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Dortmunder Gesundheitsamts-Chef will Corona-Quarantäne abschaffen

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Von: Tobias Schneider

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Dr. Frank Renken spricht sich für ein Ende der Corona-Isolation aus. Auch für den kommenden Herbst hat er andere Erwartungen als Karl Lauterbach (SPD).

Dortmund – Das wäre ein Paukenschlag in der bisherigen Corona-Politik in NRW und Deutschland. Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken will die Corona-Isolation abschaffen. Das verriet er in einem Interview gegenüber der Welt, welches vergangene Woche stattfand. RUHR24 weiß, auf welchen Faktor Renken stattdessen setzt.

ThemaCoronavirus
BundeslandNRW
StadtDortmund

Dortmunds Gesundheitschef will Corona-Isolation abschaffen

Frank Renken plädiert im Interview für ein Ende der Isolationsregeln sowie der Meldepflicht. Viel mehr sollten Coronainfizierte mehr Eigenverantwortung übernehmen – sprich: Bei Infektion Zuhause bleiben, ohne auferlegte Quarantäne.

Er begründet diese Einstellung mit der voranschreitenden Durchseuchung durch die Omikron-Variante im gesamten Bundesgebiet. Dortmunds Gesundheitsamtsleiter gehe davon aus, dass mittlerweile 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland immunisiert seien. „Wo Impfquoten besonders niedrig sind und viele Leute Corona hatten, gibt es derzeit am wenigsten Fälle“, so Renken.

Als Beispiele nennt er den Osten Deutschlands, aber auch die Dortmunder Nordstadt. Lange Zeit war der Stadtbezirk die Dortmunder Corona-Hochburg schlechthin. Die Durchseuchung habe dazu beigetragen, dass dort nur noch geringe Infektionsfälle zu verzeichnen sind.

Steht Deutschland vor einem schlimmen Corona-Herbst? Frank Renken ist anderer Meinung

Dies seien auch alles Gründe, warum Renken keine große Herbstwelle auf Deutschland zurollen sieht. Anders als Bundesgesundheitminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet Dortmunds Gesundheitschef keine rasant steigenden Corona-Zahlen im Herbst in Deutschland. Lauterbach hingegen sieht einen „sehr schwierigen“ Herbst. Der SPD-Politiker befürchtet coronabedingte Ausfälle in Kliniken bei steigenden Patientenzahlen.

Apropos Zahlen: Die 7-Tages-Inzidenz sei nach Renkens Meinung ein ausgedienter Faktor, um vor Corona zu warnen und die aktuelle Infektionssituation darzustellen. Wichtiger seien hingegen die Kennzahlen in den Krankenhäusern.

Blickt mit Sorge auf den Sommer 2022: Die Corona-Lage ist für Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Frank Renken eine andere, als noch in 2021.
Frank Renken sieht keine Grund, die Corona-Quarantäne weiter fortlaufen zu lassen. © Cord/Imago; Rolf Poss/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

Laut einem Bericht der Tagesschau sei die Infektionsrate und die damit verbundene 7-Tages-Inzidenz nur bedingt aussagekräftig. Die Bereitschaft, sich testen zu lassen sowie die Zugänglichkeit zu PCR-Tests hätten daher aktuell einen sehr großen Einfluss auf die gemessene Inzidenz. Problem: Die Bereitschaft, sich testen zu lassen, sei aktuell sehr gering. Das bestätigt auch Dr. Frank Renken. In Dortmund ließen sich demnach nur noch halb so viele Menschen testen, wie zur Corona-Hochphase.

Deutschland bereitet sich auf den Corona-Herbst vor: Diese Regeln gelten

„Die Inzidenz ist hoch, die Welt geht unter – dieser Satz ist falsch“, sagt Renken gegenüber der Welt. Trotzdem bereitet die Politik bereits erste Maßnahmen für den kommenden Herbst und Winter vor. Demnach soll ab dem 1. Oktober bundesweit eine Maskenpflicht im Luftverkehr, öffentlichen Personenfernverkehr sowie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten – in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zudem eine Testnachweispflicht.

Die Bundesländer sollen Instrumente an die Hand bekommen, um gegebenenfalls schärfere Maßnahmen zu ergreifen. Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen seien erst einmal kein Thema gewesen, heißt es.

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