Kitas, Kontakte, Kneipen

Corona-Regeln in NRW: Teil-Lockdown verlängert - Maßnahmen gelten nach Neujahr weiter

Die neue Coronaschutzverordnung NRW listet die verschärften Corona-Regeln auf. Ein Überblick über die Regeln, Maßnahmen und Verbote, die über Neujahr hinaus auch noch im Januar gelten sollen.

Update vom 2. Dezember, 20.18 Uhr: Der Teil-Lockdown wird nach übereinstimmenden Medienberichten bis zum 10. Januar verlängert. Das bezieht Restaurants, Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen mit ein. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ging das aus Beratungen zwischen Bund und Ländern hervor. Der Zustand werde so bleiben wie jetzt auch. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte zuvor bereits angekündigt, dass die Maßnahmen bis über Neujahr hinaus gelten würden. Das klare Ziel sei es nach wie vor, die wichtige Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen wieder zu unterschreiten.

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Update vom 1. Dezember, 6.39 Uhr: Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW ist an diesem Dienstag in Kraft getreten. Danach müssen in allen geschlossenen öffentlichen Räumen Alltagsmasken getragen werden. Das gilt auch am Arbeitsplatz, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen nicht sicher eingehalten werden kann. Es gelten eine ganze Reihe weiterer Regeln (siehe Update vom 30. November, 14.45 Uhr).

Update vom 30. November, 14.45 Uhr: Lange hat es gedauert, jetzt ist die neue Coronaschutzverordnung von NRW draußen. Das Land hat die 16 Seiten lange Verordnung auf der Homepage veröffentlicht. In ihr steht geschrieben, welche Corona-Regeln im Dezember gelten. Entsprechend der neuen Coronaschutzverordnung müssen die Skigebiete im Dezember geschlossen bleiben, wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag mitteilte. Laumann bekräftigte, dass sich das Land NRW „1:1 an die in den Bund-Länder-Beratungen abgesprochen Maßnahmen“. Dazu gehörten Kontaktregeln, Abstandsregeln, Maskenpflicht im Handel, die jetzt auch auf Parkplätzen und vor den Geschäften gilt. Die neue Coronaschutzverordnung für NRW beinhaltet auch Details zum angekündigten Teil-Verbot von Feuerwerken.

Die neue Coronaschutzverordnung in NRW erlaubt ausdrücklich den Verkauf von Weihnachtsbäumen. So verbietet Paragraf 11 weiter unter anderem Messen, Ausstellungen, Jahrmärkte und Spezialmärkte - am Schluss wurde aber der Satz ergänzt: „Der Verkauf von Weihnachtsbäumen durch gewerbliche oder soziale Anbieter ist zulässig.“

Corona-Regeln in NRW: Land übernimmt Regelungen der Bund-Länder-Beratungen

Update vom 29. November: Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern wird am Montag die neue Coronaschutz-Verordnung als Regelwerk für NRW erwartet, die vier Wochen bis Ende Dezember gültig sein wird. Die aktuelle Verordnung läuft in der Nacht zu Dienstag aus. Zu den neuen Regeln werden voraussichtlich die Erweiterung der Maskenpflicht vor Geschäften und auf Parkplätzen sowie strengere Kontakt-Vorgaben für die Zeit bis Weihnachten gehören.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, die Beschlüsse des Corona-Gipfels mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in NRW komplett umzusetzen. Tatsächlich will die Landesregierung allerdings zum Beispiel an Weihnachten Übernachtungen in Hotels erlauben, wenn man die Familie besucht. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, betonte am Freitag dagegen, dass solche Ausnahmen - wie sie auch andere Länder planen - nicht Teil der Absprachen gewesen seien.

Offen blieb zunächst, ob das Aussetzen des Ski-Tourismus im Sauerland Teil der neuen Schutzverordnung wird. Laschet hatte am Sonntag gesagt, man prüfe dies. Er hatte sich zuvor bereits dafür ausgesprochen, europaweit den Ski-Tourismus auszusetzen.

Neue Corona-Regeln in NRW: Was ist im neuen Lockdown erlaubt? 

Update vom 26. November: Die Coronavirus-Lage ist auch in NRW immer noch nicht entspannt. Die Zahlen steigen zwar nicht mehr exponentiell, sind aber weiterhin auf einem viel zu hohen Niveau. Die Regeln, die seit Anfang November gelten, sind bis mindestens 20. Dezember verlängert worden, um die Ausbreitung von Corona zu bremsen. (News zum Coronavirus)

Im Frühherbst ging das Land Nordrhein-Westfalen sogar mit schärferen Kontaktbeschränkungen als von Bund und Ländern gegen den sprunghaften Anstieg der Corona-Infektionen vor. Die Maßnahmen und Corona-Regeln stellte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am 16. Oktober, vor. Elf Tage später, am 27. Oktober, legte er mit Forderungen noch einmal nach. Am 25. November verkündeten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten nach einem weiteren Bund-Länder-Gipfel die Verlängerung der Maßnahmen.

Corona-Regeln in NRW: Diese Maßnahmen und Einschränkungen gelten

Die neuen Corona-Regeln gelten bundesweit, daher auch in Nordrhein-Westfalen. Das Land NRW hatte zuletzt am Freitag, 30. Oktober, eine neue NRW-Coronaschutzverordnung  zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus veröffentlicht. Hinzu gekommen sind einige Verschärfungen. Ein Überblick.

Corona-Regeln in NRW: Kontakteinschränkungen

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt - also mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands - in jedem Fall mit maximal fünf Menschen. Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien inakzeptabel. Bund und Länder wirken bei den verstärkten Kontrollen zusammen. Im öffentlichen Raum ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Corona-Regeln für Weihnachten und Silvester

Vom 23. Dezember bis längstens 1. Januar sollen Treffen „im engsten Familien- oder Freundeskreis“ mit höchstens zehn Personen stattfinden dürfen. Kinder bis 14 Jahren sind auch hier ausgenommen. Für Weihnachten und Silvester sind damit Lockerungen der Kontaktbeschränkung vorgesehen. Aber auch an Silvester darf es nicht zu rauschenden Feiern kommenSilvesterfeuerwerk auf belebten Plätzen und Straßen wird untersagt. Grundsätzlich wird „empfohlen“, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten.

Corona-Regeln in NRW: Einzelhandel

Der Groß- und Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet - ein großer Unterschied zum umfassenden Lockdown im Frühjahr.

In Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern darf sich höchstens eine Person je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Ist das Geschäft größer, darf höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche im Ladenlokal sein.

Corona-Regeln in NRW: Gastronomie

Ein harter Schlag für die Gastronomie: Restaurants, Bars, Klubs, Diskotheken und Kneipen bleiben mindestens bis zum 20. Dezember geschlossen. Erlaubt bleibt aber die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.

Corona-Regeln in NRW für private Reisen

Die Bürger sollen auf private Reisen und Verwandtenbesuche verzichten. Übernachtungsangebote im Inland darf es nur noch für notwendige Zwecke geben, nicht mehr für touristische - also quasi ein bundesweites Beherbergungsverbot für alle. Ein besonderer Appell geht an Skifahrer: Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten bitten, bis zum 10. Januar auf Skireisen zu verzichten.

Corona-Regeln für Veranstaltungen und Versammlungen

Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden weiterhin untersagt. Auch Messen, Ausstellungen, Jahrmärkte, Spezialmärkte und ähnliche Veranstaltungen sind unzulässig. Profisport-Veranstaltungen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden.

Corona-Regeln in NRW für Freizeitaktivitäten

Theater, Opern- und Konzerthäuser, Museen, Messen, Kinos, Discos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen bleiben geschlossen. Bordelle müssen schließen. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember 2020 untersagt.

Corona-Regeln in NRW: Sport

Nicht erlaubt ist auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen. Ministerpräsident Armin Laschet kündigte im NRW-Landtag allerdings an, dass bei einem Rückgang der Neuinfektionen der Jugendsport der erste Bereich sein werde, bei dem es zu Lockerungen komme.

Die Nutzung von Gemeinschaftsräumen einschließlich Räumen zum Umkleiden und zum Duschen von Sportanlagen durch mehrere Personen gleichzeitig ist verboten. Sportfeste und ähnliche Sportveranstaltungen sind bis mindestens zum 31. Dezember 2020 untersagt. 

Corona-Regeln für Dienstleistungen in NRW

Schließen müssen auch weiterhin Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe.

Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben weiter möglich. Auch Friseursalons können öffnen.

Corona-Regeln in NRW: Maskenpflicht

Ab dem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt - sofern das Infektionsgeschehen nicht auf bestimmte Einrichtungen einzugrenzen ist - nach Angaben der Landesregierung eine Maskenpflicht „in regelmäßig stark frequentierten Außenbereichen“. Gemeint sind zum Beispiel Fußgängerzonen oder Märkte. Wo genau das vor Ort ist, sollen die Kommunen in ihren eigenen Corona-Regeln festlegen. Neu ist, dass die Maskenpflicht auch schon auf Parkplätzen von Supermärkten und anderen Geschäften gilt.

Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. In privaten Autos gilt keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Corona-Regeln in NRW: Schulen und Kitas

Beides soll offen bleiben - ein wichtiger Unterschied zur Situation im Frühjahr. An weiterführenden Schulen muss wieder eine Maske getragen werden, in Grundschulen nicht. Die Öffnung von Schule habe Priorität betonten Kanzlerin und Ministerpräsidenten noch einmal.

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Thissen

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