KVWL erklärt

Corona-Impfung beim Hausarzt: Astrazeneca oder Biontech – was wird in NRW geimpft?

Seit Anfang April impfen Hausärzte in NRW mit Impfstoff von Biontech gegen das Coronavirus. Jetzt erhielten die Praxen auch Impfstoff von Astrazeneca. Ein Überblick.

Hamm - Die Hausärzte sollen die Corona-Impfungen in Deutschland erheblich beschleunigen. In Nordrhein-Westfalen wird seit mehreren Wochen in den Praxen geimpft. Geliefert bekommen die Ärzte eigentlich nur Biontech. In dieser Woche erhielten die Praxen aber auch Lieferungen von Astrazeneca. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) klärt auf. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Corona-Impfung beim Hausarzt: Biontech oder Astrazeneca - was wird geimpft?

Hausärzte in NRW impfen derzeit laut Impfreihenfolge vorrangig Patienten mit chronischen Vorerkrankungen gegen das Coronavirus. Dabei handelt es sich laut der KVWL vor allem um Menschen unter 60 Jahren - und damit um die Altersgruppe, die nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca wegfallen.

Daher erhalten die Praxen eigentlich nur Impfstoff von Biontech. Medienberichte über einen Astrazeneca-Impfstart beim Hausarzt machten da jetzt hellhörig.

Ein Sprecher der KVWL erklärt, dass Hausärzte in der Woche vom 19. April tatsächlich erstmals Impfstoff-Lieferungen von Astrazeneca erhalten haben. Der Grund ist eine zu geringe Lieferung von Biontech. Daher seien die Praxen angehalten gewesen, „halb und halb“ zu bestellen.

Corona-Impfung beim Hausarzt: Lieferung von Astrazeneca war eine Ausnahme

Dies sei aber nur eine Ausnahme gewesen. Ab der Woche vom 26. April wird laut der KVWL dann wieder nur Biontech an die Hausärzte in NRW geliefert - sogar eine erhöhte Menge. In einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an die Praxen heißt es laut der Rheinischen Post: „Durch die höhere Liefermenge können Vertragsärzte nunmehr 24 bis 48 Dosen für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern.“

Zwei Millionen Impfdosen werde der Bund demnach für Hausärzte bereitstellen. Ursprünglich sollten dem Bericht zufolge in der letzten Aprilwoche nur 1,5 Millionen Dosen an Praxen gehen – davon drei Viertel von Biontech und ein Viertel von Astrazeneca.

Corona-Impfung: Sachsen hebt Impfpriorisierung mit Astrazeneca in Praxen auf - bald auch NRW?

In anderen Bundesländern bleibt man derweil anscheinend auf Impfbeständen von Astrazeneca sitzen. So hob Sachsen die Impfpriorisierung für das Vakzin in Praxen komplett auf. Nach ausführlicher Beratung darf in dem Bundesland eine Impfung mit Astrazeneca jetzt auch an unter 60-Jährige verabreicht werden.

In Mecklenburg-Vorpommern drohte die Landesregierung den Kreisen und Städten: Wer bis Freitag (23. April) seinen Überhang an Astrazeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat Biontech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) an.

Auch in Nordrhein-Westfalen wäre es laut KVWL möglich, dass ein Hausarzt einen Patienten unter 60 mit Astrazeneca impft. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Praxis aber tatsächlich gemacht wird, sei jedoch gering, erklärte der Sprecher.

Noch werden mögliche Lagerbestände in NRW so also nicht abgebaut. Die Betonung liegt auf noch, denn laut Business Insider beraten Bund und Länder über eine Aufhebung der Impfpriorisierung beim Vakzin von Astrazeneca.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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