Verweilverbot

Irre Corona-Regel: Stadt in NRW mit kuriosem Verbot - Gericht hat entschieden

Eine irre Corona-Regel soll in einer Stadt in NRW in Kraft treten. Das Internet reagiert mit Spott. Ein Gericht hat über das Verbot am Freitagmittag geurteilt.

Update vom 26. November, 15.05 Uhr: Das „Verweilverbot“ in der Altstadt und am Rheinufer von Düsseldorf bleibt bestehen. Ein Eilantrag eines Bürgers wurde am Freitagmittag am Verwaltungsgericht abgelehnt. Damit gilt ab Freitag 15 Uhr die Regel, dass Passanten an den beliebten Orten der NRW-Landeshauptstadt nicht stehen bleiben dürfen. Die Stadt Düsseldorf hat bereits Schilder mit der Aufschrift „Verweilverbotszone: Bitte gehen Sie weiter“ aufgestellt.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Irre Corona-Regel: Bürger zieht wegen Verweilverbot vor Gericht

Update vom 26. Februar, 9.56 Uhr: Das „Verweilverbot“ in der Altstadt von Düsseldorf am nahen Rheinufer hat nicht nur spöttische Reaktionen im Netz zur Folge, sondern beschäftigt jetzt auch das Verwaltungsgericht. Dort ist ein Eilantrag gegen das Verbot eingegangen Es muss schnell entscheiden, denn heute um 15 Uhr soll das „Verweilverbot“ erstmals in Kraft treten. Die Regelungen gelten auch am Samstag und Sonntag. Die Verwaltung hat bereits damit begonnen, 300 rote Schilder aufstellen, die mit dem Schriftzug „Verweilverbotszone: Bitte gehen Sie weiter“ versehen sind.

[Erstmeldung vom 25. Februar] Düsseldorf – Sonne und warme Temperaturen lockte die Menschen in Nordrhein-Westfalen nach draußen. Die Besuchermassen sorgten dafür, dass Regeln wie Abstand und die Corona-Maskenpflicht nicht mehr überall berücksichtigt wurden. Das hat nun drastische Folgen für künftige Ausflüge. Denn es gibt härtere Maßnahmen. (News zum Coronavirus)

In mehren Städten in NRW sollen die Kontrollen wegen der Besuchermassen verschärft werden. Die Stadt Köln hat zum Beispiel seine Maskenpflicht ausgeweitet. Auch Park-Besucher müssen fortan von freitags bis sonntags eine Corona-Maske tragen. Der Mund-Nasen-Schutz darf demnach nicht einmal zum Rauchen abgenommen werden. Doch im Verhältnis zu einer Stadt ganz in der Nähe von Köln, ist diese Maßnahme noch harmlos: In der Landeshauptstadt Düsseldorf gilt seit Donnerstag an vielen Orten eine absurde Corona-Regel, die insbesondere in den sozialen Medien gar nicht gut ankommt.

Wer einen Ausflug nach Düsseldorf machen will, der wird sich das wegen neuen Corona-Regel wohl reiflich überlegen. Die NRW-Stadt hat nämlich ein sogenanntes Verweilverbot an mehreren Besucher-Hotspots erlassen. Demnach dürfen die Menschen an belebteren Orten wie der Altstadt nur gehen, allerdings nicht stehen bleiben oder sich niederlassen.

Düsseldorf verschärft Corona-Maßnahmen: Erweiterte Maskenpflicht und Verweilverbot

Doch auch andere Orte innerhalb der Stadt sind von der Corona-Regel betroffen. Denn die Maßnahme soll in Düsseldorf überall dort gelten, wo eine Maskenpflicht herrscht. Und zeitgleich wurde die Maskenpflicht auf die Rheinpromenade, das Mannesmannufer und weitere Orte ausgeweitet. Die Freitreppe am Burgplatz wurde sogar ganz für Besucher gesperrt.

Wie 24.rhein.de* berichtet, möchte die Stadt Düsseldorf die Menschen mit dem Verweilverbot und der erweiterten Maskenpflicht vor Corona schützen. Die Regel soll Besuchermassen an den Wochenenden einschränken. Konkret freitags, von 15 bis 1 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 10 bis 1 Uhr des Folgetages. Unklar bleibt, ob potenzielle Besuchermassen dann nicht einfach dorthin ausweichen, wo das Verweilverbot eben nicht gilt.

Laufen ist erlaubt, sich niederlassen nicht: In Düsseldorf gilt fortan ein Verweilverbot.

Irre Corona-Regel: Düsseldorf führt Verweilverbot ein - Twitter-User reagieren mit Spott

Bislang ist Düsseldorf die erste Stadt, die eine derartige Regel durchgeführt hat. Besonders viel Einsicht für die Maßnahmen haben die Menschen offenbar nicht. Zumindest reagiert das Netz spöttisch auf das Verweilverbot. „Von Verhältnismäßigkeit kann keine Rede mehr sein“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer Tweet prangert die Corona-Regel noch schärfer an. „#Freiheit ist eine der wichtigsten demokratischen Errungenschaften. Allein das Wort #Verweilverbot sollte Demokraten wach ruetteln.“

Andere machen sich über die neue Corona-Regelung lustig. „Lungern ist jetzt strafbar“, schreibt ein Nutzer in Bezug auf das Verweilverbot. Ein weiterer Twitter-User meint, die Landesregierung in Düsseldorf werde immer kreativer und äußert den sarkastischen Kommentar: „Kommt nach dem #Verweilverbot bald das Atemverbot?“

Trotz der deutschlandweit stagnierenden Corona-Infektionszahlen gibt es jedoch nicht nur weitere Verschärfungen und Verbote. Seit dem 22. Februar gibt es in NRW erste Lockerungen im Lockdown, ab dem 1. März sollen weitere folgen. Die FDP hat indes bereits einen Lockerungsplan für NRW vorgelegt. Alles Weitere wird dann am 3. März bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz besprochen. - *24rhein.de ist Teil des Ippen-DIgital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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