Drei weitere Beamte infiziert

Corona-Ausbruch bei Polizei im Kreis Soest - Testergebnisse liegen vor

Fünf Polizisten der Wache in Lippstadt sind infiziert.
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Fünf Polizisten der Wache in Lippstadt sind infiziert.

[Update] Das Coronavirus hat die Polizei im Kreis Soest erreicht. Gleich mehrere Beamte einer Dienststelle sind infiziert. Alle aktuellen Informationen gibt es hier.

Kreis Soest - Die Ergebnisse der Abstrichaktion bei der Polizei in Lippstadt liegen nun vor. Von 130 Abstrichen sind drei positiv, alle anderen Befunde sind negativ. Die Kontaktpersonen sind ermittelt und befinden sich in Quarantäne. Der Wachbetrieb in Lippstadt wird uneingeschränkt fortgeführt. Das teilte der Kreis Soest jetzt mit.

Corona-Ausbruch bei Polizei: Unsere Erstberichterstattung

Derzeit sind in der Lippstädter Dienststelle fünf Polizeibeamte mit Corona infiziert. Das bestätigte Holger Rehbock, Sprecher der der Kreispolizei am Mittwochmorgen. 

LandkreisKreis Soest / Nordrhein-Westfalen
Einwohner301.655
LandrätinEva Irrgang

Damit erreicht Corona bei der Polizei eine neue Dimension. Bisher habe es in den Reihen der Sicherheitskräfte seit Beginn der Pandemie lediglich vereinzelte Fälle gegeben, sagt Kreissprecher Wilhelm Müschenborn.

Aufgrund des erkennbaren Clusters ordnete das Gesundheitsamt für 125 Polizeibeschäftigte den PCR-Test an. Die Tests werden in einem Zelt, das nahe der Dienststelle aufgebaut wird, durchgeführt und sollen rasch Klarheit bringen.

Corona bei Polizei im Kreis Soest: Ergebnis per Mail

„Alle, die getestet werden, bekommen am nächsten Tag per Mail der Ergebnis“, sagt Siegfried Pfenninger von der Gewerkschaft der Polizei im Kreis Soest. Er selbst gehört auch zu den Beamten, die nun getestet werden müssen.

Geschlossen wird die Wache vorerst aber nicht, die zu testenden Polizisten sind – anders als die infizierten – nicht in Quarantäne. Wie zu hören ist, hat sich einer der Beamten im häuslichen Umfeld – bei seinem Sohn – angesteckt. Bei den anderen vier sei der Verlauf hingegen unklar.

Schulen kann man notfalls wieder schließen, Polizeiwachen nicht“, kommentiert Pfenninger das Geschehen vor dem Hintergrund der aktuellen Impfdebatte. Bei der Schließung einer Wache wären die Bürger mit Recht um ihre Sicherheit besorgt, so der Gewerkschafter. „Dass Erzieherinnen, die engen Kontakt zu kleinen Kindern haben, früher geimpft werden, ist richtig. Sie können sich genauso wenig wie die Polizisten, die jeden Tag draußen ihren Dienst versehen, gegen das Virus schützen. Aber das gilt nicht für die Lehrer, die Schüler auf Distanz unterrichten“, so Pfenninger. Und: „Wir haben bei allgemeinen Kontrollen oder bei Menschen, die in Gewahrsam genommen werden, ohne Impfung einfach keine Sicherheit, da wird ja niemand getestet.“ Das habe sich nun deutlich gezeigt.

Corona bei Polizei im Kreis Soest: Stimmung gedrückt

Die Stimmung bei den Beamten sei gedrückt. Viele hätten zu Beginn die Pandemie und die gesundheitlichen Folgen für den Einzelnen unterschätzt. Jedoch: In dem Fall eines jungen Kollegen sei es im vergangenen Jahr zu einem schweren Verlauf der Krankheit gekommen. Die Folgeschäden seien noch gar nicht absehbar. „Inzwischen habe ich hohen Respekt vor dieser Krankheit“, sagt Pfenninger.

„Wir haben uns bewusst nicht an der öffentlichen Diskussion beteiligt, einzelne Gruppen zulasten anderer Gruppen bei den Impfungen vorzuziehen, aber dass die Polizisten jetzt nach hinten geschoben werden sollen, ist ein Skandal“, kritisiert Pfenninger ebenso wie die GdP des Landes NRW zuvor. „Die Politik redet ständig vom Respekt gegenüber den Polizisten, aber wenn es darauf ankommt, verweigert sie ihn.“

Zuletzt hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet versucht, die Wogen zu glätten. Spätestens im April gebe es genügend Impfstoff für alle in der priorisierten Impfgruppe 2.

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