"Der Freischütz" auf der Landesgartenschau

Hemer - In die Abgründe der menschlichen Natur können die Gäste der Landesgartenschau Hemer am Donnerstag, 9. September eintauchen: Dann präsentiert das Theater Hagen seine Neuproduktion von Carl Maria von Webers großer romantischen Oper „Der Freischütz“.

 Die Schroffheit und Eindringlichkeit von Webers Musik vermag es heute wie damals, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Was tut man nicht alles aus Angst vor einem Examen? Besonders, wenn vom Ausgang der Prüfung so viel abhängt wie für Max. Er liebt Agathe, die Tochter des Erbförsters. Ein Probeschießen muss er bestehen, um sie heiraten zu dürfen - und die Försterei zu erben. Max erliegt den Einflüsterungen des dämonischen Kaspar und ruft dunkle Mächte um Hilfe an: Mit Hilfe des Leibhaftigen, der hier Samiel heißt, werden sechs treffsichere Freikugeln gegossen - die siebte Kugel aber wird Samiel selbst lenken. Und tatsächlich schafft es der intrigante Kaspar, dass Max seinen Probeschuss mit der siebten Kugel absolvieren muss.

Eine mehrfach überlieferte Gruselgeschichte aus dem Böhmischen lieferte den Stoff für diese romantische Oper. Obwohl stark vom Stil der französischen Oper der Revolutionszeit inspiriert, galt Webers Meisterwerk aus dem Jahre 1821 lange als erste und wichtigste deutsche Nationaloper. Die schroffen Kontraste sind heute noch wirkungsvoll: Die plötzlichen Gefühlsumschwünge der Hauptfiguren umfassen eine enorme Ausdrucksbandbreite von Hoffnung bis Verzweiflung, von der Gewissensqual bis zu tröstlichen Erinnerungen an frohere Tage, von Visionen des Glücks bis zu unfasslicher Furcht, die erstarren macht. Schroff ist auch der Wechsel zwischen der düster-dämonischen und der ländlich-heiteren Sphäre. Der Steigerung von unheilvollen Zeichen über dunkle Vorahnungen bis hin zu dämonischen Erscheinungen entspricht die frappierende Eindringlichkeit des musikalischen Augenblicks in Webers Musik.

 Abgründe der menschlichen Natur Regisseurin Beverly Blankenships Arbeiten sind bekannt für ihre psychologische Tiefe, die stringente Personenführung und den Blick fürs Wesentliche. Webers Freischütz interpretiert Blankenship vom Text ausgehend und erforscht die Abgründe der menschlichen Natur. Die musikalische Leitung hat Florian Ludwig, für die Ausstattung ist Peer Palmowski zuständig. Das Theaterstück im Grohe-Forum beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Karten (20 Euro; nur Sitzplätze) sind an den LGS-Kassen erhältlich. Die Tickets gibt es außerdem an den Kassen des Theaters Hagen. Senioren (ab 65 Jahren) bietet die Landesgartenschau ein vergünstigtes Ticket zum Preis von 15 Euro an. Dieses Sonderticket erhalten Senioren gegen Vorlage eines gültigen Lichtbildausweises ausschließlich an den LGS-Kassen, pro Person wird je ein Sonderticket ausgegeben.

Quelle: wa.de

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