Ärger über Zusatz-Regel

Corona-Sonderregeln in NRW-Stadt: Ganze Branche ist wütend wegen Corona-Tests

Dass Städte und Kreise in NRW hin und wieder einen Sonderweg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie einschlagen, ist nichts Neues. Ärgerlich wird es, wenn dadurch Nachteile für ganze Branchen entstehen.

Duisburg – Den Überblick über die geltenden Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen zu behalten, ist alles andere als einfach. Besonders kompliziert wird es, wenn einzelne Kreise und Städte von den Vorgaben der Landesregierung abweichen. Mitunter sorgt das für mächtig Ärger. In Duisburg ist das aktuell der Fall, berichtet RUHR24*.

StadtDuisburg
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkDüsseldorf
OberbürgermeisterSören Link (SPD)

Corona-Ärger in Duisburg: Stadt verschärft Testregeln für den Besuch beim Friseur

In der Stadt im westlichen Ruhrgebiet sind die Friseure mächtig sauer. Denn die Stadt Duisburg hat mit einer Allgemeinverfügung, die seit Dienstag (6. April) gilt, die Notbremse härter angezogen, als von der NRW-Regierung vorgesehen*. Konkret geht es um den Besuch des Friseursalons.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Duisburg liegt seit Tagen über 100. Per Definition ist die Stadt somit ein Hotspot – es gelten verschärfte Regeln. Für körpernahe Dienstleistungen heißt es dazu in der Coronaschutzverordnung des Landes, dass bei der Nicht-Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern ein negativer Schnelltest erforderlich ist. Der darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Corona in Duisburg: Negativer Test für Friseurbesuch erforderlich – in anderen Hotspots nicht

Allerdings gilt für Friseure eine Ausnahme: Denn die Notbremse in Corona-Hotspots kassiert nur die Regeln und Öffnungen ein, die zum 8. März in Kraft getreten sind. Die Friseure durften in NRW allerdings schon vor dem 8. März wieder ihre Pforten öffnen*. Eine Testpflicht gab es für die Friseursalons damals nicht – das gilt auch weiterhin.

Die Stadt Duisburg hat dahingehend nachgeschärft. „Darüber hinaus ist ab Dienstag, 06.04.2021, auch für die Inanspruchnahme von Friseurdienstleistungen und nichtmedizinischer Fußpflege ein bestätigter negativer Schnell- oder Selbsttest erforderlich“, heißt es in der Allgemeinverfügung der Stadt.

In Duisburg gelten andere Corona-Regeln als in benachbarten Hotspots.

Im Klartext bedeutet das: Während Friseure in anderen Hotspots ohne Schnelltests Kunden bedienen dürfen, ist in Duisburg die Vorlage eines negativen Testergebnisses erforderlich. Den Friseuren in der Ruhrgebiets-Stadt fehlt dafür jegliches Verständnis (alle News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24).

Friseure in Duisburg wegen Corona-Regeln der Stadt sauer: „Das gleicht einem Berufsverbot“

Viele Kollegen seien richtig sauer. „Die Regelung gleicht einem Berufsverbot“, sagt Irene Panse, Obermeisterin der Friseur-Innung Duisburg, gegenüber der WAZ. Die Betriebe befürchten, dass Kundschaft durch die Sonderregel dauerhaft an die Konkurrenz verloren geht. Viele Menschen aus dem Duisburger Süden würden etwa für einen Haarschnitt ins nahegelegene Düsseldorf fahren.

Die Friseur-Innung Duisburg plane derzeit eine einstweilige Verfügung gegen die Maßnahme. In der Stadt hätten erste Salons bereits wieder geschlossen. Viele Kunden hätten ihre Termine abgesagt, weil ihnen der Aufwand zu groß sei. Unglücklich sei zudem, dass man erst am Donnerstag (1. April) unmittelbar vor den Osterfeiertagen von der neuen Regel erfahren habe, die unmittelbar nach Ostern in Kraft trat.

Corona: Sieben-Tage-Inzidenz in Duisburg seit Wochen über 100

Gegenüber der WAZ hat die Stadt Duisburg den eingeschlagenen Corona-Sonderweg erklärt. Die erweiterte Testpflicht sei sinnvoll, weil das Infektionsgeschehen in Duisburg anhaltend hoch war und nach wie vor ist. Zudem sei es „sicherlich auch im Interesse der Friseure und deren Kunden, einen maximalen Gesundheitsschutz zu gewährleisten“.

Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen wies den Inzidenzwert für Duisburg am Donnerstagmorgen (8. April) mit 153,8 aus. Seit dem 11. März liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Duisburg anhaltend über 100. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Thomas Kienzle/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare