Covid-19-Aktion der Discounter

Aldi und Lidl wollen in der Coronavirus-Krise helfen - doch es gibt auch Kritik

In der Coronavirus-Krise ist Solidarität und Nachbarschaftshilfe groß. Auch Discounter wie Aldi und Lidl wollen helfen. Dafür gibt es aber auch Kritik.

  • Wegen des Coronavirus tauchen überall Hilfsangebote auf - auch die Discounter machen mit.  
  • Lidl und Aldi haben wegen Covid-19 Nachbarschaftshilfen ins Leben gerufen.
  • Viele Kunden befürworten die Aktion, aber es gibt auch Kritik.
Neckarsulm - Das Coronavirus hat eine Welle der Solidarität in der Gesellschaft ausgelöst. Vom Einkauf für die alte Dame nebenan über Gabenzäune für Obdachlose bis hin zu Applaus für die Rettungskräfte ist alles dabei. Das haben auch Lidl und Aldi bemerkt und sich das "Wir-Gefühl" zunutze gemacht. Beide Discounter starteten eine Werbekampagne, mit der sie zu einer Nachbarschaftshilfe aufrufen.

Coronavirus: Lidl und Aldi rufen Nachbarschaftshilfe ins Leben

Angefangen haben Aldi Nord und Aldi Süd, die am liebsten die Preise für Fleisch senken* würden, mit der Aktion. Der Discount-Riese hatte bereits vergangene Woche eine Initiative für die Unterstützung von Nachbarn und hilfsbedürftigen Menschen ins Leben gerufen.

Unter dem Hashtag # GemeinsamGehtAlles hatte Aldi seine Kunden dazu aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen und andere Menschen in der Coronavirus-Krise (Live-Ticker NRW) zu unterstützen - zum Beispiel, indem sie für den Nachbarn bei Aldi einkaufen gehen.

#GemeinsamGehtAlles - Aktion von Aldi wegen des Coronavirus

"Wir von Aldi geben alles, um eure Versorgung sicherzustellen. Aber auch ihr könnt helfen. Schaut einfach mal, wer in eurer Nähe Unterstützung braucht", heißt es auf der Internetseite des Discounters.

Menschen, die bei der Aktion mitmachen, sollen ihre Beteiligung in den Sozialen Netzwerken mit dem Hashtag # GemeinsamGehtAlles teilen. So will Aldi noch einmal mehr das "Wir-Gefühl" sichtbar machen - und kann zugleich mit der Kommunikationskampagne Haltung zeigen.

Coronavirus: Lidl zieht Hilfsaktion für Nachbarn nach

Ähnlich sieht es bei Konkurrent Lidl aus*, der seit Donnerstag (26. März) mit einer ähnlichen Aktion nachgezogen hat. Der Discounter aus Neckarsulm fordert unter dem Hashtag #l idlmitbringer seine Kunden zur gegenseitigen Unterstützung auf. 

Sie sollen für Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn, die wegen des Coronavirus zuhause bleiben müssen, einkaufen gehen und die "Mitbringer-Liste" von Lidl nutzen. 

Covid-19-Krise: Lidl und Aldi stellen Einkaufslisten bereit

Dabei handelt es sich um eine vorgefertigte Einkaufsliste, die die Kunden von Lidl ausdrucken und an all diejenigen verteilen können, die Hilfe benötigen. Auf der Liste können die Kontaktdaten sowie die benötigten Lebensmittel eingetragen werden.

Mitbringer-Liste von Lidl: Nachbarschaftshilfe in Zeiten des Coronavirus

So einen Aushangzettel stellen auch Aldi Nord und Aldi Süd zur Verfügung. Insbesondere für ältere Menschen, die wenig digital unterwegs sind oder möglicherweise keinen Internetzugang besitzen, soll die Liste eine Möglichkeit sein, Hilfe während der Coronavirus-Krise in Anspruch nehmen zu können.

Nachbarschaftshilfe wegen Coronavirus: Nicht alle finden die Aktion von Lidl und Aldi gut

Im Großen und Ganzen findet die Aktion der Discounter im Internet viel Zuspruch. "Lidl, ihr gebt euch große Mühe" heißt es beispielsweise in einem Kommentar auf Facebook. Ein anderer Nutzer schreibt bei Aldi: "Eine sehr gute und wichtige, wegweisende Aktion!"

Doch nicht alle sehen die Nachbarschaftshilfe von Aldi und Lidl so positiv. Einige kritisieren die Discounter aus der Krise Profit schlagen zu wollen. "Werbung auf Kosten des Coronavirus" wird Aldi wegen der Aktion von einem User vorgeworfen.

Was ist während dem Kontaktverbot während der Coronavirus-Pandemie in NRW noch erlaubt und was nicht?

Covid-19: Nutzen Aldi und Lidl Nachbarschaftshilfen etwa zu Werbezwecken?

Oder: "Was sollen diese Kampagnen? Es nervt, wenn Discounter das Coronavirus zu Werbezwecken ausnutzen und sich im Netz gut darstellen". Man soll den Mitarbeitern lieber vernünftige Gehälter zahlen. Andere kritisieren, dass man die Nachbarschaftshilfe nicht ausführen könne, da in den Discountern nur das Kaufen von haushaltsüblichen Mengen erlaubt sei.

Geäußert haben sich die beiden Lebensmittel-Riesen noch nicht zu den Vorwürfen. Wie dem aus sei, bei der Nachbarschaftshilfe von Lidl und Aldi war ein Funken guter Wille dabei, aber in werblicher Hinsicht haben die Aktionen dennoch einen Haken.

Übrigens: Diese Aktion ist nicht die einzige mit Bezug zum Coronavirus. Ab dem 30. April will Lidl rund 14 Millionen Coronavirus-Mundschutze verkaufen - und zwar zum Selbstkostenpreis.

Rubriklistenbild: © Lidl Deutschland GmbH, Steinberg/Förster/dpa, Jens Kalaene/dpa, Collage: RUHR24

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