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Corona-Sorgen in NRW wachsen – wie das Land darauf reagiert

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Von: Alexander Schäfer

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Auch in NRW steigen die Corona-Zahlen rasant an. Das Land hält sich in Sachen verschärfte Maßnahmen noch zurück. Andere wiederum warnen.

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle deutlich an. Die Inzidenz lag am Donnerstag bei 637,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - vor einer Woche lag der Wert bei knapp 400. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt bereits vor einer Überlastung der Kliniken.

In den ersten Bundesländern wird schon über verschärfte Maßnahmen wie Maskenpflicht in Läden, Museen und anderen öffentlichen Gebäuden nachgedacht. Das NRW-Gesundheitsministerium bewertet die Lage als angespannt, aber beherrschbar. „Vor dem Hintergrund sieht das Ministerium aktuell noch keine Notwendigkeit für zusätzliche Schutzmaßnahmen“, hieß es am Mittwoch aus Düsseldorf. Es bleibt also vorerst bei den aktuell geltenden Corona-Regeln in NRW.

Corona-Sorgen in NRW wachsen – wie das Land darauf reagieren will

Das Infektionsgeschehen werde sehr genau beobachtet. „Sollte sich dieses in der nächsten Zeit weiter verschärfen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch zusätzliche Schutzmaßnahmen im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes angeordnet werden müssen“, betonte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

„Viele Menschen scheinen dem Coronavirus aktuell eine geringere Bedeutung beizumessen, die Verläufe der Krankheit sind allerdings nicht trivial“, sagte ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) auf Anfrage. Die Situation in den Häusern beschrieb er „generell als sehr angespannt“. Zwar sei die Lage auf den Intensivstationen weniger dramatisch als vor einem Jahr, dennoch verfolgten die Krankenhäuser den weiteren Verlauf der Pandemie ausgesprochen kritisch.

Denn: Der starke Anstieg der Corona-Infektionen wirke sich auch auf die Personallage in den Kliniken aus. Vereinzelt müssten Krankenhäuser bereits ihre Leistungen zeitweilig einschränken. Aber: Von flächendeckenden Problemen habe die KGNW bislang keine Kenntnis.

KVWL fordert politischen Kurswechsel von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) blickt dagegen skeptisch auf die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems oder der sonstigen kritischen Infrastruktur. Nicht nur wegen Corona. Aus Sicht der KVWL brauche es dringend „einen politischen Kurswechsel von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach“. Laut der Krankenkasse AOK NordWest nehmen die Krankschreibungen wegen Covid-19 in Westfalen-Lippe aktuell wieder zu.

Die Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen forderte derweil in der Corona-Politik Augenmaß. Zwar seien auch in den Unternehmen die steigenden Infektionszahlen natürlich zu spüren. Aber: „Erneute gravierende Einschränkungen des Wirtschaftslebens wären für die Betriebe fatal. Unterbrechungen von Lieferketten und auch Schulschließungen müssen unbedingt vermieden werden“, sagte Tanja Nackmayr, die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin von Unternehmer NRW unserer Redaktion.

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