Doppel-Abi 2013: Millionen für die Hochschulen

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An den Hochschulen in NRW wird es ab 2013 noch voller. ▪

DÜSSELDORF ▪ Von Detlef Burrichter ▪ Um dem Ansturm des doppelten Abiturjahrgangs 2013 auf die Hochschulen Herr zu werden, hat die rot-grüne Landesregierung gestern ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht.

„Alle jungen Menschen, die studieren können und wollen, müssen auch die Chance bekommen“, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Nach aktuellen Prognosen für 2013 werden in NRW etwa 179 000 Studienberechtigte erwartet – das sind 50 000 mehr als im Vorjahr. Doch erfahrungsgemäß nähmen nicht alle sofort ein Studium auf, sagte Schulze. Im ersten Schritt rechne ihr Haus mit etwa 19 000 zusätzlichen Studienanfängern.

„Wir stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, vor einem echten Kraftakt“, sagte gestern NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Um sich für den Ansturm auf die Hochschulen zu wappnen, verabschiedete das rot-grüne Landeskabinett einen umfangreichen Maßnahmenkatalog. Insgesamt fließen bis 2020 knapp 12 Milliarden Euro in die NRW-Hochschulen. Davon finanziert das Land den Löwenanteil von 10,6 Milliarden Euro. Die einzelnen Punkte:

Monitoring: Die Hochschulen werden künftig beim Ausbau der Studienplätze eng begleitet, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und sofort gegensteuern zu können. Wenn zum Beispiel Hochschule A die geplanten Studienplatzzahlen nicht erreicht, kann eine andere Hochschule, die noch zusätzliche Kapazitäten schaffen könnte, für den Ausgleich sorgen.

Hochschulpakt: Für zusätzliches Personal sowie Bau und Anmietung weiterer Gebäude, für die Erweiterung von Bibliotheken und Laboren sowie von Versorgungseinrichtungen wie Mensen und Wohnheime stellt das Land bis 2015 zusätzlich 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Berechnung geht von 90 000 zusätzlichen Studenten bis 2015 aus.

Zivildienst: Wegen der Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst werden ab 2011 nochmals mindestens 9500 zusätzliche Studienanfänger erwartet, die vorzeitig ein Studium aufnehmen. Dafür stehen aus dem Hochschulpakt II 260 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land geht bereits in diesem Jahr mit 33 Millionen Euro in Vorleistung.

Fernuniversität Hagen: 2000 weitere Studienplätze werden bis 2015 geschaffen.

Fachhochschulen: Zurzeit läuft der Aufbau von vier neuen Fachhochschulen, unter anderem eine in Hamm/Lippstadt. Allein für diese 11 000 neuen Studienplätze stellt das Land 1,3 Milliarden Euro bereit.

Private Hochschulen: Für 4000 neue Studienplätze gibt das Land mit 50 Millionen Euro.

Medizin: 1000 zusätzliche Studienplätze – damit kann die Studienanfänger-zahl in der Humanmedizin für fünf Studienjahre um jeweils zehn Prozent steigen.

Studentenwerke: Für den Ausbau von Wohnheimen und Mensen stellt das Land zusätzlich 38 Millionen Euro bereit. Außerdem gibt es 120 Millionen Euro für die energetische Sanierung der Studentenwohnheime.

Modernisierung: Für Sanierung und Modernisierung der Hochschulgebäude stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt 8 Milliarden Euro zur Verfügung.KommentarÔ

Quelle: wa.de

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