Am Ende ihrer Kräfte

Ein Pfleger berichtet: dramatische Zustände auf Corona-Intensivstation in NRW

Die Situation auf den Intensivstationen wird wegen Corona immer dramatischer. Eine Pflegekraft aus Köln in NRW berichtet.

Köln - In der vergangenen Woche hat man es immer wieder gehört, wie auch RUHR24* berichtete. Die Lage auf den Intensivstationen in NRW wird wegen Corona* immer dramatischer. Jetzt berichtet eine Pflegekraft, wie der Alltag aktuell aussieht.

StadtKöln
Bundesland NRW
Corona-Inzidenz172,4 (17. April)

Corona in NRW: Bericht von einer Intensivstation in Köln schockiert

Wie der WDR berichtet, arbeitet Umut Kayserili auf einer Intensivstation in der Uniklinik in Köln, der einzigen Stadt in NRW mit mehr als einer Million Einwohner. Aktuell, berichtet der Pfleger, seien die Stationen voll. Ein Ende sei nicht absehbar. Und viele Mitarbeiter würden nicht wissen, wie lange sie noch so weitermachen können.

Es würde Tage geben, an dem er bis circa 21.30 Uhr am Abend arbeitet und um 6.30 Uhr am nächsten Tag seinen Dienst wieder beginnt. Mehrmals pro Tag sei er komplett durchgeschwitzt. Körperlich würde er an die Grenzen der Belastbarkeit kommen. Doch nicht nur die körperliche Anstrengung, immobile Corona-Patienten zu pflegen, sei intensiv (alle News zu Corona in NRW* bei RUHR24).

Neben den physischen Belastungen komme die psychische Anstrengung. Zum einen würden sich Pflegekräfte wie Umut Kayserili alleingelassen fühlen. Statt normalerweise einen Patienten müsse man aktuell zwei bis drei Patienten versorgen. Das sei zu viel. RKI-Chef Lothar Wieler warnte am vergangenen Donnerstag (15. April) schon eindeutig, dass zahlreiche Intensivstationen am Limit* seien.

Ein Pfleger einer Intensivstation in der Uniklinik Köln berichtet über den Corona-Alltag.

Die Gespräche mit den Angehörigen der Patienten, die aktuell wegen Corona auf der Intensivstation in Köln liegen, kämen noch dazu. „Das ist schon eine besondere Herausforderung, wenn die Kinder jünger sind als ich“, sagt Kayserili gegenüber dem WDR. Die Angehörigen würden wissen wollen, ob sich die Situation verbessert. Das sei nie sicher. Denn die Möglichkeit sei gegeben, dass circa die Hälfte der Corona-Erkrankten auf der Intensivstation stirbt.

Coronavirus-Patienten auf der Intensivstation in Köln: Für Pfleger eine immense Herausforderung

Aktuell seien Intensivstationen, auch die der Uniklinik in Köln, auf Hilfe von fremden Stationen angewiesen. Die Kollegen würden eingearbeitet werden. Einige würden sich freiwillig melden.

Doch in der Corona-Krise habe es auch immer wieder Mitarbeiter gegeben, die aufgrund von Erschöpfung und Frustration aufgegeben und gekündigt hätten. Denn niemand, so Intensivpfleger Umut Kayserili, würde die Situation auf einer Intensivstation so leicht wegstecken. Immer mehr Städte, darunter auch Köln und Dortmund, verschärfen erneut ihre Corona-Regeln*, um die dritte Virus-Welle zu brechen.

Während es in Köln seit Freitag (16. April) eine nächtliche Ausgangssperre gibt, wird die Stadt Dortmund ihre Corona-Regeln ab kommenden Montag (19. April) intensivieren. Schulen bleiben im Distanzunterricht und Museen und der Einzelhandel schließen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/dpa

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