2G- statt 3G-Regel

Corona in NRW: Ärzte-Chef fordert härtere Regeln bei Freizeitangeboten

Weil die Corona-Zahlen in NRW steigen, fordert ein der Ärzte-Chef härtere Regeln für die Freizeit. Er will die 2G-Regel - was bei Freizeit-Angeboten jetzt droht.

Hamm - Ein Ausflug in den Freizeitpark, eine Party mit Freunden oder der Besuch im Stadion: Was durch den Lockdown monatelang nicht möglich war, können die Menschen in Nordrhein-Westfalen seit dem Sommer wieder machen. Sinkende Corona-Zahlen ermöglichten die Lockerung der Regeln. Doch weil die Infektionszahlen seit Wochen wieder stark steigen, fordert der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe jetzt wieder härtere Maßnahmen - vor allem für die Freizeit. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Corona in NRW: Ärzte-Chef fordert harte Freizeit-Regeln - und Geisterspiele

Statt der aktuell in Deutschland geltenden 3G-Regel „sollte die Politik in der jetzigen Situation konsequent auf eine 2G-Regel setzen und Freizeitangebote nur noch Genesenen und Geimpften ermöglichen“, sagte Hans-Albert Gehle im Interview mit der WAZ. Gerade im Freizeitbereich, beispielsweise für einem Besuch in einem Freizeitpark in NRW, könne man „Anreize schaffen“, dass bisher Ungeimpfte sich noch gegen Corona impfen lassen.

Bis die Impfquote in NRW und ganz Deutschland ausreichend hoch ist, fordert der Arzt aus Bochum andere Maßnahmen: „Vor allem das Crowding, also enges Menschengedränge, muss verhindert werden.“ Dieses Phänomen tritt laut Gehle vor allem bei Konzerten und im Fußballstadion. Daher hat der Ärztekammer-Präsident eine drastische Forderung: „Zuschauer sollten bei Fußballspielen wieder untersagt werden, bis die Zahlen in den Krankenhäusern und Inzidenzen sinken“, sagte Hans-Albert-Gehle der WAZ. Dass manche Vereine wie Borussia Dortmund in ihren Stadien bereits die 2G-Regel anwenden und nur geimpfte und genesene Zuschauer zulassen, scheint ihm nicht zu reichen.

Ärzte-Chef aus NRW fordert 2G-Regel für die Freizeit: „Appelle scheinen nicht auszureichen“

Damit die Corona-Impfkampagne erfolgreich fortgesetzt werden kann, müsse man beispielsweise mehr Zuwanderer aus Nordafrika erreichen, die laut Gehle ein höheres Risiko haben, auch in jungem Alter schwer an Covid-19 zu erkranken. „Diese Gruppe erreichen wir aber kaum und auch unter türkischen Zuwanderern müssen wir mehr werben“, meinte der Ärzte-Chef, der sich für die 2G-Regel stark macht.

Aus seiner Sicht gibt es aber auch einen weiteren Weg, um für einen erneuten Rückgang der hohen Corona-Zahlen in NRW zu sorgen: „Es ginge auch ohne Zwang, wenn sich alle an die geltenden Corona-Regeln halten würden.“ Allerdings weiß er auch: „Appelle an die Vernunft der Leute allein scheinen jedenfalls nicht auszureichen.“ Deshalb rechnet er mit weiter steigenden Zahlen im Herbst und Winter. „Wir sind sicher bereits in der vierten Welle“, sagte Hans-Albert Gehle im WAZ-Interview. Er relativierte allerdings: „Die Hoffnung ist aber berechtigt, dass wir weniger Schwererkrankte haben werden, weil viele Risikopatienten und Über-60-Jährige geimpft sind.“

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare