Steigende Zahlen

Corona in NRW: Kommt der Lockdown? Virologe und Gesundheitspolitiker mit interessanter Idee

Auch in NRW steigen die Corona-Zahlen immer weiter. Droht in Nordrhein-Westfalen ein zweiter Lockdown? Christian Drosten und Karl Lauterbach haben eine Idee.

Update vom 27. Oktober, 20.18 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat sich für einen zeitlich begrenzten Lockdown ausgesprochen. „Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man ‚ne Pause einlegen“, sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des „Coronavirus-Update“ von NDR-Info. „Dieses Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Dieses Virus erzwingt bei einer bestimmten Fallzahl einfach einen Lockdown.“ Momentan sei die Inzidenz in Deutschland noch vergleichsweise niedrig. „Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse treten würden, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt. Das würde uns ganz viel Zeit einspielen“, sagte Drosten.

Name des VirusCoronavirus/SARS-CoV-2
Ausgelöste ErkrankungCovid-19
ÜbertragungTröpfcheninfektion

Corona-Zahlen in NRW steigen: Droht jetzt der Lockdown? Virologe Christian Drosten hat eine interessante Empfehlung

Hamm - Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Zahlen der Coronavirus-Infizierten in Nordrhein-Westfalen nicht steigen. Ständig neue Rekorde. Ständig steigende Zahlen von Covid-19-Patienten. Seit Dienstag, 20, Oktober, ist beispielsweise das gesamte Ruhrgebiet in NRW ein Corona-Hotspot. Städte wie Dortmund, Bochum oder nun auch Oberhausen gelten als Risikogebiet in NRW.

Damit wird auch die Angst vor einem Lockdown immer größer. Nur so lässt sich wohl erklären, dass die Supermärkte - ähnlich wie im Frühjahr während der ersten Corona-Welle - zunehmend Hamsterkäufe beobachten. Vor allem, wenn es um Toilettenpapier geht.

Doch wie sollen wir gegen die zweite Corona-Welle ankämpfen? Deutschlands führender Virologe Christian Drosten bringt eine wohl spannende wie erstaunliche Idee ins Spiel.

„England diskutiert über einen vorsorglichen, zeitlich befristeten Lockdown (#circuitbreaker/“Überlastschalter“), um die Zunahme von Neuinfektionen zu verzögern“, schrieb Drosten vom Institut für Virologie der Charité in Berlin auf Twitter.

Lockdown in NRW wegen zweiter Corona-Welle? Lauterbach befürwortet Vorschlag von Drosten

Er bringt daher für NRW beziehungsweise ganz Deutschland ins Spiel, in den Herbstferien- beziehungsweise in den Weihnachtsferien einen Corona-Lockdown zu verhängen, „um wirtschaftliche Auswirkungen zu begrenzen“.

Eine Idee, die SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürwortet und unterstützt. Auf Twitter schrieb er, dass die von Drosten in diesem Zusammenhang erwähnte Studie interessant sei, „auch für uns“.

Systematischer Corona-Lockdown in NRW? Lauterbach erwartet erhöhte Akzeptanz

Lauterbach, der mit Blick auf soziale Kontakte eine drastische Mahnung formulierte, erklärte: „Weil mit systematischen Kurz-Shutdowns die Unterbrechung eines exponentiellen Wachstums gelingen könnte, bei gleichzeitiger Minimierung der ökonomischen und schulischen Kosten. Auch wären Unterbrechungen planbar, was Akzeptanz erhöhen würde.“

In der von Drosten zitierten britischen Studie erläutern sieben Autoren beziehungsweise Autorinnen die Auswirkung von kurzen und zeitlich befristet kommunizierten Corona-Lockdowns beschrieben. Darin stellen sie fest, „dass Vorsorgepausen die größten Gewinne bringen, wenn die Wachstumsrate niedrig ist. Wenn die Wachstumsrate höher ist, bietet ein solcher Lockdown eine dringend benötigte Bremse gegen die Erhöhung der Infektionszahlen, wodurch möglicherweise andere Maßnahmen (wie die Kontaktverfolgung) die Kontrolle wiedererlangt werden kann.“

Corona-Lockdown in NRW? Vorwarnung würde laut Studie gesellschaftliche Auswirkungen begrenzen

Weiter heißt es: Die feste Dauer eines Shotdowns und die entsprechende Vorwarnung an die Bürger „können gesellschaftliche Auswirkungen begrenzen“. Darüber berichten auch fr.de* und Ruhr24.de*.

In Deutschland gelten seit Dienstag im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Lockdown im Frühjahr. NRW hat derweil die Corona-Regeln verschärft - etwa mit Sperrstunden für die Gastronomie. Einen Shutdown in Nordrhein-Westfalen gibt es (noch) nicht. *fr.de und Ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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