Impfangebot für alle

Ende der Corona-Regeln: NRW-Minister nennt Datum - doch wie realistisch ist das?

Bund und Länder werben eifrig für Corona-Impfungen, um den Fortschritt voranzutreiben. Ein NRW-Minister bringt sogar ein Datum für das Aus von Regeln ins Gespräch.

Hamm - Der Fortschritt bei den Impfungen gegen das Coronavirus ist weit. Aber eben noch nicht weit genug. Bis zur Herdenimmunität ist es noch ein weiter Weg. Die Impfkampagne stockt, weshalb etwa das Land Nordrhein-Westfalen die „Woche des Impfens“ mit niedrigschwelligen Angeboten - etwa in Einkaufsstraßen, Sportstätten oder Shopping-Centern - ins Leben gerufen hat.

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

NRW-Minister nennt Datum für Ende der Corona-Regeln - doch wie realistisch ist das?

Eine Impfpflicht wie in Frankreich schließt die Bundesregierung für Deutschland weiterhin aus. Stattdessen soll die Kampagne zur Corona-Immunisierung durch Werbung vorangebracht werden. Deswegen formulierte jüngst auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen klaren Appell an alle, „die noch unsicher sind“: „Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemandem, dem Sie nahe stehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben.“

Eine Corona-Impfung bewahre nicht nur vor schwerer Krankheit, sondern auch vor den belastenden Beschränkungen des Alltags. „Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein, umso freier können wir wieder leben“, sagte Angela Merkel. Ausreden gebe es keine mehr, „Impfstoff ist genug da, Termine sind leicht zu bekommen. (...) Bitte nutzen Sie die Gelegenheit.“

Denn erst, wenn eine Herdenimmunität gegen eine Erkrankung mit Covid-19 erreicht ist, können sämtliche Corona-Regeln weitgehend gestrichen werden. Joachim Stamp (FDP), stellvertretender Ministerpräsident von NRW, ist optimistisch und nennt sogar einen Zeitpunkt.

Ende der Corona-Regeln: NRW-Minister Joachim Stamp bringt Zieldatum ins Spiel

„Aus meiner Sicht wäre es ein schönes Zeichen, wenn man den 3. Oktober, den Tag der Deutschen Einheit, als Zieldatum festlegen würde, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger Freiheit und Verantwortung zurückerlangen, weil bis dahin alle ein Angebot für den vollständigen Impfschutz erhalten haben“, sagte Joachim Stamp der Rheinischen Post.

Doch der Weg zu diesem Ziel könnte ein langer werden. In Deutschland sind mittlerweile 43 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstag rund 35,8 Millionen Menschen. 48,8 Millionen (58,7 Prozent) sind mindestens einmal geimpft.

Corona-Impfung: RKI nennt notwendige Impfquote

Das reicht allerdings noch lange nicht. Die Experten vom RKI gehen nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel davon aus, dass eine Impfquote von 85 Prozent bei den 12- bis 59-Jährigen und von 90-Prozent bei den Über-60-Jährigen notwendig sei. Dann sei der Anstieg der Zahlen beherrschbar.

„Von diesen Impfquoten sind wir noch weit entfernt“, sagte die Bundeskanzlerin. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte Quoten von 90 Prozent sogar als „science fiction“ bezeichnet.

Wer keinen Schutz hat, könnte bald Probleme bekommen. Personen, die nicht gegen Corona geimpft sind, könnte schon bald die Einreise nach Deutschland komplizierter werden. Die Bundesregierung plant entsprechende Änderungen der Einreiseverordnung. Die aktuelle Fassung inklusive der derzeitigen Regeln gilt noch bis zum 31. Juli.

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

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