern ist das Vorhaben schon länger ein Dorn im Auge, berichtet RUHR24.

InstitutionNaturschutzbund Deutschland
Gründung1899, Stuttgart
Mitglieder707.531 (2021)

Neues Möbelhaus für Dortmund: Naturschützer sind mit Plänen nicht einverstanden

In einem Schreiben weisen der NABU Dortmund und die Landesgemeinschaft Naturschutz sowie Umwelt NRW auf ein Biotop auf der Baufläche hin, auf das auch schon der Naturschutzbeirat Dortmund im Jahr 2019 aufmerksam gemacht hatte. Hier würden seltene Tiere wie zum Beispiel Ringelnattern, Molche und Mauereidechsen leben – eventuell mittlerweile sogar noch mehr.

Laut der Naturschützer ist die Fläche an der Hildastraße ein wichtiges Verbindungsstück zwischen Hoeschpark und Burgholz. Sie fordern deshalb, dass im nördlichen Teil der Fläche ein breiter Grüngürtel erhalten bleibt.

Der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen in Dortmund hat genau das schon 2019 beschlossen. Laut der Umweltverbände wird der Grüngürtel in der Planung für das Möbelhaus aber nicht genug berücksichtigt. Ein Gewässer sei gar nicht mehr vorgesehen.

Dortmund: Neues Möbelhaus an der Hildastraße – das fordern die Umweltverbände

Die Forderungen der Umweltverbände für die Fläche an der Hildastraße in Dortmund sind ziemlich deutlich. Sie meinen, dass ein Drittel der momentan geplanten Gesamtfläche nicht bebaut werden sollte, um einen möglichst breiten Grüngürtel zu erhalten.

Alternativ könnten sie sich vorstellen, die gesamte Baufläche mehr Richtung Straße zu verlagern, sodass automatisch mehr Fläche entstehen würde. Auch weniger Parkplätze für das Möbelhaus seien eine Möglichkeit, um Natur zu erhalten.

Noch ein Möbelhaus für Dortmund? Naturschützer sehen es als überflüssig

Macht ein neues Möbelhaus für Dortmund überhaupt noch Sinn? Dieser Frage widmen sich die Umweltverbände ebenfalls. Laut einer aktuellen Studie, stagniert der Umsatz von Möbelhäusern in den letzten Jahren und droht durch den Onlinehandel sogar einzubrechen.

Deshalb befürchten die Verbände, dass ein neues Möbelhaus in Dortmund womöglich schnell wieder geschlossen werden und das Gebäude leer stehen könnte (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Geplant war zunächst, dass XXXLutz in das neue Gebäude in der Dortmunder Nordstadt einzieht. In der Mitteilung von LNU und NABU werden allerdings Spekulationen laut, dass sich die Pläne geändert haben könnten. Schließlich habe XXXLutz erst kürzlich in den benachbarten Poco investiert.

Möbelhaus statt Biotop? So reagiert die Stadt Dortmund:

Auf Anfrage von RUHR24, weist die Stadt Dortmund zunächst daraufhin, dass es sich bei den Plänen für die Fläche an der Hildastraße erst mal nur um einen Vorentwurf handelt. Dies sei der erste von zwei Schritten. Die im Rahmen einer sogenannten „frühzeitigen Beteiligung“ eingegangenen Stellungnahmen müssten nun geprüft und ausgewertet werden, um Gutachten zu ergänzen und die Planung zu prüfen.

Das Artenschutz-Gutachten würde mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, sodass der Artenschutz auf der Fläche sichergestellt ist. Dieses Gutachten aus 2019 sei immer wieder aktualisiert worden.

Bornstraße Nordstadt Dortmund
Ganz in der Nähe der Bornstraße in Dortmund entsteht ein renommierter Baumarkt. © Hans Blossey/Imago

Dortmund: Grüngürtel neben neuem Möbelhaus soll Artenschutz sicher stellen

Auf die Frage von RUHR24, ob der Grüngürtel neben dem neuen Möbelhaus an der Hildastraße in Dortmund breit genug würde, antwortet eine Sprecherin der Stadt Dortmund:

„Es ist ein Grüngürtel vorgesehen, der die bisher geplanten artenschutzrechtlichen Maßnahmen aufnehmen kann. Ob dieser weitere ökologische Funktionen integrieren sollte und hierfür zu schmal ist, muss im Weiteren geprüft werden. Dazu erfolgt nicht nur ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag, sondern für das Verfahren wird ein spezifischer Umweltbericht erstellt, der alle ökologischen Schutzgüter betrachtet.“

Dortmund: Weniger Parkplätze für den Umweltschutz? Stadt liefert Antworten

Auf den Vorschlag der Umweltverbände hin, die Baufläche um ein Drittel zu verkleinern, damit genug Platz für die Natur ist, schildert die Sprecherin der Stadt Dortmund, dass eine Mindestanzahl an zum Beispiel Parkplätzen bauordnungsrechtlich nötig ist.
Die Gerüchte, dass XXXLutz sich von dem Baugelände verabschiedet habe, bestätigt sie nicht:

Baumarkt Nordstadt Dortmund
XXXLutz plant an der Hildastraße in Dortmund einen neuen Markt zu bauen. © MANUEL GEISSER/Imago

„Das Verfahren wird weiterhin mit dem Vorhabenträger durchgeführt, der den Antrag auf Einleitung des Verfahrens gestellt hat. Dies entspricht auch dem Beschluss des Rates, diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen.“

Die Planung für das Möbelhaus an der Hildastraße und ein weiteres in Lütgendortmund läuft schon länger. Schon vor Jahren gab es für die Möbelhaus-Pläne Kritik von Umweltverbänden und Parteien. Erst im April 2022 hatte es einen anderen Streit zwischen Naturschützern und Behörden in Dortmund gegeben. Entlang der B1 waren viele Bäume gefällt worden.

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