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Steigen die Corona-Zahlen in NRW wieder? Experte warnt vor „Trendumkehr“

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Von: Daniel Großert

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Die Corona-Zahlen in NRW sinken. Aber wie lange noch? Experten rechnen mit einer schnellen „Trendumkehr“ - weil ein Typ des Virus auf dem Vormarsch ist.

Hamm - Die Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen sinken seit mehr als zwei Wochen konstant. Die Landesregierungen reagierte auf die Entwicklung mit Lockerungen der Regeln, die nach und nach in Kraft treten. Für viele steuert die Pandemie aktuell auf ihr Ende zu. Doch jetzt warnen Experten: Die Infektionszahlen könnten schon bald wieder steigen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Steigen die Corona-Zahlen in NRW wieder? Experte warnt vor „Trendumkehr“

Grund für die Annahme ist der Omikron-Subtyp BA.2, der nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch einmal rund 40 Prozent ansteckender ist als die ursprüngliche Virusvariante. Und dieser Subtyp, der auch Geimpfte und Genesene bedroht, ist in Deutschland auf dem Vormarsch: Laut dem aktuellen Wochenbericht des RKI liegt ihr Anteil an allen Corona-Neuinfektionen in Deutschland bei 24 Prozent.

Der Statistiker Prof. Christian Hesse rechnet damit, dass der Subtyp Anfang März dominierend sein wird - also mehr als 50 Prozent der neuen Corona-Fälle ausmacht, wie die Bild berichtet. „Mit der vollständigen Verdrängung von BA.1 durch BA.2 ist noch im März zu rechnen“, sagte der Leiter der Abteilung für Mathematische Statistik an der Universität Stuttgart der Zeitung.

Weil sich neben der abklingenden Omikron-Welle aber eine neue Welle des Subtypen BA.2 aufbaue, könnten die Corona-Zahlen in Deutschland in den nächsten Wochen wieder ansteigen, wie laut Bild auch Modellierer der Technischen Universität Berlin warnten. „Höchstwahrscheinlich wird BA.2 den Abwärtstrend bei den Inzidenzen zunächst verlangsamen und dann in der ersten Märzwoche für eine Trendumkehr mit wieder steigenden Inzidenzen sorgen“, wird Prof. Christian Hesse zitiert.

Steigende Corona-Zahlen in NRW? Lauterbach: „Noch nicht sicher über den Berg“

Doch ganz unabhängig von der weiteren Entwicklung, die der Omikron-Subtyp verursachen könnte, ist Deutschland in Sachen Corona „noch nicht sicher über den Berg“, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zuletzt sagte: „Wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht glauben, die Pandemie ist vorbei.“

Dem pflichtet RKI-Chef Lothar Wieler bei: Er rechnet mit Millionen weiteren Corona-Neuinfektionen in den nächsten Wochen. „Den Meldedaten zufolge haben sich seit Beginn der Omikron-Welle schon rund fünf Millionen Menschen mit Sars-COV-2 infiziert. Das bedeutet aber auch, selbst wenn die Fallzahlen genauso rasch zurückgehen, wie sie angestiegen sind, werden sich in den kommenden Wochen noch einmal genauso viele Menschen infizieren“, sagte Wieler.

Problematisch sei, dass die Inzidenz-Werte in den Risikogruppen - also bei Menschen über 60 oder 70 Jahren - bereits wieder steigen würden, erklärte Karl Lauterbach: „Somit kann es durchaus sein, dass die Fallzahlen sinken, wir aber stabile oder steigende Todesfälle haben.“ Grund dafür sei die vergleichsweise große Impflücke bei älteren Menschen, die möglicherweise durch den neuen Impfstoff von Novavax verkleinert werden könnte. Daher seien Vergleiche mit anderen Ländern schwierig. „Deutschland muss einen Sonderweg gehen, weil wir eine Sondersituation haben“, sagte der Gesundheitsminister. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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